Balloon Pilot: Verbeulte Menschen

Balloon Pilot: Verbeulte MenschenBalloon Pilot
„Eleven Crooked Themes“

(Millaphon)
Abschließen wollen wir den innerdeutschen Thementag nach Hardcore Nord und Noisewave West mit ein großen Portion Wohlklang aus dem Süden. Die Münchner Band Balloon Pilot brachte vor vier Jahren mit dem gleichnamigen Debüt eine Platte heraus, die sofort zu Herzen ging – die anschmiegsamen, zarten Folksongs, die Sänger Matze Brustmann mit seinen Bandkollegen damals vorlegte, waren vom Start weg von erlesener Qualität und selbst wenn das Quintett den behutsamen Neofolk vom Pop zum Rock führte, gelang ihnen dies überzeugend und angenehm unaufdringlich. Nun ist das viele Lob über Gefälligkeit und Harmonie den Herren, interpretiert man Titel und Texte des neuen Werkes richtig, nicht immer nur die reine Freude, Balloon Pilot wollen beileibe kein einschläferndes Eiapoeia für kontaktarme Couchpotatoes liefern – Unterschiedlichkeit, Ecken und Kanten, Unberechenbarkeit, auch das soll eine Rolle spielen in ihrer Musik. „Crooked Things“ eben. Und wenn Brustmann gleich nach dem so sanftmütigen wie wunderbaren Opener „42 Seems Right“ im ersten Rocksong „When The Planets Collide“ davon singt, dass er nicht immer nur artig lächeln werde, wenn ihm der Sinn danach nicht steht, dass Menschen eben verbeult, hintergründig und sprunghaft sind und sein müssen, dann ist das für seine Verhältnisse eine recht deutliche Absage an gern gepflegte Konventionen und Erwartungshaltungen.
Der Sound der Band wird deshalb kein ungestümer werden, es mischen sich nur ein paar neue, gern – wie beim feinen „Golden Leaves“ – auch mal schiefe Töne ins herbstfarbene Pastell. Kleine Spannungsverhältnisse einzubauen, darum geht es den fünfen, sie müssen also nicht unbedingt poltern, um Unbehagen oder Enttäuschung zu vermitteln. Die Handreichung, eine oft schwierige, manchmal zwiespältige Geste an den Gegenüber, in „Handshakes“ wird sie in aller Ruhe beschrieben und trotzdem schwingen hier zu einer hübschen elektrischen Gitarrenspur noch Unsicherheit und Ironie mit. Auch bei „Nothing But Air“ geht es um Unmut, um Wut vielleicht, die man dem anderen ins Gesicht schreien möchte – es bleibt dennoch verhalten und ruhig, man fährt mit angezogener Handbremse und erzeugt deshalb nicht weniger Reibung. Neben den klassischen Piano- und Streicherparts haben Balloon Pilot für einige Stücke jetzt auch Bläserblech ins Repertoire genommen, Mathias Götz muss man hier in einem ohnehin hochklassigen Klangkollektiv als belebendes Element und Multiinstrumentalisten (Trombone/Piano/Percussion) herausstellen, ebenso wie den schönen Cellopart von Fanny Kammerlander im Eröffnungsstück. Am Ende ist das Album noch einmal ein deutlicher Schritt nach vorn, ausgewogener und zugleich facettenreicher als der Vorgänger – wenn es nicht so abgedroschen klänge, man sollte es ein kleines Kunstwerk nennen (dürfen). http://www.balloon-pilot.de/
09.03.  Amberg, Luftmuseum
11.03.  Schongau, Brauhaus
16.03.  Passau, Café Museum

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