Blogparade: Männer und Väter

Die Teilzeitmutter hat zur Blogparade aufgerufen. Sie hat die Blogparade „Problemfall Mann oder Die völlig fremdbestimmte Frau und Mutter" genannt, was mir allerdings nur schwer über die Lippen und auf die Tasten kommt. Deshalb nenne ich meinen Artikel etwas allgemeiner „Männer und Väter".

Schon der erste Satz „Sind Eure Männer auch so doof" ging mir schon richtig gegen den Strich und ich fühlte mich angehalten, weiter zu lesen - ganz gespannt, was noch so kommt. Warum haben wir dann nochmal geheiratet, wenn sie doch so doof sind? Also ich jedenfalls habe meinen Mann geheiratet, weil ich ihn liebte und heute genauso liebe und mich total gefreut habe, als er mich (wenn auch etwas unromantisch) fragte, ob wir heiraten. Klar verändert das Elternsein die Beziehung total und fast nichts ist mehr so wie es vorher war. Dafür haben wir aber nun etwas Neues, Anderes, Wunderschönes, um das wir uns gemeinsam kümmern können, so herausfordernd, stressig, belastend und kräftezehrend es auch immer ist. Meinen Mann deshalb als doof zu bezeichnen würde mir im Traum nicht in den Sinn kommen.

„Die Ehe ist der Versuch, die Probleme zu zweit zu lösen, die man alleine nicht hat." (Woody Allen)

Auch vor den Kindern gab es schon belastende Situationen, die wir mal jeder für sich mal gemeinsam, mal ähnlich, mal völlig unterschiedlich gehandhabt haben. Und das macht doch unsere Beziehung aus - wir können voneinander lernen, aneinander wachsen und miteinander vieles schaffen, was wir alleine manchmal einfacher, manchmal schwieriger und manchmal gar nicht geschafft hätten.

Und nun sind sie da, unsere kleinen geliebten Wesen, die uns zu Eltern machen. Die Aufgaben, die wir haben, haben sich deutlich vermehrt - potenziert würden die Mathematiker sagen. Die Momente, die uns lächeln, schmunzeln, dahin schmelzen lassen haben sich auch potenziert - und das überwiegt meiner Meinung nach deutlich. Trotzdem sind sie da - die vielen Aufgaben, Sorgen und Erledigungen. Die Zeit, in denen wir diese gestiegenen Aufgaben abarbeiten können, ist weniger geworden, weil diese zeitraubenden kleinen süßen Monster eben nicht planbar, immer da und fordernd sind. Das ist die Herausforderung am Elternsein. Deshalb haben wir für uns entschieden, dass ich zuerst Elternzeit nehme und anschließend in Teilzeit arbeite, um auch noch ausreichend Zeit für die Kinder zu haben.

Den Haushalt haben wir uns auch vorher schon mehr oder weniger aufgeteilt und haben vieles ausprobiert: aufgeteilt nach Räumen (er das Wohnzimmer, ich die Bäder), aufgeteilt nach Aufgaben (er Staubsaugen, ich wischen), alles durch eine Haushaltshilfe erledigen lassen, usw. Alles hat seine Vor- und Nachteile - nichts ist perfekt und nichts ist so fest vereinbar, dass es für immer die richtige Lösung ist. Inzwischen sind wir dazu übergegangen, dass derjenige das macht, was er sieht bzw. dass wir uns jederzeit neu abstimmen, wer was wann macht. Ich frage ihn: „Hast Du mal kurz Zeit, durchzusaugen?" oder „Kannst Du bitte den Müll mit runter nehmen?" Da ich zurzeit wegen Elternzeit nicht zur Arbeit fahre (also meine Arbeitsstelle ist quasi hier zu Hause bzw. mit den Kindern), habe ich mehr Möglichkeiten, zwischendurch mal eben schnell was zu erledigen - oder eben auch nicht, wenn die Kinder mich sehr beanspruchen, dann komme ich zu nix. Ich versuche auch alle meine Termine mit den Kindern zu vereinbaren: zu Arztterminen, Friseurterminen, usw. kommen sie eben mit.

