Brauchen unsere Kinder Versicherungen?

Erstellt am 27. März 2014 von Groschenreiter

S. Hofschaeger  / pixelio.de 

Eltern wollen natürlich immer das Beste für Ihr Kind. Und da Mama und Papa selbst verschiedene Versicherungen haben, taucht früher oder später die Frage auf, ob man den eigenen Nachwuchs auch absichern soll. Die größte Unsicherheit dabei ist, daß viele Eltern überhaupt nicht wissen, welche Risiken für ihre Kinder überhaupt bestehen, und welchen Versicherungsschutz es dafür gibt. Hier ein kleiner Ratgeber, wie Du Dein Kind am Besten absicherst.
Ob Du Dein Kind gegen verschiedene Risiken tatsächlich versicherst, liegt natürlich in Deinem Ermessen. Doch gibt es einige Fakten und Gründe, die Du unbedingt kennen solltest, bevor Du eine endgültige Entscheidung triffst. 

Eltern haften für Ihre Kinder


Dieser Satz ist an den verschiedensten Stellen oft zu lesen und bedeutet, daß Du als Vater oder Mutter für die Schäden, die Dein Kind verursacht, im vollem Umfang haftest. Egal ob es der berühmte Fussball ist, der durch eine Fensterscheibe fliegt, beim Radfahren ein parkendes Auto beschädigt wird, oder Dein Kind ein Glas Wasser umstößt und dabei das Mobiltelefon eines Freundes funktionsuntüchtig macht - Die Rechnung für die entstandenen Reparaturkosten bezahlst Du. 
Außer Du hast eine Privathaftpflicht - Versicherung, die sogenannte Schäden an Dritten, die durch Dich selbst oder von einem Mitglied Deiner Familie verursacht werden, übernimmt und bezahlt. Üblicherweise ist so eine Privathaftpflicht Bestandteil Deiner Haushaltsversicherung und daher sollte die Haftung für das eine oder andere Mißgeschick Deines Kindes kein Problem sein. 
Hast Du keine Haushaltsversicherung, dann bieten praktisch sämtliche Versicherungsunternehmen die Möglichkeit an, eine Privathaftpflicht, meist mit Jahresprämie unter 100 Euro, separat abzuschließen. 
ACHTUNG: Bis vor Kurzem wurde die Ersatzleistung in Schadensfällen seitens der Versicherung, gerne mit der verletzten Aufsichtspflicht der Eltern abgelehnt, was aber nicht gerechtfertigt ist. Die Verletzung der Aufsichtspflicht ist ein schuldhaftes Verhalten der Eltern, womit eine Verpflichtung zum Schadenersatz durch den Versicherer vorliegt. 

Gesund und Quietschvergnügt


So ist Dir Dein Kind natürlich am Liebsten. Doch manchmal wird es auch krank und dann möchtest Du die beste medizinische Versorgung. Immer mehr Eltern schließen für diesen Fall einen Ambulanztarif oder eine private Krankenversicherung für ambulante Behandlungen ab. 
Mit dieser Versicherung ist Dein Kind beim Haus- oder Facharzt Privatpatient. Anfallende Kosten durch ärztlich verordnete Behandlungen oder Medikamente werden unter der Voraussetzung, daß sich die zuständige Krankenkassa beteiligt, zu 100% ersetzt. 
Ein Ambulanztarif bietet eine Reihe wesentlicher Vorteile. So werden die Kosten für homöopathische Medikamente, die auf das Kind deutlich schonender wirken, übernommen. Weiters werden auch Therapien wie zum Beispiel Logopädie bezahlt., ebenso wie die so wichtige FSME-Impfung. 
Ein weitere und von vielen Eltern besonders geschätzte Versicherungsleistung ist die Übernahme der Anschaffungskosten für Brillen oder Kontaktlinsen, wobei die meisten Versicherungsunternehmen diese Rechnungen nur noch alle zwei bis drei Jahre bezahlen. 
Wenn Du diese Krankenversicherung für Dein Kind abschließen möchtest, dann solltest Du das so früh wie möglich machen. Bei einer Verschlechterung des Gesundheitszustandes oder bei einer chronischen Erkrankung kann das Versicherungsunternehmen einen entsprechenden Vertragsabschluss ablehnen. Also versichere Dein Kind, solange es gesund ist, denn ansonsten ist es zu spät. 

