Belästigung am Arbeitsplatz: Kinderzeichnungen sind eine Zumutung

In der aktuellen Ausgabe der Weltwoche regt sich Franziska K. Müller auf, dass moderne Väter und Mütter (vor allem Mütter) an Sektenmitglieder erinnerten. Sie hielten sich für die besseren Menschen, belästigten ihr Umfeld mit einem militanten Enthusiasmus und geben Kinderlosen das Gefühl, sie seien Schwerverbrecher. Mit dieser Meinung ist sie nicht allein: In ihrem Bestseller «Der Kindersegen» rechnet die US-Schriftstellerin Elinor Burkett pedantisch genau aus, was die vom Arbeitgeber finanzierten Hortplätze die Kinderlosen kosten und welche selbstverständlichen Opfer von ihnen im tagtäglichen Berufsleben erwartet werden. Auch Jerry Steinberg, Gründer des Internetportals no.kidding.net, ergänzt: Überstunden, weil die Eltern zu Hause ihre kranken Kinder pflegen, seien eine Selbstverständlichkeit, Anpassung des Urlaubs an die Schulferien auch. Und natürlich übernimmt man die Aufgaben der Kollegin, wenn sie schwanger ist oder Papa sein Töchterchen während der Arbeitszeit zum Zahnarzt chauffieren muss. Demgegenüber seien langweilige Kinderzeichnungen, die den Arbeitsplatz tapezieren, noch das kleinste Übel. Na ja, ich habe seit kurzem erstmals auch eine solch “langweilige” Kinderzeichnung im Büro. Ein Drache, vom Kleinen. Und ich bin stolz auf dieses Kunstwerk. Aber das kann Franziska K. Müller nicht verstehen. Am besten, sie tut sich mit Bettina Weber zusammen, die bereits vor zwei Jahren ins gleiche Horn bliess und eine Welle der Entrüstung auslöste. Verunstaltet Ihr Eure Arbeitsplätze ebenfalls mit langweiligen Kinderzeichnungen, die den Augen Eurer kinderlosen Arbeitskollegen nur Schmerz zubereiten?