Brauchst Du auch eine Krücke?

Brauchst Du auch eine Krücke?

Quelle: Frank Zickerick

Ihr Lieben,
heute Nachmittag möchte ich Euch eine Geschichte von Anthony de Mello zu lesen geben, nacherzählt von Aljoscha Gottheis:
„Die Parabel von den Krücken“
„In einem Dorf konnte einst der Bürgermeister seine Beine aufgrund eines Unfalls nicht mehr gebrauchen und so lernte er, mit Krücken zu gehen. Und mit der Zeit war er sogar dazu imstande, sich sehr schnell fortzubewegen, ja sogar zu tanzen und kleine Pirouetten zu drehen, um seine Nachbarn damit zu unterhalten.

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Dann hatte er die zündende Idee, seinen eigenen Kindern das Laufen mit Krücken beizubringen. Bald wurde es in dem Dorf zu einer Art Statussymbol, auf Krücken gehen zu können, und binnen Kurzem tat es jeder.
In der vierten Generation konnte im Dorf niemand mehr ohne Krücken gehen.
Die Dorfschule nahm in ihren Lehrplan das wichtige Thema „Krückenlaufen in Theorie und Praxis" auf und die Handwerker im Dorf wurden berühmt für die hervorragende Qualität der von ihnen hergestellten Krücken. 
Die Universität in der Stadt, die in der Nähe des Dorfes lag, plante sogar, elektronische, mit Batterien betriebene Krücken zu entwickeln.

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Eines Tages trat ein junger Mann vor den Ältestenrat des Dorfes und wollte wissen, warum jedermann mit Krücken gehen müsse, obwohl Gott doch den Menschen Beine zum Laufen gegeben habe. Die Dorfältesten waren äußerst belustigt, dass dieser Grünschnabel sich für klüger hielt als sie, und beschlossen daher, ihm eine Lektion zu erteilen.
„Warum zeigst Du uns nicht, wie man es macht?" fragten sie. „Einverstanden", rief der junge Mann.
Eine Demonstration wurde für zehn Uhr am nächsten Sonntag auf dem Dorfplatz vereinbart.

Alle Dorfbewohner waren anwesend, als der junge Mann mit seinen Krücken in die Mitte des Platzes humpelte. Als die Dorfuhr die volle Stunde schlug, stellte er sich aufrecht hin und ließ seine Krücken fallen.
Tiefe Stille breitete sich über der Versammlung aus. Man hätte eine Stecknadel fällen hören können, so still wurde es, als er einen Schritt vorwärts tat - und platt aufs Gesicht fiel.
Damit wurde jedermann in seinem Glauben bestätigt,
dass es völlig unmöglich war, ohne die Hilfe von Krücken zu gehen.“

Brauchst Du auch eine Krücke?

Quelle: Helmut Mühlbacher

Ihr Lieben,
Krücken sind grundsätzlich etwas Gutes. Wenn sich jemand den Fuß verstaucht hat, wenn jemand nach einem Beinbrauch die ersten Gehversuche macht, wenn jemand nach einem Bänderriss langsam wieder anfängt mit dem Laufen, dann sind Krücken ganz wichtig, um das Laufen wieder zu lernen und dabei nicht so abhängig von anderen zu sein.
Es gibt auch menschliche Krücken und das meine ich sehr positiv.
Wenn ich z.B. froh- und mutmachende Geschichten auf dem ESELSKIND-Blog erzähle, dann bin ich auch eine Art Krücke, weil ich Menschen, die vielleicht gerade traurig oder mutlos sind, einen kleinen Anstoß gebe.

Ich wünschte mir sehr, dass es in unserem Alltag viele Menschen gäbe, die als Krücken für andere Menschen dienen, indem sie diese ermutigen, diesen den Rücken stärken, diese wieder aufrichten, wenn sie mutlos sind, in diesen das Licht der Hoffnung entzünden, wenn sie Zuversicht brauchen.

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Aber es gibt auch Krücken in unserem Leben, über die wir nachdenken sollten:
Da gibt es z.B. die Krücke Faceboook. Ich kenne etliche Menschen, die einen Tag als verdorben empfinden, wenn sie nicht morgens früh auf ihrer Seite einen Gruß ihrer Freunde vorfinden.
Da gibt es z.B. die Krücke Alkohol.Viele Menschen glauben, ohne ihn nicht leben zu können.
Da gibt es z.B. die Krücke Schlaftabletten.Viele Menschen sind der Ansicht, ohne Schlafmittel keinen Schlaf finden zu können.
Da gibt es z.B. die Krücke Lotto.Viele Menschen glauben, nur dann glücklich werden zu können, wenn sie einmal ganz viel Geld im Lotto gewinnen.
Da gibt es die Krücke Mitmensch, wie ich sie einmal nennen möchte.
Viele Menschen können sich nicht entscheiden, dies oder jenes zu tun, bevor sie nicht bestimmte Menschen um Rat gefragt haben.

Die Liste der Krücken ließe sich beliebig fortsetzen. Da gibt es die Krücke Fußball…, die Krücke Smartphone, die Krücke…
Das Tragische an den Krücken ist, dass wir irgendwann wie die Menschen in unserer Geschichte glauben, nicht mehr ohne sie leben zu können.
Das, was uns Menschen auszeichnet, die großartige Chance, die sich uns jeden Tag, jede Stunde und jede Sekunde bietet, ist, dass wir jederzeit die Krücken von uns werfen können.
Denn in Wirklichkeit behindern die Krücken uns, sie machen uns abhängig, sie machen uns unfrei, sie hindern uns daran, glücklich zu werden, frei zu sein, unsere Ziele zu erreichen.
Das Beste der heutigen kleinen Geschichte ist das, was dem jungen Mann geschieht, als er versucht, ohne die Krücken zu laufen: Er fällt hin!
Dieses „Hinfallen“ ist für viele Menschen wie in unserer Geschichte die Bestätigung: „Ohne Krücken geht es nicht!“ Das aber stimmt nicht. Es braucht nur ein wenig Training und Übung, wenn man Jahre nur mit Krücken gelaufen ist, um wieder ganz ohne Krücken laufen zu können.

Brauchst Du auch eine Krücke?

Quelle: Jürgen Tesch

Ihr Lieben,
ich wünsche Euch allen, dass Ihr den Mut findet, die Krücken, die Euer Leben behindert, die Euch daran hindern, glücklich zu sein und Eure Ziele zu erreichen, Eure Träume zu verwirklichen, von Euch zu werfen und zu laufen, wohin Euch Eure Beine tragen.
Ich grüße Euch herzlich aus Bremen
Euer fröhlicher Werner
Brauchst Du auch eine Krücke?

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