Bompeln

In den letzten zwei Jahren ist die Zahl der Fußgängerunfälle um beinahe 50 Prozent gestiegen. Schuld daran ist Instagram. Und Snapchat. Und Twitter. Und Facebook. Und ganz besonders Menschen, die selbst im dichtesten und lautesten Straßenverkehr nur Augen und Ohren für ihr Smartphone haben. Die Bompeln sollen das Problem lösen.

Bompeln sind Bodenampeln, die in Fußgängerwege eingelassen werden, um Verkehrsteilnehmer, die ihren Kopf nicht mehr nach oben bekommen, weil sie unbedingt ihre Instagram-Timeline checken müssen, vor Bahnübergängen und Kreuzungen zu warnen. Mit Augsburg nutzt eine deutsche Großstadt bereits dieses Hilfsmittel, nun will auch die australische Metropole Sydney nachziehen. In einem sechsmonatigen Feldtest soll ermittelt werden, ob die Bompeln Wirkung zeigen. Kostenpunkt: 163.000 Euro.

Früher war so etwas ja nicht nötig. Die Fälle von Menschen, die vor Autos und Züge gelaufen sind, weil sie ihren Blick nicht von der Tageszeitung nehmen konnten, waren vergleichsweise gering. Durch die große Menge Papier vor der Nase hätte man Warnlichter auf dem Boden ohnehin nicht erkennen können. Noch viel früher lasen die Menschen ihre Steintafeln üblicherweise nicht im Gehen, da dies einfach sehr anstrengend war. Außerdem konnten die Menschen gar nicht lesen. Und Straßenverkehr gab es auch nicht.

Die Bompeln sind sicherlich ein guter Weg, absolut unnötige Unfälle zu vermeiden, allerdings stellt sich die Frage, ob sie nicht gleichzeitig das falsche Signal senden. Eigentlich sollten die Menschen dazu herangezogen werden, im Straßenverkehr ihren verdammten Kopf hochzunehmen. Instagram läuft schon nicht weg.


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