Backpacking für Introvertierte: Wie du auch als ruhiger Mensch richtig Spaß unterwegs hast!

**Gastbeitrag von Patrick Hundt**patrick hundt

Patrick Hundt schreibt über Backpacking und sein Leben als digitaler Nomade auf 101Places.de. Für die ruhigen Menschen unter uns betreibt er außerdem introvertiert.org.

Vor Kurzem hat Patrick sein erstes Buch veröffentlicht. In “No Worries: Backpacking für Einsteiger” richtet er sich an Reisewillige, die sich zum ersten Mal einen Rucksack auf den Rücken schnallen, um die weite Welt zu bereisen. Das Buch gibt es in gedruckter Form und als eBook bei amazon.de.

Let’s go, Patrick!

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Dies ist ein Artikel für die ruhenden Pole da draußen.

Für Menschen, die sich gut selbst beschäftigen können, nicht jede Party mitnehmen müssen und mehr Ruhe als Action suchen.

Lass mich dir kurz meine Geschichte erzählen:

Ich war 25 Jahre alt, als ich zum ersten Mal als Backpacker aufbrach. Vorher kam mir diese Art des Reisens gar nicht in den Sinn. Ich dachte, ich sei nicht der Typ dafür. Zu ruhig und nicht cool genug für eine Abenteuerreise.

Doch irgendwann ergriff ich die Gelegenheit, zunächst mit einem Freund zu reisen. Beim zweiten Mal flog ich bereits allein. Plötzlich war ich also Backpacker, fragte mich aber immer noch, ob ich zu den anderen passe.

Einige meiner Vorlieben beim Reisen unterschieden sich tatsächlich von denen der Mehrheit. Das hat sich bis heute nicht geändert.

 

Bin ich als introvertierter Reisender arrogant?

Ich gestehe: Beim Reisen bin ich nicht unbedingt darauf aus, andere Menschen kennenzulernen. Ja, sie können eine Bereicherung sein. Manchmal sind Bekanntschaften ein schöner Nebeneffekt des Reisens. Doch oft sind sie wenig interessant und dann wird es für mich anstrengend. Ich wähle sehr genau aus, mit wem ich Zeit verbringe. Vielleicht ist das arrogant. Aber wenn ich arrogant sein muss, um mich wohl zu fühlen, soll es eben so sein.

Die meisten Bekanntschaften auf Reisen sind kurz und oberflächlich. Über Small Talk und andere Belanglosigkeiten geht es selten hinaus, weil die Zeit nicht ausreicht. Jedenfalls nicht für mich als Introvertierten, der besonderen Wert auf Tiefe legt. Ich brauche etwas Persönliches, um mit einem Menschen warm zu werden. Das ist jedoch nicht im Sinne der meisten Backpacker.

Beim Reisen (und zuhause) brauche ich nicht viel Nervenkitzel und Action. Ich muss nicht den ganzen Tag auf den Beinen sein und von einem Ort zum nächsten hetzen. Partys sind für mich kein großer Spaß und nur mit Menschen auszuhalten, die ich bereits gut kenne.

Von Gruppenausflügen halte ich mich gleich fern, wenn sie länger als einen Tag dauern. Ruhe und Zeit zum Reflektieren stehen bei mir höher im Kurs.

Auf meinen ersten Reisen wollte ich mich anpassen. Ich wollte das mögen, was alle mögen. Doch in den letzten Jahren habe ich gelernt, dass meine Wünsche völlig in Ordnung sind.

Seit ich mir erlaube, so zu reisen, wie es mir gefällt, fühle ich mich wohler in meiner Haut und kann das Reisen mehr genießen.

Das kannst Du auch.

 

So hast Du auch als ruhiger Mensch eine gute Zeit

Introvertierte Menschen haben kaum Probleme damit, Zeit allein zu verbringen. Mir fällt es jedenfalls nicht schwer.

Allein zu verreisen, stößt jedoch oft auf Unverständnis. Vielleicht wirst du sogar ein wenig bemitleidet. Lass dich davon nicht herunterziehen. Es ist völlig in Ordnung, allein zu verreisen (und viel besser, als gar nicht zu verreisen!).

