Besuch der Starkenburg.

Burgen und Schlösser haben es mir angetan. Immer wieder gerne besuche ich diese historischen Orte. Glücklicherweise gibt es hier im Odenwald eine ganze Menge davon.

Diesmal habe ich mir die Starkenburg ausgesucht.

Wo befindet sich die Starkenburg?

Die Reste der Starkenburg liegen auf dem Schlossberg in 295 Meter über Heppenheim gelegen.

Verspricht eine schöne Aussicht.

Heppenheim? Da war doch was?

Stimmt, ursprüngliche Heimat des Formel 1 Weltmeister Sebastian Vettel - weswegen sie auch ab und an als „Vettelheim" tituliert wird.

Viele Wege führen zur Starkenburg.

Stimmt.

Eine schöne Wanderung durch die Weinberge führt direkt von der Altstadt von Heppenheim hinauf.

Bequemer freilich geht es mit dem Auto auf den Schlossberg.

Jedem wie er mag.

Auf zur Starkenburg.

Vom Weg hinauf lasse ich meinen Blick schweifen - unter mir liegt Heppenheim und ich erkenne die Altstadt und den „Dom der Bergstrasse", die schöne St. Peter Kirche.

Dann liegt sie vor mir - die Starkenburg.

Einst Namensgeber einer ganzen Provinz im südlichen Hessen, womit sie eine gewisse Prominenz genießt. Wenn auch die Provinz schon länger ad acta gelegt wurde.

Aus der Historie der Starkenburg.

Bevor ich mir die Starkenburg ansehe, ein kleiner Ausflug in deren lange Geschichte.

Ursprung im Kloster Lorsch.

Zurück geht die lange Historie der Burg auf eine Schenkung des Jahres 1065. Damals verschenkt der junge König Heinrich IV. sein nahe gelegenes Kloster Lorsch an einen Berater, Adalbert von Bremen.

Den Mönchen des Klosters war dies ein Dorn im Auge und so errichteten sie zum Schutz ihres Klosters eine kleine Verteidigungsanlage anstelle der heutigen Starkenburg.

Scheint gelungen, denn einer Belagerung durch jenen Adalbert konnten die Mönche standhalten.

Im Laufe der Jahrhunderte wurde die Anlage weiter ausgebaut und erstmalig 1206 wird der Name Starkenburg erwähnt.

Weiterentwicklung im Besitz der Kurmainz.

Zur Mitte des 13. Jahrhundert fiel der gesamte Besitz in die Hände der Kurmainz.

Unter Kurmainz versteht man die Besitztümer des Erzstift Mainz.

Im Laufe der Zeiten wird die Starkenburg zu zweitstärksten Festung der Kurmainz ausgebaut.

Ein Burggraf befehligte die Anlage mit ihren wohl zahlreichen Burgmannen.

Sogar den Franzosen konnte sie im Jahr 1693 standhalten.

Wehrhafte Zeiten.

Das Ende der Festung Starkenburg.

Anno 1765 war das Ende der Festung gekommen, die Starkenburg wurde zum Abbruch verkauft.

Glücklicherweise wurde sie bereits gegen Ende des gleichen Jahrhunderts als Denkmal ausgewiesen. Was viele weitere Zerstörungen ersparte.

Eine weitere Zäsur erlebte die Starkenburg im Jahr 1924, der morsche Bergfried der Burg wurde kurzerhand gesprengt.

An anderer Stelle wurde ein paar Jahre später der heute noch stehende Turm errichtet.

Historisch nicht ganz korrekt, aber man wollte wohl wieder einen Bergfried aufbauen.

Seit 1960 ist die Anlage wieder bewohnt und eine Deutsche Jugendherberge befindet sich hier.

Zurück in die Gegenwart.

Da stehe ich also, die Starkenburg erhebt sich mächtig vor mir. Mit ihren vielen Türmen entspricht sie dem Ideal der Ritterfilme aus früheren Tagen.

Besonders die sieben Türme geben ihr ein unverkennbares Bild.

Die Wehrtürme an den Ecken ragen 16 Meter empor, ein viertes fehlt mittlerweile - an seiner Stelle steht das Gebäude der Jugendherberge - wie ich vermute.

Auffallend ist der neue Bergfried aus den 1930er Jahren, er misst 38 Meter in der Höhe und wird von einer, nicht ganz passenden, Haube bekrönt.

Die verschiedenen Mauerwerke sind wie Terrassen übereinander angelegt und man kann eine gewisse Verteidigungsfähigkeit gegen den abfallenden Berghang noch gut erahnen.

Eine kleine Gastronomie lädt zum Verweilen ein, ich jedoch mache mich jetzt wieder auf den Rückweg.

Mir hat mein Ausflug in die Vergangenheit und die Starkenburg gut gefallen.

Wenn Du alte Burgen magst und gerne einen Blick auf Heppenheim werfen möchtest, dann komm vorbei.

Besuch der Starkenburg.

Ich mache mich jetzt auf die Suche nach weiteren „Entdeckungen im Odenwald".

Bis dahin, bleib gesund

ich grüße Dich

Björn


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