Ausgesondert, überfordert – Menschen am Abgrund

In der öffentlichen Debatte um die Gesellschaft, in den Zeiten von Hartz IV und Methusalem-Komplex, wird gerne von “gesellschaftlicher Teilhabe” gesprochen. Diese Teilhabe zu ermöglichen, das erwarten wir von der Gesellschaft und fordern es von der Politik.

Wir wissen um die Gefahren, wenn diese Teilhabe nicht stattfindet, wir sehen die Probleme wenn sie gestört wird oder verhindert.
Wir wissen nicht immer genau was diese “Teilhabe” meint. Für den einen sind es TV und Telefon, für den anderen ein schnelles Internet und für den dritten der kostenlose Besuch der Stadtbücherei.Den Grund für solche Funktionsstörungen der “gesellschaftlichen Teilhabe”, sehen wir im Mangel an finanziellen Mitteln,  wie auch in der – von vielen behaupteten – fehlenden Teilnahmebereitschaft bildungsferner  Gruppen.Eine Diskussion die sich eigentlich erübrigt, wenn man bedenkt, dass in den angesprochenen Kreisen ein wichtiger Bestandteil der gesellschaftlichen Akzeptanz ohnehin fehlt, nämlich die Anerkennung des Einzelnen als wichtiges Mitglied der Gesellschaft. Fast überflüssig zu erwähnen, nicht zuletzt mangelt es an dieser Anerkennung,  weil hinreichende Finanzmittel fehlen,  um bestimmte gruppenrelevante Konsumgüter zu erwerben.Tatsächlich fehlt manchem heute das Geld für die Versorgung mit wichtigsten Grundgütern und Hunger, wenn auch in moderatem Umfang, sowie Verwahrlosung trifft Menschen von denen man es nicht erwartet hätte.Die Presse, sowie einige populistische Politiker, tun das ihre dazu,  spotten über  immer größer werdende Bevölkerungskreise, die auf sogenannte Transferleistungen angewiesen sind, und schaffen ein Klima in dem Geldmangel stigmatisiert.Die Ursachen werden bei dieser Art der Betrachtung, im wesentlichen in der  wirtschaftlichen Entwicklung des Landes, der Branche  oder im individuellem Versagen der Person gesehen.  Zyniker neigen dazu, von “persönlichem Pech” zu reden.Für den Betroffenen läßt sich die Situation meist auf mindestens eine  von zwei Erfahrungen reduzieren.Man ist entweder “ausgesondert” oder “überfordert“.Das ermöglicht uns einen ganz anderen,  einen vom Menschen ausgehenden Blick auf die Problematik.“Ausgesondert” von einer Gesellschaft, für die man  zu alt, zu krank, zu unfähig oder sonstwie untauglichist.  Für die man das falsche Geschlecht, die falsche Ausbildung oder andere “falsche Eigenschaften” hat.
Eigenschaften, die sich in der Regel, weder kurz-  , noch mittelfristig,  oft überhaupt nicht,  ändern lassen.“Überfordert” sind viele von uns, durch die Komplexität des modernen Lebens,  durch emotionale Forderungen von Partnern oder Familie,  finanziellen Druck, Unübersichtlichkeit verschiedenster Forderungen  oder schwierige Verantwortungs-  und Entscheidungsstrukturen.Das Gefühl “ausgesondert” zu sein, wie der Eindruck der “Überforderung”, können zu Depression, Lebensüberdruss und in extremen Fällen zu menschlichen Katastrophen führen. Zu amokartigen Ereignissen, die auch andere Menschen in Mitleidenschaft ziehen. Beides, “Aussonderung” und “Überforderung”,  kommt auf leisen Sohlen, erscheint der Umwelt oft belanglos und der Betroffene will es nicht wahr haben. Oft fällt niemandem etwas auf, aber das Leben   der Menschen ändert sich grundlegend.Die Zahl der Betroffenen steigt in Zeiten wirtschaflicher Probleme exponentiell, sie kann das politische Klima eines Landes bestimmen und ist nicht zu verwechseln mit temporären Unlustgefühlen die jeder kennt.
Neben den möglichen  wirtschaftlichen und politischen Folgen ist es aber in erster Linie das menschliche Drama das sich hinter solchen Entwicklungen verbirgt,  das politisches Handeln erforderlich machen sollte.Einige Ursachen beider Problemkreise (z.B. Alter oder Krankheit), lassen sich nicht beheben.Andere lassen sich beseitigen, ausgleichen, bewältigen.
Alle Probleme aber,  sollten für den Menschen handhabbar werden.Dafür wird es, neben klugen Gesetzen und Verordnungen, auch der Hilfe vieler  Menschen bedürfen.Im Problemfeld des “Ausgesondert” könnte es zum Beispiel  einen neuen Beruf, vielleicht eine ganze Berufssparte, geben. Den Beruf des “sozialen Integrators”. Ein Mensch der hilft, neue gesellschaftliche Rollen zu finden, ein Mensch der hilft, unlösbar scheinende Probleme zu lösen.
Die Vorarbeit für diese Aufgabe,  könnte in einem Superministerium ”Familie und Arbeit” statt finden.  Ansätze gibt es schon heute im Bereich der Familienberatung von kirchlicher und staatlicher Seite, sowie  der Berufsberatung in den sogenannten “Agenturen für Arbeit”. Allerdings stelle ich mir die Anforderungen an diese Helfer deutlich höher vor, psychologische Kenntnisse und soziale Kompetenz werden Vorraussetzung sein müssen.Das Thema “Überforderungen” könnten ebenfalls von einer Superbehörde bearbeitet werden, zumindest zu einemgroßen Teil. In einer Welt der “unzuverlässigen Einkommen”, kurzer Kündigungsfristen und zunehmender Arbeitslosigkeit, sind langfristige, schwer kündbare  finanzielle Verpflichtungen schlicht unmoralisch.Private Kredite und unsichere Versicherungen sind so unnötig  wie der Handel,  mit mehrfach in die Tiefe gestaffelten Kreditforderungen und Geldersatzpapieren.Letztlich werden fast alle Überforderungsprobleme durch ein Zusammenspiel von Finanzverwaltern,Integratoren und Familien- bzw. psychologischen Beratern gelöst werden können.Gelöst werden  -  sollten sie allemal.Überforderung und Aussonderung sind Sammelbegriffe für sehr unterschiedliche, sehr komplexe und sehr tiefgreifende Probleme.Lösen muss diese Probleme jeder selbst, aber der Staat, die Politik muss alles tun, um dabei zu helfen. Gelingt das nicht, sind nicht nur einzelne Existenzen in Gefahr, sondern es können langfristig auch Gesellschaft und Kultur Schaden nehmen. Aus dem individuellen Problem weniger,  kann eine Massenpsychose werden, wenn die Ursachen der Probleme viele betreffen.  Die Menschen werden anfällig für Führergestalten; Verschwörungstheorien haben den Stellenwert von Tatsachenberichten und Dolchstoßlegenden tauchen aus dem nationalen Sagenschatz auf.Der -dlp-Versuch sich auf  “Familie” und ”Verbraucher” zu konzentrieren, ist ein Versuch gesellschaftliche Probleme ernst zu nehmen.
Die Thematisierung der Situation von “Ausgesonderten” und “Überforderten”,  soll dazu beitragen, das Menschen die in Not geraten sind, die Probleme mit sich und ihrer Rolle  haben, das diese Menschen  sich in unserer Gesellschaft wieder daheim fühlen.

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