Krank, aber nicht alleine


Manchmal reicht ein einfacher Arztbesuch nicht aus, und Dein Kind muss für ein paar Tage ins Spital. Ein Krankenhausaufenthalt ist für Kinder eine enorme Belastung. Die fremde Umgebung und Menschen, wie auch eine möglicherweise bevorstehende Operation macht den meisten Kindern große Angst. Um es zu trösten, möchtest Du sicher bei Deinem Kind sein, was in österreichischen Krankenhäusern üblicherweise auch kein Problem ist. Jedoch fallen meist ab dem dritten Lebensjahr des Kindes Nächtigungs- und Verpflegungskosten für die Begleitperson an, die besonders bei längeren Spitalsaufenthalten beträchtliche Beträge ausmachen können. 
In Wien zum Beispiel kostet die Begleitung eines Kindes zwischen dem dritten und sechsten Lebensjahr täglich 13, 27 Euro und dazu kommt noch eine tägliche Verpflegungspauschale von 17,27 Euro, womit wir bei täglichen Gesamtkosten von rund 31 Euro sind. 
Damit Du Dein Kind nicht aus finanziellen Gründen im Krankenhaus alleine lassen musst, empfiehlt sich der Abschluss einer Begleitkostenversicherung, die bei allen österreichischen Anbieter um einige wenigen Euro pro Monat zu haben ist. 

Unfallschutz - Ein absolutes Muss


In meinem Artikel Private Unfallversicherung - Ein Muss für Jeden von uns habe ich über die enorme Wichtigkeit eines ordentlichen Unfallschutzes bereits berichtet. Das gilt natürlich und im Besonderen für unsere Kleinen. Kinder im vorschulpflichtigen Alter verfügen über keinen gesetzlichen Versicherungsschutz, ältere Kinder sind nur in der Schulzeit und bei schulischen Veranstaltungen versichert. Jedoch ereignen sind rund drei Viertel aller Unfälle, auch bei Kinder, in der Freizeit, beim Sport oder zu Hause. Also genau in der Zeit, in der kein gesetzlicher Versicherungsschutz besteht. 
Kinder mit einer dauerhaften Behinderung benötigen neben Heilbehelfen, Medikamenten und verschiedenen Therapien auch oft eine spezielle schulische und berufliche Ausbildung. Das alles kann enorme Kosten verursachen, die aufgrund des fehlenden gesetzlichen Versicherungsschutzes, alleine von Dir als Vater oder Mutter getragen werden müssen. 
Es geht also bei einem Unfallschutz für Dein Kind nicht um ein gebrochenes Bein, das spätestens nach sechs Wochen wieder verheilt ist, sondern um die wirklich ernsten Unfälle, die ein ganzes Leben vollständig verändern können. 
Neben einer ausreichenden Versicherungssumme für die dauerhafte Invalidität, achte auf die sogenannten Unfallkosten, in denen Transporte und Bergungen mitversichert sind, aber auch zum Beispiel Zahnarztkosten. 

Fazit


Wie bereits eingangs erwähnt, ist es Deine Entscheidung, ob und welche Versicherung Du für Dein Kind abschließt. Doch bin ich der Meinung, daß jedes der hier vorgestellten Produkte Sinn macht und im Fall des Falles einen wesentlichen Vorteil bedeutet. Vor allem , weil sich die Kosten in Grenzen halten und der Versicherungsschutz sehr umfassend ist.