{Backstage} Als Make up Artist Arbeiten - F&Q

Wie versprochen kommt heute der zweite Teil meiner F&Q Serie zum Thema Wie wird man Make-up Artist? {Backstage} Als Make up Artist Arbeiten - F&Q Im ersten Teil habe ich eure Fragen beantwortet, wie ich Make-up Artist wurde und wie die Möglichkeiten zur Ausbildung in Wien sind. Aber wie geht es weiter wenn man die Ausbildung mal gemacht hat? Die Fragen, die ich dazu häufig gestellt bekomme, werde ich heute beantworten:

Wie geht es nach der Ausbildung weiter? Wie bekomme ich Aufträge?

Das Diplom ist ja nur der Anfang bzw. die Bestätigung, dass man andere Personen schminken darf. Danach fängt die Arbeit erst an. Die Auftraggeber stehen danach nämlich leider nicht Schlange und klopfen an die Tür. Also darf man nicht auf der Couch hocken und hoffen, dass sich jemand meldet. Klar, das kommt dann schon mit der Zeit, aber seid euch bewusst, dass sich die Models, Bräute und Fotografen nicht automatisch bei euch melden, sobald ihr das Diplom in der Hand habt. Am Besten gleich eine Homepage und eine Facebookseite erstellen um sichtbar zu werden und im Bekanntenkreis fleissig Werbung dafür machen. Um immer in Übung zu bleiben, schminkt einfach Freunde und Bekannte, sie werden sich bestimmt freuen und ihr könnt verschiedene Sachen ohne Druck ausprobieren, vielleicht habt ihr auch eine gute Kamera oder einen Freund, der Fotos von euren Werken machen kann. Es ist natürlich auch wichtig viel zu Netzwerken und richtige Models  und Fotografen kennzulernen, denn es ist wichtig ein professionelles Portfolio aufzubauen. Am Anfang haben mir Internet-Plattformen wie die Modelkartei und stylish.de weitergeholfen, TFP Shootings zu bekommen. Aber hier sind oft Hobbyfotografen und Mädels, die keine Modelmaße haben  vertreten - dennoch ist es eine gute Möglichkeit hier ein Netzwerk aufzubauen und in Übung zu bleiben. Auch Facebookgruppen mit Visagisten oder Fotografen sind immer hilfreich, denn hier werden oft Visagisten für TFP Shootings gesucht. Ich persönlich hatte zwar nie negative Erfahrungen, aber dennoch solltet ihr vorsichtig sein und im Zweifelsfall eine Begleitperson mitnehmen. Tipps: 
  • Seht euch die Fotos in der Onlinekartei gut an: Ist die Qualtität für euch ok? 
  • Klärt vorm Shooting ab, dass ihr mindestens ein bis zwei Face-Foto für euer Portfolio wollt. 
  • Sind Akt-Fotos für eure Karriere als Make-up Artist hilfreich? Eher nicht. 
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Was ist TFP?

Ihr habt jetzt öfters die Abkürzung TFP gelesen, das bedeutet: TIME FOR PICTURES. Im Klartext: Niemand der Shootingbeteiligten bekommt für seine Arbeit Geld - aber jeder bekommt die Fotos und darf sie für das eigene Portfolio verwenden. Das ist anfangs vielleicht bitter, aber leider nicht vermeidbar. Nur so kann man sich ein Portfolio aufbauen und Erfahrungen sammeln - und man lernt viele gute Fotografen kennen. Oft hat mich danach ein Model für den Ball oder Geburtstag oder ein Fotograf für einen anderen Auftrag gebucht, so hab ich dann dadurch auch bezahlte Aufträge bekommen. Heute mache ich TFP nurnoch wenn ich den Fotografen sehr gut kenne und ich weiß, dass gute Fotos entstehen, die ich noch nicht in meinem Portfolio habe. Wie zum Beispiel unser Covershooting für The Beauty Insider - hier seht ihr meinen Backstagebericht dazu.
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Was ist ein Portfolio?

Ein Portfolio ist die Sammlung deiner Arbeiten. Ihr kennt doch bestimmt die Modelmappen aus Austrias Next Topmodel, genau um so eine Mappe handelt es sich hierbei auch, nur dass du dich nicht als Model sondern Make-up Artist präsentierst. Die Mappe sollte aktuell sein und nur wirklich gute Bilder zeigen. Man kann auch zwei Mappen anlegen: Eine für Profikunden mit Presseberichten und einem Mix aus extravaganten und werbetauglichen sowie Editorial Looks. Und eine weitere mit vorher-nachher Bildern, Fotos von Hochzeitslooks, Ballmake-ups, etc. für private Kunden. Heutzutage kann das Ganze auch digital verfasst werden, so könnt ihr die PDF Dateien schnell an potenzielle Kunden weiterleiten. Ich schicke auch ganz gerne den Link meiner Webseite oder Facebookseite - obwohl ich zugeben muss, dass meine Seiten nicht ganz aktuell sind.  {Backstage} Als Make up Artist Arbeiten - F&Q

Muss man überhaupt eine Ausbildung machen, ich kann doch eh so gut schminken? Welche rechtlichen Dinge muss ich beachten?

