Bodhicitta – das Befreiungsdenken

Von Rangdroldorje

Wenn man bedenkt, was die Verpflichtung ist, was man tun wird, nachdem man Erleuchtung erlangt hat, dann entspricht dies der Entwicklung von Bodhicitta. „Von jetzt an bis Samsara ausgeleert ist, werde ich den Nutzen und das Glück ansammeln für all die fühlenden Wesen, die meine Eltern gewesen sind.“ Das bedeutet, dass man niemals aufgibt bis alle Wesen befreit sind. Und dafür sind die Vier Unermesslichen Qualitäten äußerst wichtig, weil dies ist der Fokus auf dem Pfad in der Praxis des Mahayana. Ohne diese Vier Unermesslichen Qualitäten zu entwickeln, kann man Bodhicitta nicht zu einer brauchbaren Anwendung bringen. Es ist einfach nicht möglich. Viele von euch haben die Belehrungen zu den Vier Unermesslichen Qualitäten vielleicht schon tausend Male oder mehr gehört. Da diese einfach zu verstehen sind und weil man denkt, dass sie sehr allgemein sind, glaubt man, sie schon verstanden zu haben und man lässt sie dann. Aber wie viele von euch haben sie in die Praxis gebracht? Weil ihr sie nicht praktiziert, seid ihr nicht in der Lage eure Anhaftung an Samsara aufzugeben. Und weil ihr nicht fähig seid, diese Anhaftung aufzugeben, habt ihr keine Vier Unermesslichen. Ohne diese gibt es keinen Weg, das Wohl der anderen zu bewirken, ihnen wirklich zu helfen. Auf diese Weise könnt ihr nicht die Bestimmung für euch erfüllen und auch nicht den Zweck für andere vollenden. Ignoriert daher diese simplen, einfachen Belehrungen nicht. Das würde bedeuten, ihr ignoriert den Samen, den ihr gepflanzt habt, ihr würdet ihn nicht gießen, nicht düngen. Obwohl ihr den Apfel noch immer wollt, würde auf diese Art niemals ein Apfel kommen. Ebenso wenn ihr Buddhaschaft erlangen wollt, dürft ihr diese einfachen Dinge nicht ignorieren. Mein Ratschlag hierfür ist, das Bodhisattva-Gelübde zu nehmen. Es ist das weitreichende Versprechen, die persönliche Begierde nach Erleuchtung einem größeren Ziel – nämlich allen Wesen zu helfen – unterzuordnen. Indem man sich jetzt dazu verpflichtet, legt man die Samen für die eigene zukünftige Entwicklung.