Bayern nehmen für Neapel-Sieg viel in Kauf

Von Doxidox

3:2 gewann der deutsche Rekordmeister am Mittwoch im Champions League-Gruppenspiel gegen Verfolger SSC Neapel. Als erster deutscher Spieler überhaupt erzielte Mario Gomez in der überragenden ersten Halbzeit einen lupenreinen Hattrick. Überhaupt spielte die Mannschaft auf allerhöchstem Niveau und bestätigte die Favoritenrolle auf den Titelgewinn im Finale von München 2012.

Doch der Sieg kommt die Bayern teuer: Badstuber kassierte die Rote Karte und noch viel schmerzlicher (im wahrsten Sinne des Wortes) – Bastian Schweinsteiger hat sich schwer verletzt und wird voraussichtlich die komplette restliche Hinrunde pausieren müssen.

Einen Moment hatte Schweinsteiger gezögert, bevor er zum Kopfballduell im eigenen Strafraum ansetzte. Gegenspieler Gökhan Inler kam mit Anlauf ins Duell und sprang mit großem Körpereinsatz gegen Ball und Schweinsteiger. Zuviel für das Schlüsselbein des Bayernspielers, der mit schmerzverzerrtem Gesicht nach dem Treffer durch den Neapel-Spieler am Boden liegen blieb. Noch vor Ort hatte Bayern-Doc Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt einen glatten Bruch in der Nähe des Schultergelenks diagnostiziert. Der Mittelfeldspieler wurde sofort in ein Krankenhaus gebracht, wo er noch in der Nacht operiert wurde.

„Eine clevere Mannschaft spielt das trotzdem locker runter”

Von nun an waren die Bayern, die eine überragende erste Halbzeit gespielt hatten, wie verändert. Von Minute zu Minute schraubten die Münchner einen Gang zurück, vermissten ihren Mittelfeldregisseur merklich. Man merkte der Mannschaft an, wie wichtig der Nationalspieler ist – das zuvor gelobte Kurzpassspiel wollte nicht mehr wirklich gelingen, zudem kamen die Neapolitaner immer mehr ins Spiel, was vor allem Bayern-Kapitän Philipp Lahm sauer machte: „Eine clevere Mannschaft spielt das trotzdem locker runter.“

Zwar lieferte Anatolij Tymoschtschuk, der für den Verletzten ins Spiel kam, eine ordentliche Leistung ab, er konnte jedoch den Verlust des Führungsspielers nicht kompensieren. Dazu kam auch noch der umstrittene Platzverweis von Holger Badstuber, der beim Spiel gegen Villareal am 22. November mit einem Tribünenplatz vorlieb nehmen muss. „Das war ein normales Laufduell und Cavani lässt sich vor mich fallen. Ich berühre ihn nicht und der Schiedsrichter gibt gleich Gelb-Rot“, ärgerte sich Badstuber nach der Partie gegenüber „goal.com“.

Für ihn rückte Luiz Gustavo vom Mittelfeld in die Innenverteidigung, woraufhin Bayern immer anfälliger wurde für die Angriffe der Italiener. Es wird sich zeigen, wie Heynckes den langfristigen Ausfall Schweinsteigers in den kommenden Spielen kompensieren wird. Neben dem Langzeitverletzten Arjen Robben fehlt den Münchnern mit Schweinsteiger nun schon der zweite Superstar für die Hinrunde.

Bastian Weber bloggt zu Fußballnachrichten und Bundesliga News