Badewannenorkänli

Am Donnerstag nachmittag fuhren wir mit dem Schiff von Walenstadt nach Weesen. Zehn Minuten vor Ankunft kam der Sturm: brutale Regenschauer, peitschender Wind, erregte Wellen, hysterische Warnlichter von den Häfen her. Der Kapitän beorderte alle Reisenden ins Schiffsinnere, dort musste man sich setzen. Nun, es war letztlich ein Minidrama. Kein Vergleich mit damals in Südirland. Dort wohnten wir ein paar Tage an der Küste in der Pension einer Schweizerin, die mit einem ebenso sympathischen wie luftigen Iren verheiratet war. Der war Musiker, und als er eines Abends im Pub einer vorgelagerten Insel spielen sollte, begleiteten wir ihn und gerieten dabei in einen echten Sturm mit meterhohen Wellen. Mir bleibt ein Bild: Dave,  Geige in der Hand, kühn vom übel schaukelnden Kutter auf den Landungssteg springend. Und wir hinterher. Der Walensee war im Vergleich ein Badewannenorkänli. Spass machte das, nicht Angst.
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