Bodanrück und Marienschlucht

Tag 8, Sonntag 12. Mai. Von Möggingen nach Konstanz

Beim Frühstück fliegen vor dem Fenster die Störche mit neuem Nistmaterial vorbei. In meinen Pilgerpass kommt ein weiterer Stempel hinzu: vom BUND-Naturschutzzentrum. Vor dem Haus wächst eine Birke aus einem alten VW-Käfer. Und das schon seit gut 25 Jahren. Da stellen sich viele Erinnerungen ein.

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Rasch noch ein Erinnerungsfoto und schon starte ich gegen 10 Uhr in die Tagesetappe. Auf dem ¨Querweg Freiburg – Bodensee¨ werde ich bis Konstanz kommen. Nach ein paar hundert Metern bietet sich ein herrlicher Blick auf das Naturschutzgebiet Mindelsee und bis hinüber nach Markelfingen.

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Ein Kuckuck ruft. Es herrscht beschauliche Sonntagsruhe. Ich fotografiere gelbe Wolfsmilchgewächse und steige langsam aufwärts zum Hirtenhof. Dort bietet ein kleines ¨Rosenstüble¨ Kuchen und Kaffee. Schade, ich hab ja erst gefrühstückt. Mein zweites Frühstück kommt in Form von reichlich ¨Natur-Nutella¨ auf dem folgenden Wegstück auf mich zu: Es ist eine lange, matschige Strecke vor Langenrain. Ich weiß manchmal nicht, wo ich am besten hintreten soll. Überall schmatzt und schmiert es.

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In Langenrain gehe ich am Schloss vorbei und finde ich endlich mal wieder eine Sitzbank. Dort sitzt schon ein Luxemburger Ehepaar, die sich mit dem Fahrrad den Berg heraufgequält haben.Wir kommen ein wenig ins Gespräch. Bald darauf setzt leichter Regen ein, ich breche auf. Von der Blissenhalde (526 m) sind es noch ein Kilometer zur Burgruine Karegg und anderthalb zur Marienschlucht. Der Regenponcho flattert im kalten Wind.

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Von der Hochfläche aus kann ich zwischen den dicken Buchen hinüberschauen nach Überlingen. Bodensee-Naturidylle. Nun wird es spannend: Der schmale Weg verlässt die Ebene und steigt hinunter, er tangiert die berühmte Marienschlucht nur kurz. Alles ist mit voller cremig-humoser Matsche und beim Regen erfordert das Abwärtsgehen entlang des Abgrundes höchste Aufmerksamkeit. Wenn ich hier auch nur einmal ausrutsche, werde ich wegen des schweren Rucksacks sofort das Gleichgewicht verlieren. Mir fallen viele Worte ein, die diese Wegoberfläche beschreiben: Pudding, Schuhcreme, Fett, Schmiere, Soße, Sche**** und mehr…

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Orangefarbene Nacktschnecken ziehen auf dem dunklen Boden. Meine Blicke gehen steil zum Seeufer hinunter. Eine Packung Gummibären muss während dem Gehen dran glauben. Der Weg zieht sich etliche Kilometer lang abwärts. Drei Touristen kommen mir ihre Räder schiebend entgegen – das geht garantiert schief, Leute. Endlich komme ich zum Waldparkplatz Eulenbach (456 m) oberhalb von Wallhausen. 9,5 km zeigt ein Wegweiser zurück zum Mindelsee. Allein diese kurze Strecke ist mir wie ein langer Tag vorgekommen.

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Nun lässt der Regen nach, ein Regenbogen zeigt sich überm See. Eine Weile gehe ich auf dem Querweg weiter, möchte dann aber lieber entlang des Ufers gehen und wandere ein Stück auf dem Bodensee-Radweg. Zwischen Litzelstetten und Dingelsdorf taucht endlich mal wieder eine Sitzbank für den müden Wanderer auf. Verspätete Mittagsrast neben einer Gruppe von schnucklig-zottigen schottischen Hochlandrindern auf der anderen Straßenseite. Ich hatte mich wohl stark verausgabt, denn ich esse und esse mit gutem Hunger.

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Hinter Litzelstetten wechsle ich wieder auf die Querweg-Route und komme hinter der Konstanzer Universität wieder aus dem langgezogenen Waldstück. Auf der endlos wirkenden Friedrichstraße zieht sich der Weg langsam abwärts immer näher dem Konstanzer Zentrum entgegen. Dann endlich bin ich durch die Vororte und stehe auf der Rheinbrücke und genieße den weiten Blick auf den See und die schneebedeckten Schweizer Alpenberge. Am Konzilsgebäude vorbei komme ich zu meinem kleinen Hotel. Hier werde ich ein paar Pausentage einlegen. Entkräftet falle ich aufs Bett.

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Heute kam ich auf grob 8:40 Stunden Wanderzeit und 27,8 Kilometer Strecke. 179 Wanderkilometer liegen jedenfalls schon hinter mir.

 


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