Books: Eine Handvoll Worte - Jojo Moyes

Books: Eine Handvoll Worte - Jojo MoyesLange habe ich überlegt welches Buch ich als nächstes lesen könnte, da viel mir "Eine Handvoll Worte" von  Jojo Moyes in die Hände. Bereits ihren Bestsellerroman "Ein ganzes halbes Jahr" hatte ich in den Händen gehalten aber mich dazu entschieden ihn wieder ins Regal zu stellen. Kitschige Liebesromane sind normalerweise nämlich so gar nicht meine Welt. Aber bei diesem war ich sofort Feuer und Flamme. Der kurze Ausschnitt den ich in der Leseprobe lesen konnte hatte mich bereits voll und ganz in seinen Bann gezogen. 
WORUM GEHT ES?Zwei Frauen und zwei Geschichten von Liebe und Sehnsucht. Die Journalistin Ellie die im heutigen London lebt findet bei der Räumung des Archivs einen längst vergessenen Liebesbrief aus den 60er Jahren. Er stammt aus dem heimlichen Briefverkehr zwischen der wohlhabenden Jennifer Stirling und ihrer Liebe. Nach einem schweren Unfall bei der Jenny eine schwere Kopfverletzung erlitten hat kehrt sie langsam wieder in ihre Rolle der vermögenden Gattin und perfekten Hausfrau zurück. Doch auch die Erinnerung an ihre Sehnsucht nach Liebe und Zuneigung dieses einen Mannes Kehrt mit dem Fund eines Liebesbriefes langsam zurück und sie merkt das sie gar nicht die glückliche Ehefrau war von der ihr ihre Freundinnen erzählt haben. Sie ist in einem goldenen Käfig gefangen, gekettet an einen besitzergreifenden Gatten...Ellie die eigentlich nur auf der Suche nach der schnellen Story war beschließt kurzerhand über den Briefwechsel zwischen Jenny und dem Unbekannten zu schreiben und beginnt  zu recherchieren. Doch je tiefer sie gräbt desto intensiver wird sie von den Gefühlen dieser einst romantischen Liebe ergriffen. Und so muss sich Ellie eingestehen das ihre oberflächliche Affäre zu einem verheirateten Mann vielleicht gar nicht die wahre Liebe war an der sie immer fest gehalten hat. 
WAS DENKE ICH DARÜBER?Das Buch regt zum Nachdenken an. Es wirft viele Fragen nach der Natur der Liebe, Partnerschaft und Freundschaft auf, die einem die Autorin mit viel Gefühl vor Augen führt. Wie lange kann man einen Menschen lieben? Wie verlässlich ist die Liebe? Was tun wir eigentlich wenn wir einen Menschen plötzlich  nicht mehr lieben? Wie lange lassen wir uns demütigen und schlecht behandeln, ehe wir uns eingestehen das es gar keine Liebe war? Wie können wir uns davon befreien? Gibt es wirklich Menschen die ein leben lang eine romantische Liebe leben? Und was, wenn eine langjährige Beziehung wegen einer flüchtigen Bekanntschaft aufs Spiel gesetzt wird? Ein Fehler oder der Schritt in die richtige Richtung? Ein weiterer Aspekt den die Autorin beleuchtet ist, das wir die Suche nach der großen Liebe selbst in den Händen halten und keiner von uns vorher weiß ob sie es tatsächlich sein und bleiben wird.Ich habe bereits erwähnt das ich normalerweise nicht viel für Liebesromane übrig habe. Die meisten sind mir zu kitschig, ohne Spannung und doch irgendwie immer das Selbe. Bei diesem Buch wurde ich aber von der ersten Zeile an in den Bann gezogen und ich wollte gar nicht mehr aufhören zu lesen. Ich wollte unbedingt erfahren wie es weiter geht. Zwischen den Zeilen immer wieder diese wundervollen Liebesbriefe zwischen Jenny und dem liebevollen fremden die einem deutlich das Gefühl vermittelt haben das die beiden wohl für einander gehabt haben mussten. Vor jedem neuen Kapitel findet man außerdem einige Zeilen aus echten Liebesbriefen die sich unheimlich gut in die Stimmung des Buches eingliedern. Sie haben in mir ab und an selber den Wunsch hervorgerufen Liebesbriefe zu schreiben und zu bekommen.Was mir besonders gut gefallen hat ist der Spielraum für Interpretation. Auch wenn die Zeitsprünge im ersten Moment verwirrend erscheinen  hat es Jojo Moyes geschafft für Spannung zu sorgen ohne dabei zu kompliziert oder anstrengend für den Leser zu sein. Der Methaporische Leitgedanken den die Autorin uns hinter der Geschichte vermitteln möchte ist wohl das wir wenn wir die Chance in der Gegenwart nicht ergreifen, in der Zukunft irgendwann vielleicht auf unsere Vergangenheit zurück blicken und bedauern nichts geändert zu haben. 

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