Und wenn es etwas gibt, wo sie definitiv nicht mitkommen können, dann MUSS ich es halt auf eine Uhrzeit legen, zu der mein Mann zu Hause ist bzw. MUSS ES ERSTMAL MIT IHM ABSTIMMEN, denn auch er könnte ja einen Termin haben, auf den ich Rücksicht nehme. Das hat meiner Meinung nach etwas mit Respekt zu tun. Ich bin nicht der Typ Frau, der sagt: „Du warst ja schon den ganzen Tag weg, jetzt bist Du da. Hier hast Du die Kinder, ich hab jetzt Pause." Schließlich hat er doch den ganzen Tag gearbeitet und auch er steht unter dem Druck, alle Anforderungen zu erfüllen: guter Angestellter, guter Vater, guter Ehemann. All das ist doch auch für ihn nicht leicht zu vereinbaren und alles unter einen Hut zu bekommen. Dass „er eine ruhige Kugel schiebt", wie die Teilzeitmutter über ihren Mann sagt, würde ich nie behaupten. Natürlich kenne ich die Familie der Teilzeitmutter nicht und weiß nicht, ob der Mann tatsächlich vieles auf die Mama überträgt und sich selbst ausruht. Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass selbstständig sein wirklich nicht einfach ist (aus existenzieller, finanzieller und zeitlicher Sicht). Und dieses „in Ruhe duschen" oder „Essen mit Freunden" geht von seiner Arbeitszeit ab, denn in dieser Zeit verdient er kein Geld. Entweder muss er das dann vorher schon verdient haben oder nachher verdienen, denn nur von Duschen und Essen wird das Geld sicherlich nicht reinkommen. Wenn die Teilzeitmutter dann auf der anderen Seite schreibt, dass sie selbst ihren Job, den sie vorher in 39 Stunden erledigte, nun in 28 Stunden schaffen muss - ohne Pause - dann läuft beim Arbeitgeber irgendwas schief. Denn wenn ich meine Stunden reduziere, dann muss auch das Arbeitspensum entsprechend angepasst werden. Oder bekomme ich, wenn ich den gleichen Job in weniger Zeit erledige, trotzdem das gleiche Gehalt wie vorher? Und Pausen stehen mir schon allein aus gesetzlichen Gründen zu nach spätestens 6 Stunden Arbeitszeit. Wenn ich diese Pause freiwillig nicht mache, dann ist es mein Problem und ich darf mich nicht darüber beschweren. Wenn ich gezwungen werde, auf die Pause zu verzichten, ist das rechtswidrig und es muss ein dringendes Gespräch mit dem Arbeitgeber geführt werden.

Die Natur hat uns Mamas dieses Talent gegeben, vieles im Kopf zu haben und Multitasking die Familienorganisation zu übernehmen, weil es von Natur aus so angelegt ist, dass die Mama sich um alles kümmert und der Papa arbeiten geht. Das war zumindest viele Jahre das klassische Familienmodell. Und heute gehen die Frauen auch arbeiten, weil sie es müssen, weil sie es wollen oder warum auch immer. Egal warum sie arbeiten gehen, es ist so. Und es hat ein Umdenken gefordert. Dieses Umdenken muss bis in alle Köpfe hinein transportiert werden. Da können dann auch nur wir Frauen die Propaganda für machen und es in die Männerköpfe, die es schwer verstehen wollen, rein transportieren, indem wir reden und mit unseren Männern Absprachen treffen. Wer erwartet denn, dass wir alles rund um die Kinder ganz allein organisieren und erledigen? Wenn der Mann doch selbstständig ist, warum kann dann nicht die Absprache heißen, dass er morgens das Kind in die Kita bringt oder nachmittags abholt - z. B. nach dem Mittagessen mit Freunden - vorausgesetzt, dass er keine Termine aufgrund der Selbstständigkeit hat? Es könnte doch von Woche zu Woche neu besprochen werden, wie die Terminsituation aussieht, um dann abzusprechen, wann er und wann sie das Kind zur Kita bringt oder abholt. Wöchentlich lassen sich doch meist auch als Selbstständiger Termine machen. „Er kommt und geht, wann er will" schreibt die Teilzeitmutter weiter. Ist es wirklich so und sagt er, dass es sie nichts angeht? Oder ist es nie Gesprächsthema, was diese Woche so ansteht und wie die Planung aussieht?

