Auslandstagebuch: 17. Oktober 2011 - Surf Camp

Von Cathrin

Mit dem Tag meiner Zusage für Australien stand fest, dass ich surfen lernen wollte. Ich wollte genau so cool die Wellen reiten, wie ich es schon unzählige Male im Fernsehen gesehen hatte. Von der Uni aus fuhren wir im Oktober dann in ein Surf-Camp. Ein ganzes Wochenende Ferienlager-Stimmung mit unzähligen Surfertypen. Hach jaaaa... Aber ich wäre nicht ich, wenn ich mich nicht verdammt dämlich angestellt hätte: 
Nach einer ewig langen Busfahrt kommen wir endlich in die Nähe des Camps und der Busfahrer warnt uns schon vor, dass die Surflehrer einen immer verarschen wollen und beim letzten mal alle nackt da standen. Er will, dass wir sie verarschen und egal was sie diesmal machen, wir einfach im Bus tanzen und sie ignorieren... Nichts leichter als das... Bis zu dem Zeitpunkt, wo 15-20 Surfer ihre nackten Ärsche präsentieren und sofort alle ein Foto machen wollen... Mission fehlgeschlagen. Aus dem Bus ausgestiegen erzählten sie uns, dass wir unsere Badesachen anziehen müssten, weil wir noch eine nächtliche Surfstunde hätten. Na klaaaaaaaaa.... Aber man will ja kein Spielverderber sein, also ab in die Badesachen, Wetsuit über und ab unter die Dusche. „Haaaahaaaaa verarscht“ hören wir dann noch von den lachenden Surflehrern, und dann können wir uns wieder umziehen. 
Ach jaaa, Freitag Abend gab es sofort die Regel, dass in dem Camp nur Englisch gesprochen wird und nichts anderes...So wirklich ernst genommen hat das keiner, bis Cäcilia mir gerade was erzählen wollte (natürlich auf deutsch) und es sofort hieß „das war kein englisch 20 Push-ups“ Cäcilia hatte nochmal Glück und kam drum rum, was man im Laufe des Wochenendes nicht von jedem behaupten konnte...

Der Samstag fing so an, dass wir ganz liebevoll von einem der Instructor um 8 geweckt wurden, es immer noch am regnen war, wir schnell frühstücken konnten und es dann auch schon ab aufs Board ging... Nach einer kleinen Einweisung mit allen wichtigen Do's und Dont`s marschierten wir dann mit den gefühlt riesengroßen und super schweren Brettern ab an den Strand. Das allein stellte sich schon als eine Aufgabe für sich heraus. Endlich angekommen gab es dann erst mal Trockenübungen, wie man am besten aufsteht (und bei mir klappte es schon im Trockenen nicht) und dann ab ins Wasser...Ich war wirklich nervös, aber einmal im Wasser war alle Angst und Sorge vergessen und es ging ab aufs Brett. Ich weiß nicht, wie viel Salzwasser ich geschluckt oder in die Augen bekommen habe. Nach 2 Std. ging es dann zum Mittag zurück ins Camp, zu diesem Zeitpunkt war ich schon wie erschlagen. Doch nach einer kurzen Pause ging es dann zur 2. Surfstunde und wieder das gleiche Spiel... Das einzige, was ich geschafft habe, war auf den Knien zu surfen, aber immerhin. Nach dem Surfen haben wir unsere Wetsuits direkt angelassen, nur fix unseren Goon geholt und dann gings zum Kajak fahren... Auch da gabs wieder ein paar Regeln, die uns vorher haargenau erklärt wurden, so lautete eine Regel: Kein Alkohol im Kajak. Hmm was war noch mal Goon?! Ach ja Alkohol und die Instructor hatten uns ja quasi genötigt welchen mitzunehmen. Es gab sogar welchen umsonst von ihnen... Die Regel schien also nicht mehr in Kraft zu sein. Die Kajaks waren alles 2er-Kajaks, und wir waren zu viele, also musste in jedes Kajak noch eine dritte Person. In unserem Fall, war ich das... Ich saß also in der Mitte zusammen gekauert und war für den Alkohol in unserem Boot verantwortlich, da es ja auch nur 2 Paddel pro Boot gab. Wir wollten eigentlich zum so einem Seil paddeln und wer Lust hatte sollte sich dann von da ins Wasser stürzen, aber leider war das Seil abgeschnitten. Also wurde nur ein Gruppenfoto gemacht und wir haben 1,5 Runden „I have never ever...“ gespielt. Wenn sich das nicht wie Klassenfahrt anfühlt. Nach besagten 1,5 Runden ging sowohl der Alkohol aus, als auch die Zeit, um 5 p.m. sollte nämlich der Shuttle zum Bottleshop losgehen um für den Abend vorsorgen zu können. Also ruderten wir fix zurück...
Als ich gerade in unsere Hüte gehen wollte traf ich den Instructor, der dann sagte „10 Minuten, eben kurz duschen und dann geht’s los“ Öhm jaaaa... 10 Minuten mit allem drum und dran?! Das war eine Herausforderung... Also flitzte ich in unsere Hütte und eines der Mädels war am duschen, ich erzähl ihr also, dass ich keine Zeit habe ob sie sich beeilen könnte. Natürlich würde sie das machen. Joaaaa hab ich fast gemerkt... Als 5 Minuten später immer noch das Wasser am laufen war hab ich dann noch mal nachgefragt. Sie wäre jeden Moment fertig, eine weitere gefühlte Std. später geht endlich das Wasser aus. Gut zu wissen war auch, dass wenn ich das duschen jetzt nicht machen würde ich keine Zeit mehr dazu hätte!!! Aber das Wasser war ja jetzt aus, konnte also nur noch Sekunden dauern. Oder auch nicht, da Madame sich ja in aller Seelenruhe noch im Bad angezogen hat. Die Zeit ist mittlerweile alles andere als auf meiner Seite, also unter die Dusche gehüpft, schnell raus, Klamotten übergeworfen und ab geht die Post. Noch nicht ganz, meine Vorduscherin hält mich zurück und fragt ob ich ihr vllt was mitbringen könnte, da sie das nicht schafft!!!!!!! Is klaaaaaaaaa...Also ab zum Treffpunkt, glücklicherweise ist der Bulli noch da... Als wir ins Auto einsteigen, merken wir das eine Person zu viel ist, aber hier wird das ja nicht so eng gesehen, muss sie sich halt irgendwo hin quetschen. Im Drive-Thru Bottleshop angekommen springen wir raus, schnappen uns schnell Alkohol und fahren direkt zurück, gibt ja gleich Dinner.Noch während des Essens wurde das erste Trinkspiel begonnen: Buffalo. Ab sofort durfte jeder nur noch mit seiner linken Hand trinken und geöffnete Trinkgefäße jeglicher Art halten. Für mich als Linkshänderin jetzt nicht unbedingt ein Problem^^ Nach dem Essen ging dann der gemütliche Teil los... Lagerfeuer, Wein und quatschen. Hmm da war doch was, ach jaaa: Spielchen!! Zuerst wurden 2 Runden Flipcup gespielt, wobei unser Team natüüüüürlich gewonnen hat. Zum Glück, die Strafen hätte ich echt nicht machen wollen Danach wurde dann das „Orangenspiel“ gestartet und zu guter Letzt eine viel lustigere Version von Reise nach Jerusalem. Und wieder absolutes Klassenfahrt-Feeling, da fühlt man sich noch mal wie mit 17.