Batman v Superman: Dawn of Justice

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Batman v Superman: Dawn of Justice

4Action

Neben Captain America und Iron Man findet in Batman v Superman: Dawn of Justice die erste filmische Prügelei der zwei ikonischen DC-Superhelden statt. Was ein episches Aufeinandertreffen hätte werden sollen, verrennt sich leider in Belanglosigkeit.

Dabei fängt alles so vielversprechend an. Wer hätte gedacht, dass bei der Verwüstung, die Superman (Henry Cavill) und General Zod (Michael Shannon) in Metropolis angerichtet haben (siehe den Vorgänger Man of Steel) gerade ein gewisser Bruce Wayne (Ben Affleck) in der Stadt anwesend ist. Wie einige andere, darunter auch der exzentrische Multi-Milliardär Lex Luthor (Jesse Eisenberg), kommt Bruce Wayne zu der Schlussfolgerung, dass Superman eine Bedrohung darstellt. Also setzt sein Alter Ego Batman alles daran den Mann aus Stahl zu besiegen.

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In Comicbüchern gab es das Aufeinandertreffen und Kräftemessen zwischen Superman und Batman schon, am eindrucksvollsten vielleicht in Frank Millers The Dark Knight Returns. Es ist von daher wenig verwunderlich, dass sich Zack Snyder beim ersten filmischen Duell der Superhelden sich just auf jene bekannte Vorlage bezieht. Wenngleich keine getreue Adaption von Millers Werk, so sind die Anleihen doch deutlich zu sehen. Dies bedeutet jedoch nicht zwangsläufig, dass Batman v Superman: Dawn of Justice funktioniert. Obwohl Zack Snyder durchaus ein Händchen für beeindruckende Comicverfilmungen hat (300, Watchmen), so kristallisieren sich gerade in seinem neuen Werk die eklatantesten Schwächen des Regisseurs heraus.

Der Schlagabtausch der zwei Helden verkommt allzu schnell zur reinen Oberfläche und ist nichts als optisches Spektakel. Ein Spektakel, das stellenweise nicht einmal visuell sonderlich überzeugend wirkt. Der beste Beweis dafür sind das Auftreten von Doomsday, der eher wie ein verirrter Ork aus Der Hobbit wirkt, und die teils schwachen Spezial-Effekte. Zusätzlich die messianische Bildsprache, deren Botschaft vom Übermenschen dem Publikum so richtig mit der Dampfwalze eingetrichtert wird. Neben den handelsüblichen Actionszenen, die nicht sonderlich originell ausfallen, geschweige denn Spannung erzeugen, denn, mal ehrlich, noch vorhersehbarer kann eine Handlung gar nicht ablaufen, und kitschigen bis hin zu peinlichen Dialogen, bleibt kein Raum für die Entfaltung potenziell interessanter Figurenentwicklungen und dramatischen Konflikten.

Die ganzen Möglichkeiten in Bezug auf Batman und Superman, die auszuschöpfen der Film durchaus in der Lage gewesen wäre, werden einer konvoluten, banalen Handlung und fürchterlichen Fehlbesetzungen geopfert. Die Frage, warum sich eine gottähnliche Figur wie Superman dem Willen der Menschen zu beugen oder seine Handlungen vor ihnen zu rechtfertigen hat, bleibt genauso irrelevant wie die aggressive und wahnsinnige Seite Batmans, die als psychischer und seelischer Tribut zu verstehen sind, geschuldet durch das jahrzehntelange bekämpfen von Verbrechern und Wahnsinnigen. Hier hätte der Film einen Regisseur gebraucht, der sich nicht nur auf optische Imposanz spezialisiert hat, sondern der gleichzeitig die Feinheiten der Figuren herauszeichnen kann und über ein erzählerisches Talent verfügt – denn es zeigt sich, wenn es um kohärentes Erzählen geht, tut sich Zack Snyder schwer.

