Bonjour Provence: Rezept Provenzalische Pilzpfanne

Bonjour liebe Leserinnen und Leser,

willkommen zu unserem wöchentlichen Ausflug nach Frankreich. Eigentlich hatte ich geplant, Ihnen heute das Cap Gris-Nez und Cap Blanc-Nez an der Opalküste vorzustellen. Aber wie das Leben manchmal so herrlich spielt: Am vergangenen Samstag hat mir jemdand eine Riesenfreude gemacht, die mich gedanklich immer wieder in die Provence führt. Woraus diese Freude besteht und wie ich sie erlebt habe, darüber werde ich in der kommenden Woche berichten. Ich kann allerdings schon jetzt behaupten, dass der heutige Abend zu meinen persönlichen Highlights von 2013 zählen wird!

Traumziel von Schriftstellern und Urlaubern zugleich – der Lubéron in der Provence

Urlaub in Frankreich, provenzalische Küche, Bonnieux, Vive la Provence

Bonnieux noch halb im Winterschlaf

 Widmen wir uns heute also der Provence und lassen Sie uns einen virtuellen Abstecher ins Lubéron machen. Diese bis zu 1100 Meter hohe Gebirgskette aus Kalkstein erstreckt sich von Cavaillon bis Manosque. Die Nordhänge des Mittelgebirges sind meist steil, unwirtlich herb und deshalb oft noch unberührt. Auf der Südseite kann man eine üppige Pflanzenwelt bewundern, die dort durch den Gebirgskamm geschützt vor den rauen, nördlichen Winden gedeiht. Die vielen kleinen Dörfer rechts und links des Lubéron schmiegen sich an die Hänge und laden zum Schlendern in den engen Gassen ein, in denen mitunter noch die Zeit stehen geblieben zu sein scheint.

Ein Ort, dessen Charme ich sofort verfallen bin, ist Bonnieux. Das Wahrzeichen des Ortes ist der Kirchtum, den man vom Tal aus schon weit erkennen kann. Gut erhaltene Residenzen aus dem 16., 17. und 18 Jahrhundert zeugen von dem Reichtum, mit dem Bonnieux zur Zeit der Päpste bedacht worden war. Andere Häuser waren schon fast verfallen, wurden aber von Käufern aus anderen Teilen Frankreichs und Künstlern aller Couleur liebevoll wieder hergerichtet. Wenn man die 86 Stufen, die hoch zur Vielle Église und  zu den mächtigen Zedern der Anhöhe führen, erklommen hat, wird man mit einem herrlichen Blick über das Tal, auf die Hügelketten des Vaucluse und die Städte Gordes und Roussillon belohnt. An klaren Tagen kann man sogar den mächtigen Mont Ventoux mit seinem geheimnisvollen weißen Gipfel erkennen.

Von Bonnieux ist es nicht weit bis zum Forêt des Cèdres, einem Waldzug mit mächtigen Atlas-Zedern. Die ersten Zedern wurden 1861 dort gesät, heute erstreckt sich das ganze Gebiet auf 250 Hektar.

Wer Peter Mayles Roman Hotel Pastis gelesen hat, wird sich an den Forêt des Cèdres erinnern, weil dort die erheiternde nächtliche Lösegeldübergabe stattgefunden hat. Sie kennen Hotel Pastis noch nicht? Dann sollten Sie sich die Lektüre vielleicht für die Osterfeiertage vornehmen.

Frankreich Urlaub, provenzalische Küche, Peter Mayle

Die Provence auf köstlich amüsante Art!

