BASS UNTER2 mit Prince Kong – Ein Interview

Von Ntropy @ntropy

ntropy veranstaltet kommenden Freitag die zweite BASS UNTER-Party und bringt mit Prince Kong einen exklusiven Künstler aus London nach Gießen, dessen Basswellen nicht weniger als tektonische Plattenverschiebungen bis nach Frankfurt auslösen werden…

Als wir Prince im Berliner about:blank live gesehen haben und uns die Intensität seines postapokalyptischen Sounds zwischen Jungle, Dubstep und Reggae direkt auf den Solarplexus getroffen hat, wussten wir: Er ist genau der richtige Künstler, um das beschauliche Gießen aus der Bequemlichkeit der straighten Bassdrum herauszureißen. Für seine zuletzt erschienene EP Well Sick (!Kaboogie Records) hat er mit international renommierten Künstlerinnen wie Warrior Queen aus Jamaika (The Bug, Kode9) und Lady Grew aus Dublin zusammengearbeitet.

Um ihn besser kennenzulernen, habe ich ihn interviewt…

Phire: Wo liegen deine musikalischen Einflüsse?

Kong: Meine Einflüsse sind sehr unterschiedlich. Ich bin vor allem mit Reggae, Punk und Metal groß geworden und habe mich von dort aus immer weiter entwickelt. Ich höre sehr viele verschiedene Musik, auch, um eine große Bandbreite an Einflüssen für meine Musik zu bekommen.

Phire: Hattest du jemals ein musikalisches Epiphanie-Erlebnis?

Kong: Ja, schon oft. Die meisten prägenden Erfahrungen hatte ich aber, als ich in einem Club den Sound für unterschiedliche Liveacts und DJs machte, die ich alle sehr schätzte. Aber als ich nach einiger Zeit merkte, dass eigentlich niemand wirklich exakt das machte, was ich hören wollte, wusste ich, dass es nur einen Weg gibt, um Musik zu hören, die dein Herz und deinen Geist widerspiegelt: Mach deine eigene Musik!

Phire: Ich würde sagen, dass dein Sound sehr von den harten, digitalen Ragga-Hybrid-Sounds beeinflusst ist, wie man es von Künstlern wie The Bug kennt. Inwiefern bist du davon inspiriert?

Kong: Meine Wurzeln liegen definitiv in der Dancehall- Szene. Das liegt bestimmt auch daran, dass ich schon für viele jamaikanische Künstler gearbeitet habe, die für mich schon immer Vorbilder waren. Gerade von den Industrial-lastigen Sounds war ich damals fasziniert. Das war ein sehr interessanter Weg für Dancehall. Ein gesunder Schritt weg von den typischen Formaten, die den Mainstream vieler Stile umhüllt haben.

Phire: Im Momente kommt es mir so vor, als würde die ganze, von Dub und Reggae beeinflusste Szene in Großbritannien eine Art Renaissance erleben. Ich vermute, dass dies vor allem an der Entwicklung von Dubstep und Bassmusic im Allgemeinen liegt.

Kong: Ich denke auch, dass die Dubstep-Szene ein interessantes Revival in der gesamten Bass- Szene hervorgerufen hat. Es war eine sehr langsame Entwicklung, die auch aus der  Raggacore und Breakcore-Szene heraus entstanden ist, die den karibischen Einfluss leicht reduziert hat und dem Sound mehr Raum eingeräumt hat. Ganz im Gegensatz zum Tempo, das ja damals noch die Hauptrolle spielte. Ich denke, es ist jetzt wieder an der Zeit für eine Neuorientierung, aber da mache ich mir eigentlich keine Sorgen, denn keine Musik- Szene ist absolut. Das einzige, was in Musik absolut ist, ist die Variation.

Phire: Seit wann machst du eigentlich Musik?

Kong: Ich habe mit 15 Jahren als Schlagzeuger in lokalen Punk- und Garage- Bands in Dublin angefangen, bis ich bemerkte, dass ich eigentlich gerne mehr kreative Kontrolle haben würde. Außerdem habe ich irgendwann realisiert, dass ich mit Rhythmen viel mehr machen kann, wenn ich sie programmiere, als sie live zu spielen.

Phire: Woher stammt eigentlich dein Name?

Kong: Als ich jünger war, verwendete ich den Namen als Pseudonym für mein Street Art- Projekt. Später, als ich begann, Musik mit meinen eigenen Geräten zu machen, entschied ich mich für den traditionellen Weg, den viele Reggae-Produzenten (zum Beispiel Prince Jammy) gingen, und gab mir den Vornamen Prince.

Phire: Arbeitest du immer noch als Street Art- Künstler?

Kong: Zurzeit nicht, aber ich plane gerade ein neues Projekt, mit dem ich in ein paar Monaten beginnen werde.

Phire: Wie kam es zum Kontakt mit Warrior Queen?  Sie ist ja immerhin einer der bekanntesten jamaikanischen Sängerinnen zurzeit.

Kong: Sie spielte eine Show für die !Kaboogie Crew in Dublin und ich stellte mich ihr einfach vor. Ich bin immer wieder erstaunt, wie freundlich und aufgeschlossen manche Menschen sind. Ich schickte ihr daraufhin einige Beats und wir trafen uns für eine Aufnahmesession im Studio von Jah Balance in London.  Diese Session öffnete mir viele Türen, vor allem, was Kontakte innerhalb der Dancehall- Szene betrifft.

Phire: Wie würdest du deine Musik in deinen eigenen Worten beschreiben?

Kong: Das ist schwierig, denn ich finde, es ist eine Akkumulation so vieler verschiedener Gedanken und Quellen. Meinen aktuellen Sound würde ich so schreiben: Heavyweight Dancehall mit starken Einflüssen aus Grime, Punk, Jungle und Reggae. Ich liebe krasse Sounds und eigentlich noch mehr ausgefeilte Drum-Produktionen.

Phire: Was für einen Sound kann man am Freitag von dir erwarten?

Kong:  Heavyweight bass nastiness!! Also bringt eine positive Einstellung mit und schwitzt!

Einen exklusiven Mix von Prince Kong gibt es hier: 

03.06.2011 BASS UNTER2

Location
AK 44
Alter Wetzlarer Weg 44,  Gießen
22 UHR

Lineup
Nemo (ntropy.de)
K-lone (ntropy.de)
Prince Kong live (Kaboogie!, London)