bim Tschingg: eine Einsiedelei und Kastanienfall

Nach dem Besuch des heiligen San Carlo Borromeo wollen wir die Burg Rocca, gegenüber in Arona am Lago Maggiore, besteigen. Als wir da ankommen ist grad Markt. Also schlendern wir an den Ständen entlang und naschen von den Leckereien. Pralle Würste, schimmliger Käse und allerlei Backwaren werden feilgeboten. Und alles schmeckt wunderbar. Die Sonne brennt und ich habe Durst, also setzen wir uns in den Schatten und trinken Bläterliwasser aus tintenblauen Flaschen.
Die Burg Rocca (N45.7743, E8.5718) sparen wir uns fürs nächste Mal auf. Ich war schon ein paarmal auf dem hohen Turm und kann sagen; es lohnt sich. Der Ausblick ist grossartig und das Gemäuer auch; obwohl es wegen dem Besuch von Napoleons Soldaten neu aufgebaut werden musste.
bim Tschingg: eine Einsiedelei und KastanienfallDie Strasse schlängelt sich zuerst am Seeufer entlang nordwärts, dann führt sie durch die Hügellandschaft vorbei an verlassenen Fabriken und durch wenig schöne Dörfer. In Reno fahren wir an die Klippe und schauen über den See hinüber nach Stresa. Tief unter uns klebt die Einsiedelei „Santa Caterina del Sasso“ (N45.87673, E8.59692) am fast senkrechten Felsen. Ein Weg, oder besser gesagt eine Treppe, führt hinunter.
bim Tschingg: eine Einsiedelei und KastanienfallDie klosterartige Anlage steht auf einem schmalen Felsvorsprung und duckt sich an die senkrechte Felswand. Eine schmale Arkade verbindet die Gebäude untereinander, dazwischen sind kleine Höfe mit Katzenkopf-Pflaster und knorrigen Bäumen. Und einer grossartigen Aussicht über den See, der heute, Föhn sei Dank, tiefblau zwischen den Bergen liegt.
Zuhinterst steht die alte Kirche mit der Grablege des ersten Einsiedlers und zahlreichen Ex-Voto-Täfelchen. Die Besucher, mehrheitlich alte Leute, stauen sich vor den Sehenswürdigkeiten; aber wir sind grösser und können oben drüber schauen. Die Kirche selbst ist ein Sammelsurium aller möglichen Baustile und ein Durcheinander von Gemäuer älterer Bauten.
bim Tschingg: eine Einsiedelei und KastanienfallDie Treppe hinauf erspare ich mir und nehme stattdessen den neuen Lift. Seit etwa fünf Jahren baggert der die müden Besucher hinauf zum Ausgang. Frau G. hingegen bezwingt die Treppe – und ist vor mir oben.
Wir bleiben gleich wo wir sind und übernachten auf dem Parkplatz. Gegen Abend fahren die Ausflügler heim und es wird ganz ruhig. Die Bäume werfen lange Schatten und ab und zu Kastanien nach uns.
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