Warum geht es in dem Roman? – Der Londoner Werbemanager Simon Shaw ist frisch geschieden, trotz der Forderungen seiner geldgierigen Exfrau noch immer genügend wohlhabend, von seinem Job gelangweilt und von der neuen Bleibe, die er nach dem Verkauf des ehelichen Hauses, angemietet hat, wenig angetan. Sein getreuer und im Roman herrlich pointiert dargestellter Freund und Butler Ernest schlägt Simon einen kleinen Abstecher in die sonnige Provence vor.  Dort wird Simon Shaw erst einmal komplett ausgebbremst, weil er sich die Auspuffanlage seines Porsches demoliert. Während er in einem pittoresken und von charakterstarken Einwohnern besiedelten Dorf auf den Abschluss der Reparaturarbeiten wartet, tritt er auf die hübsche Nicole. Es kommt, wie es bei Peter Mayle halt kommen muss, und die beiden werden schnell ein Paar.  Simon verspürt wenig Lust, in sein altes Leben in London zurückzukehren und lässt sich von Nicole dazu überreden, ein halb verfallenes Gebäude mit der besten Aussicht im Lubéron in ein Luxushotel zu verwandeln. Dieser Verwandlungsprozess läuft natürlich, gerade in der Provence, nicht ohne kleinere und größere, den Leser auf mehr als 300 Seiten amüsierende Katastrophen ab. Dazu kommen noch ein Banküberfall, Schutzgelderpressung, Kidnapping, provenzalische Küchenspezialitäten, gut gekühlter Rosé und natürlich die ganz große Liebe mit einem überraschenden Happy End. Eben typisch Peter Mayle! Alles in allem die ideale Lektüre, wenn man sich eine kleine, sonnige Auszeit vom Alltag gönnen möchte. Und vergessen Sie nicht, den Rosé in den Kühlschrank zu stellen!

Vegetarisch und vegan genießen auf provenzalische Art

Weil es bei uns hier leider noch deutlich kälter als in der Provence ist, möchte ich Ihnen für das Wochenende eine provenzalische Pilzpfanne vorschlagen, die durch die Zugabe von mariniertem Räuchertofu ein schön würzig-rauchiges Aroma bekommt. Dazu isst man am besten frisches Baguette, aber auch Reis oder Nudeln machen sich als Beilage recht gut.

französische Küche, vegetarisch kochen, vegan kochen, Frankreich Urlaub, Vive la Provence

Provenzalische Pilzpfanne mit Räuchertofu

5 EL Sojasauce
2 EL Rotweinessig
3 durchgepresste Knoblauchzehen
400 g Räuchertofu
2 kleine Zweige Rosmarin
2 Lorbeerblätter
2 Schalotten
2 Karotten
500 g Champignons
3 EL Olivenöl
150 ml trockener Rotwein
1 TL getrockneter Thymian
1 TL getrockneter Majoran
1 TL frischer, gehackter Rosmarin (vom Rosmarinzweig der Marinade)
200 ml Buttermilch oder 200 ml Sojamilch mit 2 EL Zitronensaft
140 g Tomatenmark
3 EL fein gehacktes Basilikum
Meersalz
Frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
Aus der Sojasauce, dem Rotweinessig und den durchgepressten Knoblauchzehen eine Marinade anrühren.
Den Räuchertofu würfeln und gründlich mit der Marinade vermischen.
Den Rosmarin und die Lorbeerblätter dazugeben und das Ganze 2 – 3 Stunden im Kühlschrank ziehen lassen.
Die Schalotten fein hacken, die Karotten würfeln.
Die Champignons mit feuchtem Küchenkrepp säubern und in Scheiben schneiden.
Zwei Esslöffel Olivenöl in einem Schmortopf oder Wok erhitzen und den etwas abgetropften, marinierten Tofu darin von allen Seiten anbräunen.
Dann den Tofu aus dem Topf nehmen.
Einen weiteren Esslöffel Olivenöl dazugeben und die Schalotten darin anschwitzen.
Die Karotten dazugeben und ebenfalls 2 – 3 Minuten anschwitzen.
Die Champignons in den Topf geben und nochmals 2 –3 Minuten anschwitzen.
Mit dem Rotwein ablöschen.
Den Tofu zurück in den Topf geben und den Thymian, Majoran und Rosmarin unterrühren.
Die Pilzpfanne 10 Minuten schmoren lassen.
Danach die Buttermilch oder gesäuerte Sojamilch, das Tomatenmark und das Basilikum unterrühren.
Das Ganze weitere 10 Minuten schmoren lassen.
Dann die Pilzpfanne mit Salz und Pfeffer abschmecken und zu Brot, Reis oder auch Nudeln servieren.
 

Bon Appétit und à bientôt

Ihre Heike Kügler-Anger