Bram Stoker, Dracula und seine Ursprünge

Von Sibilla Klüsch

Auf den grünen Spuren von Irland begegnen uns nicht nur Gnome, sondern auch Vampire und Dracula. Furchteinflößend und doch bezaubernd und faszinierend. Erfunden und das so exzellent, dass es der Realität nahe kommt. Dazu die Erkenntnis, dass viele wichtige Literaten aus Irland kommen.

So wie der Dubliner Bram Stoker, Urvater und Konstrukteur der Vampirgröße Graf Dracula.

Vampirvaters Ursprünge

Abraham Stoker, genannt Bram, wurde 1847 in Clontarf, einem Dubliner Vorort, geboren. Und dort blieb er. Um zu studieren, zu arbeiten und zu heiraten. Heimatverbunden, das war es, was ihn faszinierte. Daraus wollte er mehr machen, der Welt seine Region mit seinen Augen zeigen. Denn dass sich die Heimat nicht veränderte und in Natur und Kultur lebendige Tradition bewahrte, faszinierte den Schriftsteller.

Gelebt hat Stoker in der Marino Crescent Street 15, ein Haus im georgianischen Stil. Heute als Dracula-Paradies bekannt, genauer genommen seit dem Verkauf 2012. Um die Ecke befindlich ist das Café Brams, indem der Fan Jimmy Bowler alle Fragen rund um Dracula und seinen Erfindervater beantwortet.

Neben der Schriftstellerei war Stoker in der Leichtathletik aktiv und betrieb Sport. Sogar an Philosophie war er sehr interessiert; dazu passt es, dass sich der bekannte Schreiber im Dublin Castle Inspirationen holte. Unter anderem für Draculas Domizil in Rumänien. Denn das war gerade deshalb wichtig, weil der Autor selbst kaum in Rumänien war und deshalb die inspirativen Informationen benötigte.

Aus dem Grund ist seine Geschichte über Dracula auch ein erzählendes, beweisstücksicherndes Meisterwerk geworden, was nicht letztlich auch der Tätigkeit als Beamter zu verdanken ist, der der Verfasser Stoker lange nachgegangen ist. Denn er war in der Justizverwaltung seiner Stadt beschäftigt.

Hochzeit und andere Festivals

Am 04.12.1978 heiratete Stoker seine Frau Florence Balcombe, die zuvor mit Oscar Wilde liiert war. Die Hochzeit fand in der St. Anns Church in der Dawson Street Dublins statt.

Hier ist auch noch die Büste des berühmten Dracula-Verfassers zu bewundern und sein Gemälde hängt im Irish Writers Centre am Parnell Street Square. Dazu jährlich das Stoker Halloween Festival zu Ehren des Schriftstellers. Sogar am St. Patricks Day wird er gefeiert, zu seinen Ehren erscheint der Leichenbestatter Paddy Drac.

Verstorben ist Stoker 1912 in London, nach mehreren Hirnschlägen.

Dracula = Urgestein mit Tradition

1890 trat Dracula zutage. Entsprungen aus der Feder Stokers. Als Entwicklungshelfer war hier Arminius Vámbéry zu Hilfe, ein ungarischer Professor, aus dessen Charakterentwürfen sich nebst den Ideen von Bram Stoker, Dracula entwickelte. Am 18 Mai 1897 wurde der erste Dracularoman veröffentlicht.

Bram Stokers Ideen konnten umgesetzt werden, kamen aber auch durch John Polidori und Joseph Sheridan Le Fanu zum Tragen. Die Interessen standen, die Ideen und die Kreativität wurden Stoker überlassen. Und das sehr erfolgreich. Denn Dracula ist uns heute ein Begriff. Ein Wort, das für Vampir, Böses und Furchteinflößendes in Verbindung mit einem Gruselschloss steht.

Aber woher er kommt, das wissen die Wenigsten. Daher war dieser kleine Ausschnitt für den einen oder anderen wissensprägend und interessant zugleich. Und nun können Leser punkten, in Literaturkreisen und Treffen von Fans, die noch nicht wussten, wer Dracula in die Welt setzte und ihn so berühmt machte.

Bildquellen:
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