Bimboismus...

Nun bin ich fast 5 Monate in Ost-Afrika und habe keine grosse Lust mehr herumzureisen. Alltag wäre erwünscht, ist aber durch den "Massai-Zwischenfall" verhindert worden. Nun hocke ich also im Backpackerhostel und machte mir Gedanken wie es weitergeht. An der kenianischen Küste, also auch in Nyali hat zwischenzeitlich die Hochsaison angefangen, es regnet fast nicht mehr, täglich wird es heisser (Anfang August 33C.) und mehr und mehr weisse Urlauber laufen herum. Die Einläutung der Hochsaison scheint aber auch immer mehr Schlawiner, Diebe, Räuber und Johnny´s anzuziehen, fast keinen Schritt kann man tun ohne das irgend jemand einem mit irgend etwas "helfen will". Nervt ganz schön auf Dauer, aber es ist wichtig freundlich zu bleiben und das Gesabber welches auf einen einprasselt einfach zu ignorieren. Die Präsenz meines vierbeinigen Freundes, der allerdings nur drei Beine benutzt hilft schon, die Gesellen auf Distanz zu halten, aber es ist schon erstaunlich wie sich die Atmosphäre binnen einer Woche in Nyali verschlechtert hat. Meine Laune ist auch nicht gerade die beste, ich habe über 3 Ecken erfahren, dass (O-Ton: "One policeman is looking for you", das wohl deswegen, "because you stole a dog". Als ich eines Mittags am Pool entspanne kommt eine Finnin, die mit öffentlichen Verkehrsmitteln von Capetown nach Helsinki unterwegs ist (kennt aber Samsa nicht), geschockt ins Hostel und erzählt, dass sie soeben, auf dem Weg zum Strand (14 Uhr) von einem schwarzen Typen, der ihr eine Machete an den Hals hielt, überfallen wurde. Da sie ihm nichts geben konnte, sie hatte kein Geld dabei, weil sie nur einen Strandspaziergang machen wollte, riss er ihr die Kette vom Hals und befahl dann ziemlich agressiv: "And now you bend over!" Er tat ihr aber nichts und verschwand. Seitdem sitzt das arme Mädel im Hostel und heult sich die Augen aus. Wird noch eine Weile dauern bis sie diesen Schock überwunden haben wird. Keine 30 Minuten später, macht sich Marco, der kleine sympathische Italiener aus Tirol auf zum Strand um ein paar Fotos zu schiessen. Er zeigt mir noch stolz seine über 1000 euro teuere Nikon DSLR und ich sage noch, dass er gut darauf aufpassen soll und als Marco 10 Minuten später wieder (ohne Kamera) auf der Matte steht und geschockt berichtet, dass er auf dem Weg zum Strand von einem Typen mit Machete ausgeraubt wurde, denke ich zuerst das er scherzt. Das wird wohl nicht derselbe Dieb gewesen sein? Marco und die Finnin tauschen sich aus, und tatsächlich scheint dieser Typ die Dreistigkeit besessen zu haben, an der selben Stelle an der er die Finnin überfallen hatte auzuharren bis der nächste Weisse des Weges kommt. Diesmal hat sich die Sache sich jedenfalls für den Täter finanziell gelohnt. Ich trommele die Hostelbelegschaft zusammen, auch der Koch und der Gärtner kommen mit, nur der dreibeinige Kampfhund bleibt lieber im kühlen Schatten der Veranda und so machen sich ca. ein Dutzend Leutchen mit Stöcken und Steinen bewaffnet auf, den Dieb zu jagen. Natürlich hat er sich inzwischen aus dem Staub gemacht, vielleicht auch besser so, ich weiss nicht wie wir reagiert hätten, wenn wir ihn erwischt hätten. Wäre wahrscheinlich hässlich geworden. Seitdem ist es bei mir vorbei mit der Unbekümmertheit und der Unbeschwertheit in Kenia zu sein. Marco, der in Nyali bei der Polizei war, berichtet mir später, dass die Polizisten ihm sagten, dass diese Ecke in Nyali (am Sunrise Strand) ziemlich gefährlich sei und, dass da viel passiere. Nun, ab jetzt ist es vorbei mit in dem in der Dunkelheit alleine herumgelaufe, es gibt bekanntlich keine Strassenbeleuchtung und ab 18 Uhr ist es stockdunkel. Ich bekomme Lust darauf in einem Land zu sein wo der Strom nicht zigmal pro Tag ausfällt, wo es Nachts Strassenbeleuchtung gibt und man herumlaufen kann ohne Angst vor Macheten haben zu müssen und wo Polizisten sind die einem helfen wenn man sie braucht. Auf gutes Essen, auf Essen bei McDonalds und schöne Apartments die man günstig mieten kann und schnelle Internetverbindung haben, auf Fernseher mit mehr als 8 Kanälen, auf Oil Massage, mit oder ohne Happy Ending, auf zierliche schweigsame Frauen mit langen Haaren und samtweicher Haut die wissen was alternde Männer mögen, ich bekomme Lust auf Zivilisation und ich fange an nach Flügen zu suchen, ja, meine Zeit in Africa geht unweigerlich ihrem Ende entgegen...

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