Bingo! Archäologen werden fündig

Die Tonkugeln, die die Fachleute an der L 3005 ausgegraben haben, gehörten zu einem keltischen Webstuhl

Offensichtlich zahlt es sich aus, das künftige Notfallzentrum-Gelände abzusuchen. Erneut stießen die Experten auf Reste früherer Kulturen.

Von Manfred Becht

Eschborn. Die Kelten, das waren schon findige Leute. Schon vor mehr als 2000 Jahren mussten Fäden Bingo! Archäologen werden fündigbeim Weben straff gespannt werden, wenn Stoffe daraus werden sollten. Bei heutigen Handwebstühlen wird dies dadurch erreicht, dass der gewebte Stoff aufgerollt wird und dies die sogenannten Kettfäden spannt. Die Kelten hielten diese Fäden dagegen mit Gewichten aus Ton straff.

Bisher einmalig im MTK

Aus Holz bestanden diese Webstühle damals auch schon, und deshalb ist von ihnen oft nichts weiter übrig geblieben als diese Gewichte. Leicht abgeflachte Kugeln sind es mit einem Loch in der Mitte, damit man sie an die Fäden binden kann. 30 bis 40 Stück sind es – die genaue Zahl steht nach Angaben des Hattersheimer Archäologen Dr. Klaus Schmitt noch nicht fest. Er, sein Kollege Dominik Meyer und ihre Mitstreiter sind gerade damit beschäftigt, die Kugeln etwa 1,20 Meter unter Gelände-Niveau auszugraben. Die Stadt hat ihr Unternehmen “ms-terraconsult” mit den archäologischen Untersuchungen an der Landesstraße 3005 beauftragt.

Dort soll im nächsten Jahr mit dem Bau eines Notfallzentrums für die Feuerwehr und den Arbeiter-Samariter-Bund begonnen werden. Schon bei ersten Sondierungen ergab sich, dass man mit archäologischen Funden würde rechnen müssen. Und tatsächlich – schon im Oktober wurden Tonscherben aus der Eisenzeit gefunden, etwa 2000 bis 2500 Jahre alt.

Schon damals stand für Schmitt fest, dass man auf Reste eines keltischen Dorfes gestoßen war. Die Webgewichte haben ihn daher jetzt auch nicht mehr übermäßig überrascht. Solche Stücke sind im Main-Taunus-Kreis (MTK) bislang noch nicht aufgetaucht – in Hattersheim wurde zwar ein keltischer Friedhof, jedoch nicht das zugehörige Dorf gefunden. Aber so wie zu einem Dorf ein Gräberfeld gehört, so sicher auch ein Webstuhl.

Schmitt hat noch keinen Beweis dafür, dass ein solcher Webstuhl auch an der Fundstelle stand. Die Frage ist schon, ob sich solche noch finden, denn das Holz hat sich so lange nicht erhalten. Schmitt rechnet aber schon damit, dass noch mehr Reste aus der Keltenzeit auf der Baustelle auftauchen – ein paar Wochen wird dort noch gegraben.

Ralf Wagner, der persönliche Referent von Bürgermeister Wilhelm Speckhardt, geht bislang aber nicht davon aus, dass sich durch die Funde Verzögerungen für das geplante Notfallzentrum ergeben.

Gewichtswebstühle wurden übrigens auch im Mittelalter noch genutzt. Und die Technik war weit verbreitet – zur Zeit der Kelten waren sie auch im antiken Griechenland in Gebrauch. Wegen ihrer Breite geht man davon aus, dass sie von zwei Personen gleichzeitig bedient werden mussten.

via Bingo! Archäologen werden fündig | – Höchster Kreisblatt – Main-Taunus.


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