Bioshock Infinite

Erstellt am 4. Juni 2013 von Gamerarena @gamerarena_de

“Über den Wolken muss die Freiheit wohl grenzenlos sein”
Ist eine Zeile aus dem wunderschönen Lied von Reinhard Mey. Ob dies auch für den Ausflug in die Wolkenstadt Columbia gilt, dass sollte für ein Bioshock Spiel doch nicht fraglich sein oder?

Booker DeWitt saß in einem Ruderboot. Das Meer war unruhig, der Himmel bedeckt. Die beiden Rudernden führten ein seltsames Zwiegespräch. Im Laufe dieses Gesprächs gab die Frau eine Holzkiste an DeWitt weiter. Sie ließ sich in ihrem Gespräch aber nicht beirren. DeWitt nahm die Holzkiste entgegen. Ein Bild von einem jungen Mädchen, ein Zettel mit Zahlen und Symbolen. DeWitt sah wieder auf. Das Boot war an einem Steg angekommen. Er stand auf und stieg die Leiter hinauf um auf den Steg zu gelangen. Hinter dem Steg stand ein Leuchtturm. Ein Leuchtturm, der Booker in eine andere Welt bringen sollte.

So beginnt Bioshock Infinite und steht damit weiterhin klar in der Serientradition. Ihr fahrt mit einem Fahrstuhl aber in diesem Fall nicht nach unten sondern nach oben. Dort erwartet euch ein riesiger Saal in dem tausende Kerzen stehen. Bereits hier kann man die unglaublich gute Ausleuchtung erkennen. Heiligenbilder in einem kirchenartigen Gewölbe, riesige Plakate an Häuserwänden und überall wehen Fahnen. Bioshock Infinite verscuht euch in der ersten halben Stunde in eine völlig neue Welt zu ziehen. Überall gibt es etwas zu entdecken (auch wenn die Passanten alle gleich aussehen). Da werden Washington, Franklin und Jefferson als Heilige verehrt und da fliegen Schiffe durch die Luft auf denen eine Band steht, die ein Ständchen bringt.

All dies zeichnet eine unglaubliche Idylle, die da in der Luft schwebt. Also ist in dieser Welt alles wunderbar? Als wir mit Booker auf einen Festplatz kommen wird uns ein Feindbild gezeigt. Die Vox Populi (Stimme des Volkes) wird auf einem Schiessstand etabliert. Nebenbei werden uns die Funktionen des Spiels in diesem verkleideten Tutorial nähergebracht.

Utopie oder etwa doch nicht?

Nach diesem schönen Einstieg beginnt das Spiel aber erst. Booker kommt in einen Park, wo eine Lotterie stattfindet. Bevor er teilnehmen darf, kommt jedoch noch eine Szene, die uns Handlungsfreiheit verspricht. So beginnt es mit einem Münzwurf, bei dem wir auf Zahl oder Kopf tippen. Danach erhält er ein Telegramm, das ihm sagt, dass er ein bestimmtes Los bei der kommenden Lotterie nicht ziehen soll. Als Booker dann zur Lotterie kommt zieht er natürlich das angesprochene Los. Booker wird an eine Bühne geführt, auf der ein weißer Mann und eine dunkelhäutige Frau vorgeführt werden. Ein Mann fordert euch auf einen Ball auf das Paar zu werfen. Nun kann Booker sich entscheiden wen er bewirft, das Paar oder den Mann, der ihn angesprochen hat. Egal wofür ihr euch entscheidet, Booker wird vor dem Wurf enttarnt und von einer Meute Gegner verfolgt. Herzlich willkommen in Columbia!