In Österreich brauchst du, wenn du selbstständig als Make-up Artist arbeiten willst, einen Gewerbeschein. Den bekommst du nur, wenn du ein Diplom hast und eine Befähigungsprüfung bei der Innung ablegst. Ich kann mich noch erinnern, dass das eine ziemliche Rennerei bei diversen Stellen war. Wenn man den Gewerbeschein in der Hand hält, darf man selbstständig als Visagistin arbeiten. Hierbei gibt es verschiedene Gewerbe. Meines heisst: Kosmetik, eingeschränkt auf Visagistik. Das bedeutet, dass ich nur dekorative Kosmetik anwenden darf und keine Kosmetikbehandlungen, wie z.B.: Gesichtsbehandlungen, durchführen darf. Und ich bin mobil unterwegs und habe kein Studio, da gäbe es noch weitere Dinge zu beachten. (Obwohl ich schon von einem eigenen Shop und einer Kosmetiklinie träume, aber alles der Reihe nach *g*) Beim Finanzamt muss man sich natürlich auch anmelden und jedes Jahr einen Steuerausgleich machen. Ich habe hier einen Steuerberater, der kostet zwar eine Menge, aber ich will einfach sicher sein, dass da alles passt und ich kenne mich einfach zu wenig aus. Außerdem muss man Kranken- und Sozialversicherung bezahlen. Am besten informiert ihr euch da bei der WKO, da ich euch da nichts falsches sagen will.  Wenn du in einem Make-up Store arbeiten willst, brauchst du meistens auch das Diplom, aber nicht unbedingt den Gewerbeschein. Seid euch aber bewusst, wenn ihr in einem Make-up Store angestellt seid, geht es in erster Linie darum, dass ihr mehr verkaufen werdet bzw. sollt und nur selten dazu kommt, richtig zu schminken. Kommt natürlich auch drauf an wo ihr genau arbeitet.
Die Frage habe ich zwar schon beantwortet aber da viele konkretere Beispiele wollten, werde ich sie nochmal beantworten:

Welche Ausbildung in Wien kannst du empfehlen?

Da ich ja immer wieder danach gefragt habe, habe ich mich in letzter Zeit wieder sehr oft mit Kursen und Ausbildungsstätten auseinander gesetzt und empfehle den Visagistenkurs von byDavies. Der Name kommt euch vielleicht schon bekannt vor: Manu byDavies ist seit über einem Jahr für meine Haarverlängerung zuständig. Bei diesen regelmäßigen Terminen kommen wir immer ins Reden und da wir beide Visagistinnen sind, tauschen wir uns sehr oft darüber aus. Und ich sehe ja auch wie sie arbeitet und ihren Mitarbeitern Sachen vorzeigt ;)
Aber ich sage gleich: Ich bekomme keine Provision oder irgendetwas geschenkt, damit ich diese Zeilen schreibe, ich bin einfach nach langer Recherche und Austausch mit ihr davon überzeugt, dass ihr Kurs einfach wirklich Alles bietet, was man wissen sollte und kann dann gut ausgebildet starten. Ich werde sogar den dritten Teil ihrer Ausbildung buchen, die anderen beiden brauche ich ja nicht mehr, aber der letzte Teil bei ihr ist ganz dem Thema Haare gewidmet und da hatte ich in meiner Ausbildung leider nicht so viel Glück. Zusätzlich hatte ich mal einen Hair Basic Workshop bei Headquarters gemacht, aber auch den fand ich nicht wirklich empfehlenswert - und übertrieben teuer. Teil 1 (Anfängerkurs) beginnt bei Manu schon am 12. Jänner, danach folgt Teil 2 (Fortgeschrittene) im Februar und mein Haarstylingkurs findet im April statt. Toll finde ich außerdem, dass man alle Kurse extra buchen kann (z.B.: nur Teil 2) und die Kurszeiten Abends sind - so kann ich trotz Arbeit bei ihr teilnehmen.
Ich hoffe, ich konnte alle offenen Fragen zum Thema Make-up Artist bzw. Visagist in Wien beantworten und meine Erfahrungen waren hilfreich. Falls noch Fragen offen sind, stellt sie mir einfach unten in den Kommentaren und ich werde einen dritten Teil damit schreiben. 
Habt ihr schon darüber nachgedacht die Ausbildung zum Make up Artist zu machen?  Oder seid ihr schon ausgebildete Visagisten - Wenn ja: Was sind eure Tipps? 

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