Bildungkrise erreicht Regierungsspitze

Bildungkrise  erreicht RegierungsspitzeEine Anzeigenserie der Bundesregierung mit einem 'offenen Brief' von Kanzlerin Angela Merkel an die Bürger ist auf heftige Kritik der Opposition gestoßen. Die Anzeige die bis zum
angekündigten Terroranschlag am 22. November in allen Tageszeitungen geschaltet wird, kostet 2,8 Millionen Euro, enthält dafür aber Rechtschreibfehler und Stilblüten. Mit der Anzeige hatte die ehemalige Klima-Kanzlerin eigentlich den 'lieben Mitbürgerinnen und Mitbürgern' für ihr Durchhaltevermögen und den unverbrüchlichen Glauben an ihre Führungskraft danken wollen. Herausgekommen aber ist ein Dokument, das belegt: Die Bildungkrise hat die Spitze der Regierung erreicht.
"Danke, liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger", schreibt Merkel und gratuliert ihrem Volk dazu, dass es Deutschland zu dem Land gemacht habe, "das die weltweite Wirtschaftskrise am besten gemeistert hat". Die erste Stilblüte wartet schon im zweiten Satz: "Ohne die gemeinsame Anstrengung aller wäre uns das nicht gelungen", dichtet die gebürtige Hamburgerin unter Verwendung bedeutsam klingender Verstärkungformeln. Dass die "Anstrengung aller" notgedrungen ohnehin eine "gemeinsame" ist, fiel im Kanzlerinnenamt so wenig auf die der Umstand, dass das "uns" völlig unsinnig ist.
Diese Kanzlerin aber ist nun mal nicht Goethe. In ihrem dritten Satz wählt sie mit traumwandlerischer Sicherheit "was" wo korrekt "das" hätte stehen müssen, im vierten verzichtet sie auf ein Komma hinter "unser Land", obwohl gerade das die Bedeutsamkeit, nach dem hier jeder Buchstabe lechzt, herausstreichen hätte können.
Ein besonders bitteres Beispiel für die Pisa-Republik aber ist dann der fünfte Versuch, einen Gedanken sauber und fehlerfreie in die Wohnzimmer zu verklappen. Gleich dreimal schreibt Angela Merkel "ihre" und gleich dreimal fälschlicherweise groß.
Woher soll sie es aber auch wissen. Immer nur regieren, immer nur Macht ausüben, Ränke schmieden, Konkurrenten wegbeißen. Da redet auch die erste Frau im Staate irgendwann gewöhnlich wie ein Bauer. Und sie schreibt, wie in Satz 9, "jetzt geht der Blick nach vorne". Vorne. Es gibt in der deutschen Hochsprache, also im Schriftdeutsch, kein Wort, das "vorne" heißt. Es gibt nur "vorn". Im Kanzleramt ist es andersherum.
Es sind ja aber auch ganz neue Zeiten. Die klassische Dichtung, ob gelogen oder nicht, kam seinerzeit noch ohne Doppelpunkt und Komma aus. Hier ziert der Bindestrich, von alters her der Gehstock der Legasteniker, jeden Absatz, und sei dessen Stilistik noch so sinnfrei. Am Ende der ersten Spalte etwa schreibt Merkel "die christlich-liberale Regierung packt sie entschlossen an - wie versprochen". Dabei hätte es "das versprechen wir" heißen müssen, denn die Versprechen kommen danach erst, sind also vorher noch gar nicht "versprochen".
Doch wer wird über den Inhalt barmen, wenn die Form schon nach gnädigem Schweigen schreit. Sichere "Energie-versorgung" verspricht Angela Merkel, und trennt, was zusammengehört. Als reiche das nicht, bekommt das Substantiv "Versorgung" auch noch einen kleinen Anfang. Selbst für führende Politiker im Land ist das peinlich. Es kann sich nur um einen Anschlag des bekannten Druckfehlerteufels handeln.
In der Rechtschreibung ist sie sonst ausgezeichnet, die Werbeagentur, die sich hier an Kanzlerinnensprache versucht hat. Aber die Zeichensetzung! Der letzte Absatz hebt mit einem Doppelpunkt an, führt einen Satz aus und setzt mit einem Doppelpunkt fort. Das König der Biere, der Krone der Grammatik.
Freude herrscht da eigentlich nur noch im Gesundheitswesen, wo die Sektkorken Flugtag haben, weil die Belegschaften Merkels Versprechen feiern "verhindern wir, dass viele Arztpraxen und Krankenhäuser schließen müssen". Es werden, wenn es nach ihr geht, nur wenige schließen müssen. Und wie viele es sein werden, weiß man leider nicht.


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