Solltest du dennoch zu zweit oder in einer Gruppe reisen, dann wähle nur Leute, die du bereits gut kennst und die dich nicht auslaugen.

Egal, ob allein oder mit Freunden: Mit den folgenden Tipps solltest du auch als ruhiger Backpacker eine gute Zeit haben.

 

1. Gönne Dir ein Einzelzimmer

Investiere in ein Einzel- bzw. Doppelzimmer, wenn es die Finanzen erlauben. Du wirst häufig dankbar für diesen Rückzugsort sein.

Nach einem langen Tag auf den Beinen möchte ich mich nicht noch mit fremden Menschen auseinandersetzen müssen – oder zumindest die Möglichkeit haben, selbst darüber zu entscheiden.

Muss es trotzdem ein Mehrbettzimmer im Hostel sein, wähle eines mit möglichst wenigen Betten.

2. Vermeide Gruppenausflüge

Gruppenausflüge sind wie eine Pralinenschachtel. Man weiß nie was man bekommt.

Mit etwas Glück treffe ich in einer Gruppe ein oder zwei Leute, mit denen ich auf einer Wellenlänge liege. Vielleicht aber auch nicht, und dann wird der Ausflug zur Qual.

Daher bin ich bei Gruppenausflügen, die länger als einen Tag dauern, sehr vorsichtig. Ich nehme nur dann teil, wenn es sich nicht vermeiden lässt. Eine Gruppe kann dich ganz schön auslaugen, wenn es keine Rückzugsmöglichkeiten gibt.

3. Lass dich nicht vereinnahmen

Du wirst unterwegs andere Reisende kennenlernen, das garantiere ich dir. Oft sind es nur flüchtige Bekanntschaften, manchmal ist es auch mehr.

Einige Backpacker hängen sich gern an andere dran. Das ist in Ordnung, wenn es für dich okay ist.

Doch lass dich nicht von Menschen vereinnahmen, die kein Gespür dafür haben, dass du lieber dein eigenes Ding machst. Sag also auch mal nein, wenn es sein muss. Dir zuliebe.

4. Reise nach deinen Erwartungen

Backpacker müssen in Hostel-Dorms schlafen, Party machen, Leute kennenlernen, Couchsurfen?

Ich sage, Backpacker müssen gar nichts! Mach dir einfach deine eigenen Erwartungen. Rede dir keine Schuldgefühle ein, weil du nicht so reist, wie es von anderen erwartet wird.

Es gibt nur eine gute Art zu reisen: So wie du dich am wohlsten fühlst. Es ist egal, was alle anderen sagen.

5. Höre auf deinen Körper

Das ist mein wichtigster Tipp. Du solltest auf dich selbst Rücksicht nehmen.

Wenn dir alles zu viel wird und du überreizt bist, folge deiner Intuition – und die wird dir sagen: Zieh dich zurück! Gönne dir eine Auszeit, wenn die innere Anspannung zu groß wird.

Es ist völlig in Ordnung, nicht an jeder Action teilzunehmen. Es ist auch schön, zu beobachten, in der Hängematte zu baumeln oder ein Buch zu lesen. Ignoriere also nicht die Warnsignale deines Körpers, dann wirst du eine gute Zeit haben.

Du musst nicht extrem extrovertiert sein, dich ständig unter die Leute mischen und auf Action stehen, um als Backpacker reisen zu können.

Backpacking ist für mich vor allem eines: Individuelles Reisen. Ein Trip, den du ganz nach deinem Geschmack gestaltest. Mit so viel Spaß, Action, Erlebnissen und Menschen wie du es für richtig hältst.

Ich hoffe, dass du dich aufraffst und dem Backpacking eine Chance gibst, auch wenn du glaubst, nicht der Typ dafür zu sein.

Brauchst du noch etwas mehr Zuspruch, um auf deine erste Abenteuerreise zu gehen? Dann schau dir mal mein Buch “No Worries” an. Danach wirst du wissen, dass deine Sorgen unbegründet sind:

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Bist du auch introvertiert? Was sind deine Tipp und Erfahrungen? Rein damit in die Kommentare!

 


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