Waffen und Plasmide – äh Vigors

Verfolgt von der Meute schlägt sich Booker nun durch Columbia um seinen Auftrag zu erfüllen. Dabei entdeckt ihr immer wieder Plakate, die euch die Ideologie von Columbia zeigt. Rassismus, Patriotismus & Religion sind die bestimmenden Motive der Stadt. Etliche Schaukästen, in denen ihr Filme ansehen könnt, erzählen euch die Geschichte der fliegenden Stadt. Ausserdem sind immer wieder Transparente mit einem Bild von Booker zu sehen, auf denen steht, dass die Bürger sich vor dem falschen Hirten in Acht nehmen sollen. Prophezeit wurde die Ankunft Bookers offenbar durch Comstock selbst.

Der Prophet Comstock ist allgegenwärtig.

Jedenfalls schlägt sich Booker durch Columbia und erhält nach kurzer Zeit die ersten zwei Plasmide – mist schon wieder – ich meine natürlich Vigors. Diese sind `Beherrschung´ und der `Teufelskuss´. Während wir mit dem Teufelskuss den Gegner mit explosiven Flammenbällen bewerfen, gibt uns Beherrschung die Möglichkeit Feinde zu Verbündeten zu machen. Diese Fähigkeit sollte man auf Geschütztürme nutzen, damit ihr vor ihrem Feuer sicher seid. Wenn ihr normale Gegner übernehmt und der Zauber abläuft, dann begeht der NPC einen recht blutigen Selbstmord. Weitere folgen selbstverständlich und ihr könnt eure Vigors auch verbessern um weitere Effekte auszulösen.
Aber kommen wir zu den Waffen. Diese sind zwar nett gestaltet, aber sie sind dennoch typischer Shooter-Einheitsbrei, den jeder kennt. Da gibt es die Shotgun, das Sturmgewehr, das Scharfschützengewehr, den Karabiner, den Raketenwerfer und Pistole. Zwar können wir auch diese verbessern, aber gerade hier hätte man sich ausleben können. Für uns eine verpasste Chance.

Elizabeth genannt “Das Lamm”

Als Booker es dann endlich zum Turm schafft und das Mädchen, namens Elizabeth, befreit beginnt das Spiel erst richtig. Spätestens ab jetzt sind euch wirklich alle auf den Fersen, denn für Elizabeth interessieren sich offenbar nicht nur eure mysteriösen Auftraggeber sondern auch andere Mächte. Wieso? Elizabeth kann nämlich nicht nur Schlösser öffnen sondern auch Portale in andere Dimensionen und hier beginnt dann auch der Mindfuck, aber ich will nicht zu viei verraten. Elizabeth jedenfalls ist der vielleicht beste Begleiter der jüngeren Spielehistorie. Ihr müsst sie nicht beschützen, sie gibt kluge Kommentare und wirft euch im richtigen Moment Geld, Medipacks, Salze (um euer “Mana” aufzufüllen) und Munition zu. Dadurch wächst euch Elizabeth, trotz ihres disneyesken Aussehens, ans Herz und ihr wollt sie beschützen. Dieser tolle Charakter macht das Spiel zu einem der besten Spiele der letzten Jahre.


Die Story fesselt euch durch all die verschiedenen Charaktere und Wendungen derartig, dass ihr es durchspielen müsst, was aber auch nicht wirklich schwierig ist. Denn das Spiel ist viel zu einfach, die KI zu dumm und der Held zu stark. Aber dies stört nur selten, denn die Story bleibt bis zum Ende verworren und ihr müsst eure eigenen Gedanken spielen lassen. Das Spiel wartet auf eure eigene Interpretation und reiht sich damit in die Reihe verschiedener Spiele ein zu denen auch beispielsweise die Silent Hill – Reihe gehört. Das Spiel selbst wird gerade durch die verworrene Story und ihr interpretationsoffenes Ende zu einem Muss für jeden Spieler. Auch die Grafik überzeugt mit sehr schöner Optik und vielen Details (vor allem auf dem PC).

Spielspaß: 89
Sound: 89 (gut synchronisiert, aber leider nicht perfekt)
Grafik: 94
Spielwelt: 95
Kreativität: 84
=> glatte 90 Punkte

Alle Bilder sind recht weit am Anfang aufgenommen, damit ihr unter keinen Umständen gespoilert werdet.