Bahlsen-Keksdiebstahl: War es ein Werbegag?

Von Peter Broell



Ladies & Gentlemen,
die Fakten dürften Ihnen aus den Medien hinlänglich bekannt sein: Der vergoldete "Leibniz-Keks", fast 100-jähriges Aushängeschild der Firma Bahlsen, wurde zum Jahresbeginn am Sitz der Firma in Hannover von Dieben abmontiert und entfernt. Dann trafen Bekennerschreiben bei der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung und bei Bahlsen von einem Erpresser ein, der sich "Krümelmonster" nannte. Es wurden Keksspenden für ein Kinderkrankenheus gefordert. Nur wenn der Forderung Folge geleistet würde, wird der "Goldkeks" wieder zurückgegeben. Im anderen Fall würde der Keks bei Oskar in der Mülltonne landen. Bahlsen machte anschließend das Angebot, 52.000 Packungen Kekse an 52 soziale Einrichtungen zu spenden. Die Zahl 52 macht werbestrategisch insofern Sinn, weil der Leibniz-Keks 52 Zacken hat. 
Gestern nun das große Aufatmen: Keks an der Statue des Niedersachsenrosses vor der Leibniz-Universität in Hannover wieder aufgetaucht. Täter (bisher noch) unbekannt. Die Story, die nun ein gutes Ende gefunden hat, sorgte nicht nur in Deutschland, sondern weltweit für heitere Schlagzeilen.

Meine Meinung:  Man braucht kaum Fachwissen, um zu ahnen, dass diese gigantische und noch dazu kostenlose Werbung der Firma Bahlsen in der Folgezeit zu zwei- oder zu gar zu dreistelligen Millionenbeträgen an Mehrumsatz verhelfen wird. So gesehen, würde sich jedes Unternehmen nichts sehnlicher wünschen, als auf ähnliche Weise ebenfalls erpresst zu werden. Ich bin gespannt, wann Ideenklauer, Nachahmer und Trittbrettfahrer mit fast identischen Aktionen starten und sich dabei gegenseitig an Dummheit überbieten! 
Als inoffizieller Kriminalinspektor und Mentalist Broell sage ich aber zur Entlastung der Firma Bahlsen, dass diese den Marketinggag NICHT selbst ausgedacht und durchgezogen hat. Und was ist mit den Tätern? - Falls diese jemals gefasst werden sollten, dürften sie ein mildes Gerichtsurteil und anschließend die Einweisung von RTL ins Dschungelcamp erwarten. Das wäre dann Strafe genug! --- Peter Broell