Boxen und der Bildungsauftrag

Von Betker

Von Seiten Sauerland Events wird gerne gesagt, die ARD würde sie kontrollieren, den Hauptkampf absegnen oder ablehnen. Ich habe da meine Zweifel, sogar erhebliche, dass es wirklich einen Boxfachmann bei der ARD gibt, der dem berliner Veranstalter auf die Finger guckt. Wie soll ich es mir denn sonst erklären, dass ihr Vorzeigeboxer und Weltmeister der WBO im Cruisergewicht, Muamer Hukic alias Marco Huck (34 Kämpfe, 33 Siege, 24 durch KO, 1 Niederlage, 1 durch KO), immer noch nicht gegen Denis Lebedev (23 Kämpfe, 22 Siege, 17 durch KO, 1 Niederlage) boxt. Lebedev wurde am 18.12.2010 durch ein – und darüber dürfte es wirklich keine Zweifel geben – skandalöses Fehlurteil um seinen Sieg über Huck betrogen.
Gäbe es wirklich jemanden bei der ARD, der sich um das Boxen kümmert, so würde ich doch denken, dass er Sauerland Event dazu zwingen würde, einen Rückkampf anzusetzen. Ein öffentlich rechtlicher Fernsehsender ist schließlich dadurch, dass er sich durch die Rundfunkgebühren finanziert, bestimmten Regeln unterworfen. Es gibt da nämlich so etwas wie einen Bildungsauftrag. Was lernt der geneigte Zuschauer aus dem Kampf zwischen Huck und Lebedev? Nicht der Bessere gewinnt, sondern der Einflussreichere? Mit einem Betrug kommt man auch dann davon, wenn es Millionen Zeugen gibt? Rundfunkgebühren finanzieren Betrug? Wenn es jene besagte Person, den Boxfachmann bei der ARD, tatsächlich geben sollte, dann sollte er langsam anfangen zu arbeiten. Die Zuschauer haben ein Recht auf mehr. Sie haben ein Recht auf bessere Kämpfe, bessere Urteile und eine bessere, objektivere Berichterstattung.
© Uwe Betker