Bessere Jobchancen durch Tschechisch

Bessere Jobchancen durch Tschechisch
Sozialpädagogin Tanja Trapp (rechts) mit Teilnehmern des Modellprojekts Integration durch Austausch (IDA) in Tschechien. Die Jungendlichen sollen durch den Lehrgang des Kaufmännischen Schulungszentrums in Weiden bessere Chancen auf dem Arbeitsmarkt erhalten. Foto: ce-press
Tschechisch als Plus auf dem Arbeitsmarkt: Wer die Sprache des Nachbarn spricht, hat es in der bayerisch-böhmischen Grenzregion heute bei der Jobsuche leichter.
Regensburg (ce-press - internet-zeitung) – Während Deutsch in Tschechien traditionell zu den beliebtesten Fremdsprachen gehört, war Tschechisch in Bayern ein absoluter Außenseiter. Doch die Zeiten ändern sich: Inzwischen werden Tschechisch-Kenntnisse besonders im böhmisch-bayerischen Grenzraum immer stärker zu einem echten Plus in der Berufswelt und zu einem handfesten Argument auf dem Arbeitsmarkt. Bei neuen, grenzüberschreitenden Ausbildungs-Kooperationen drücken deutsche und tschechische Jugendliche heute bereits gemeinsam die Schulbank – und lernen wie selbstverständlich in der Sprache des Nachbarn.
Bei den Schülern in der bayerisch-böhmischen Grenzregion hat es sich inzwischen herumgesprochen: Mit Tschechisch-Kenntnissen kann man beim zukünftigen Arbeitgeber punkten. „Wer Tschechisch kann, ist klar im Vorteil“, sagt beispielsweise Stefanie Luber, eine der Verantwortlichen des BHS Ausbildungsverbunds. Dort bündelt BHS Corrugated – Weltmarktführer bei der Entwicklung, Herstellung und Montage von Wellpappanlagen – gemeinsam mit Partnern aus der Wirtschaft, seine Ausbildungsaktivitäten.
Seit August 2008 gibt es dort, einmalig in ganz Deutschland, eine deutsch-tschechische Fachklasse, bei der Jugendliche aus beiden Ländern gemeinsam unterrichtet werden. Die acht deutschen und acht tschechischen Azubis erwerben in Kooperation mit der Europa-Berufsschule in Weiden alle einen IHK-Abschluss als Maschinen- und Anlagenführer – und zusätzlich auch Kenntnisse in der Sprache des Nachbarn. „Ein Teil des Ausbildungsprogramms wird in Tschechien, ein Teil in Bayern absolviert“, sagt Stefanie Luber. Sie koordiniert das Projekt, das offiziell bei der Vereinstochter des Verbunds, Youcomp, angesiedelt ist. Für September ist der Start einer grenzüberschreitenden Ausbildung zum Industriemechaniker/in geplant.
Die Berufsaussichten für die jungen zweisprachigen Absolventen sind hervorragend: „Da wir ein Werk in Tschechien haben, ist das natürlich ein unschätzbarer Vorteil“, sagt Luber. Andere grenzüberschreitend tätige Unternehmen in der Oberpfalz sehen das genauso. „Bei der Einstellung von Auszubildenden werden bei uns unter anderem Tschechischkenntnisse berücksichtigt, weil sie in unserer Region ein wichtiges Qualifikationsmerkmal darstellen und einer grenzüberschreitend tätigen Firma viel Zeit und Kosten sparen können“, erklärt Thomas Wirth, Vorstandsmitglied der Raiffeisenbank im Stiftland eG, die bereits seit 15 Jahren auch in Tschechien aktiv ist. Auch das Unternehmen Kappenberger und Braun aus Cham ist mit seinen Elektromärkten ein Pionier der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit. „Tschechischkenntnisse werden immer wichtiger“, sagt Geschäftsführer Josef L. Kappenberger. Auch in seinen deutschen Filialen sei deshalb für die Kunden aus Böhmen jederzeit tschechischsprachiges Personal vorhanden.
Bei einem bundesweit einzigartigen Modellprojekt in Weiden sollen arbeitslosen Jugendlichen dank Tschechisch neue Berufsperspektiven eröffnet werden. Das Fazit nach Abschluss des dritten Jahrgangs ist positiv. „Viele Teilnehmer haben bereits einen Job gefunden“, sagt Projektkoordinator Klaus Meier vom Kaufmännischen Schulungszentrum in Weiden. Nach einer zweiwöchigen Startphase und einer Schnupperwoche in Tschechien folgen 300 Stunden tschechischer Sprachunterricht sowie 60 Stunden Grundlagen der tschechischen Geschichte und des tschechischen Alltags. In weiteren 120 Stunden werden den Teilnehmern praktische Kenntnisse für die Bewerbung und das Berufsleben vermittelt. Abschließend folgt ein erneuter, siebenwöchiger Aufenthalt in Tschechien mit weiterem Unterricht und einem vierwöchigen Betriebspraktikum.
Meier weiß: „Es gibt mittlerweile kaum noch eine Branche, die keinen Kontakt mit tschechischen Kunden hat.“ Viele Handwerksbetriebe seien mittlerweile grenzüberschreitend tätig, Einzelhandelsbetriebe, Industrieunternehmen und Dienstleister sowieso. „In immer mehr Stellenanzeigen wird tschechisch gefordert“, sagt er. Seit Januar läuft der vierte Kurs am Kaufmännischen Schulzentrum mit 18 Teilnehmern, soviel wie nie zuvor. Im Sommer wird ein fünfter folgen. Ob das Vorzeige-Projekt in Weiden auch 2012 weiter läuft, ist noch offen.
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