Ich bin der Meinung, dass es miteinander besser geht als gegeneinander. Klar kann ich mich darüber aufregen, dass mein Mann joggen geht oder dass die Kinder abends zum Einschlafen mich verlangen. Ich kann auch sagen: Ich gönne ihm diese Zeit und bitte ihn auf der anderen Seite, dass er dies und das erledigt, während ich die Kinder ins Bett bringe. Eine unausgesprochene Erwartungshaltung macht beide auf Dauer unzufrieden und führt dazu, dass man nebeneinander lebt und nicht miteinander. Die Frau wird immer unzufriedener, weil sie denkt, sie muss alles allein erledigen und „er schiebt eine ruhige Kugel" und er denkt „ich reiße mir den A.... auf für die Familie und es wird nicht anerkannt, sondern immer nur kritisiert". Wenn man nie darüber redet, welche Erwartungen und Wünsche ich habe und anders herum auch, welchen Anspruch der andere hat, wird man es nie erfahren. Dann nützen die ganzen Lästereien nichts - das treibt nur noch einen größeren Keil zwischen Mann und Frau.

Am Anfang der Ehe/ Beziehung stand die Liebe - und solange sie als ein kleines Fünkchen weiterglimmt, ist nichts verloren.

Solange man zusammenhält, immer wieder miteinander redet und versucht, gemeinsam diese Herausforderungen - und auch die schönen Momente - miteinander zu teilen, wird es irgendwie klappen. Und es wird wieder einfacher werden mit den Kindern. Irgendwann, wenn sie aus dem Gröbsten raus sind. Was bringt es, sich bis dahin gegenseitig das Leben schwer zu machen, unausgesprochene Erwartungen an den anderen zu haben, die (weil er sie nicht kennt), nicht erfüllt werden und man dann über ihn lästert, weil die unausgesprochenen Erwartungen nicht von der Stirn abgelesen werden? Ich finde auch, dass man die Dinge, die der eine oder andere erledigt, nicht gegeneinander aufrechnen darf. Gemeinsames Ziel sollte doch sein, dass die Kinder zufrieden sind, die Jobs erledigt werden, die Wohnung einigermaßen aussieht, usw. Ob diese Woche mal der eine und nächste Woche mal der andere mehr macht, ist doch egal. Es muss sich nicht immer ausgleichen, denn auch die Kräfte sind unterschiedlich. Wenn der eine mal ne Auszeit braucht, weil keine Kraft mehr da ist, sollte diese genauso gerechtfertigt sein wie das Joggen, Yoga oder einfach mal was Lesen für den anderen. Das in Minuten, Stunden oder Anzahl der Tätigkeiten darzustellen, finde ich nicht förderlich.

Und wenn ich resigniert habe, weil ich denke, das Reden bringt eh nix, und deshalb lieber alles selber mache, wie viel Sinn hat das Ganze dann noch? Hat man dann nicht schon alles aufgegeben? Erinnert man sich dann überhaupt noch an den Grund, warum man sich füreinander entschieden hat - die Liebe?

Ich finde den Titel dieser Blogparade „Problemfall Mann" jedenfalls unglücklich gewählt. Denn genauso könnte es heißen „Problemfall Frau" und die Männer können anfangen, abzulästern, was wir Frauen alles aus ihrer Perspektive falsch machen. Mein Mann würde sicherlich sagen, dass ich vieles an mich reiße, weil ich meine, dass er es in meinen Augen eh nicht richtig macht. Das ist nämlich oft mein Problem, dass ich ihn kritisiere, wenn er was gemacht hat, weil es vielleicht nicht so ordentlich ist, wie ich es machen würde, aber für ihn ist es so gut wie er es konnte und wie es für ihn ausreichend ist. Das muss ich als Frau dann akzeptieren oder ich muss es hinnehmen, dass ich es selbst mache, wenn es mir nicht reicht. Dann darf ich mich nachher aber auch nicht beschweren. Und kurz gesagt: wenn mein Mann diesen Aufruf zur Blogparade gelesen hätte, würde der Haussegen wahrscheinlich richtig schief hängen. Warum muss ich Probleme zuerst auf dem Blog darstellen und zu Lästereien aufrufen statt sie erstmal zu Hause anzusprechen und zu klären?

Wie ist das bei Euch? Wollt Ihr auch ne Runde über die Männer ablästern und die Blogparade kommt für Euch wie gerufen? Oder habt Ihr als Eltern eine gute Lösung gefunden, um auch mit Kindern die Aufgaben aufzuteilen? Hier könnt Ihr noch bis zum 30. November teilnehmen.

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