Überhaupt hat es den Anschein, dass er sich ausschließlich auf ein paar Einstellungen konzentriert hat und sich beim Rest denkt, dass es egal ist, die Fanboys werden den Film schon anschauen. Henry Cavill macht an sich eine gute Figur als Superman/Clark Kent, bekommt aber keinerlei Gelegenheit dies unter Beweis zu stellen, weil er zu einer Nebenfigur, man könnte sogar sagen zu einem MacGuffin, in seinem eigenen Film degradiert wird. Jesse Eisenberg scheint überhaupt im falschen Film zu sein und spielt seinen Lex Luthor wie einen verkappten Riddler. Amy Adams war noch nie eine gute Lois Lane. Die Nebenrollen von Jeremy Irons und Laurence Fishburne sind komplett verschenkt oder sinnlos. Und Gald Gadots Wonder Woman überfrachtet den Film letztlich vollends. Aus dieser Riege sticht einzig und allein Ben Affleck als wirklich gut besetzter Batman/Bruce Wayne hervor.

Sein stoisches Schauspiel, das harte Gesicht, die graumelierten Haare, der leere Ausdruck in den Augen und die physische Präsenz lassen den dunklen Ritter zum ersten Mal seit einer gefühlten Ewigkeit als tatsächlich bedrohliche, einschüchternde Präsenz erscheinen und zeigt gleichzeitig das entmenschlichte in ihm (eine Leistung, die, das muss man ehrlich sagen, nicht einmal Christian Bale gelungen ist, war sein Batman doch im Grunde so ziemlich das langweiligste in Christopher Nolans Dark Knight-Trilogie). Der lange und harte Kampf gegen das Verbrechen in Gotham hat bei ihm zahlreiche körperliche und geistige Wunden hinterlassen. Ein gelungener Kontrast zu Superman, der Verbrecher so spielerisch einfach zur Strecke bringt, wie es einem Batman nie gelingen kann. Wo er sich durch Reihen an Schlägern kämpfen muss, rührt Superman gerade mal den kleinen Finger.

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Dieser an sich interessante Ansatz (der im Film leider viel zu wenig Anklang findet) führt aber zu einem weiteren gravierendem Problem. Die Logik des Films funktioniert einfach nicht. In einer Welt voller Supermenschen wie eben Superman, Wonder Woman, Aquaman, etc. braucht es einfach keinen Batman mehr. In so einer Welt kann ein Batman einfach nicht mehr existieren. Er ist den anderen Helden nicht nur hoffnungslos unterlegen, sondern kann umgekehrt auch nichts gegen deren Antagonisten ausrichten. Das beste Beispiel findet sich im Kampf gegen Doomsday. Batman verschwindet dabei beinahe gänzlich aus dem Film. Das ist halt ein inhärentes Logikproblem, wenn man versucht Superheldenfilme so realistisch wie möglich zu machen: es funktioniert einfach nicht, weil Superhelden an sich unrealistisch sind.

Mit viel Wenn und Aber hätte Batman v Superman: Dawn of Justice ein spannender, interessanter Film werden können, der nicht nur den Figuren sondern auch dem Genre als Ganzes neue Facetten hätte abgewinnen können. Das Endresultat, vorwiegend aufgrund der, was Erzählstruktur, Figurenentwicklung und Regieführung betrifft, untalentierten Hände von Zack Snyder, ist jedoch ein belangloses Blendwerk, das einmal mehr beweist, dass Superhelden immer noch am Besten in Comicbüchern aufgehoben sind.

Regie: Zack Snyder, Drehbuch: Chris Terrio, David S. Goyer, Darsteller: Ben Affleck, Henry Cavill, Amy Adams, Jesse Eisenberg, Gal Gadot, Jeremy Irons, Laurence Fishburne, Diane Lane, Filmlänge: 153 Minuten, DVD/Blu-Ray Release: 04.08.2016, wwws.warnerbros.de/batmanvssuperman


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Autor

Marco Rauch

Aufgabenbereich selbst definiert als: Kinoplatzbesetzer. Findet den Ausspruch „So long and take it easy, because if you start taking things seriously, it is the end of you” (Kerouac) sehr ernst zu nehmend.


 
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