Ausdauersport & Asthma: Ein perfektes Doppel (und was mir sonst noch hilft, damit umzugehen und zu leben)

Wie ich das sagen kann? Weil ich es lebe: Ausdauersport & Asthma. Für mich war es, ist es, wird es immer das perfekte Doppel sein. Vielleicht habe ich unglaubliches Glück, dass ich mit meinem Asthma so gut leben kann. Dass es sich seit meiner Kindheit gebessert hat. Vielleicht habe ich mich aber auch einfach damit abgefunden und lebe tatsächlich damit. Ab und zu werde ich gefragt, ob ich schon immer Asthma habe. Ja, eben so lange ich mich erinnern kann. Die chronische, entzündliche Atemwegserkrankung verläuft mein Leben lang wellenförmig und wird durch verschiedenste Reize verursacht. Zum Glück konnte mich diese Erkrankung aber nie davon abhalten, mit Leidenschaft immer an meinem sportlichen Leben festzuhalten. Auch das schon seit meiner Kindheit. 

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Hohe Flügeltüren schwingen langsam hin und her und meine Familie wird immer kleiner, während ich über die Schulter einer Krankenschwester schaue. Ich weine. Sie trägt mich fort. In meiner Erinnerung ist alles seltsam weiß und hell. Jahre später komme ich von dem Geburtstag meiner Freundin, die ein Meerschweinchen hatte. Ich war anschließend zwei Wochen krank geschrieben, obwohl die Eltern von ihr die Wohnung gründlich reinigten und das Tier gar nicht da war. Oder ich liege mit Sonnenbrille, weil durch meinen Heuschnupfen kaum aus den Augen schauen kann, auf der Schulbank und pfeife vor mich hin. Ich sitze im Auto mit geschlossenen Augen. Meine Familie unterhält sich darüber, wie sehr mir wieder die Augen tränen, wie ich nach Luft schnappe und das heute wohl wieder kein so guter Tag sei. Momente, die ich einfach immer wieder sehe. So wie meine Eltern, die im Flur stehen und ratlos auf den Notarzt warten. Mein Papa kam kurz davor von einer Telefonzelle. Er wurde scheinbar gefragt, ob es sehr schlimm sei. Ich frage mich heute immer noch, was da besorgte Eltern sagen sollen. Natürlich ist es schlimm. In diesen Momenten fiel das Atmen so schwer, dass mir alles egal war. Ich fand für mich irgendwann heraus, dass das Atmen leichter fällt, wenn ich ganz still auf dem Bauch liege. Rücken geht gar nicht. Seite irgendwie.

Bei Asthmaanfällen schwillt die Schleimhaut der Atemwege an, die Bronchialmuskulatur verkrampft und es wird übermäßig viel Schleim produziert. Ja, das hört sich schon eklig an. Ist es irgendwie auch. Aber man gewöhnt sich ja bekanntlich an vieles. Für mich fühlt es sich dann an, als würde jemand auf meinem Brustkorb stehen. Manchmal kratzt es dann gleichzeitig so sehr in mir, dass ich glaube, ich halte es nicht aus. Meist kann ich kaum ausatmen. Bestenfalls pfeift und brummt es in meinem Oberkörper. Wenn es schlimmer ist, können es auch andere hören. Meine Familie sagt dann immer, es hört sich an, wie eine Dampflok. Zum Glück haben solche Momente mittlerweile Seltenheitswert. Ich konnte meine Medikamente auf ein Minimum reduzieren und brauche kein Kortison. Ich glaube ganz fest daran, dass es unter anderem auch am Sport liegt, aber auch an vielen Kleinigkeiten, die mein Leben ausmachen, bereichern, verbessern.

Mal ist es schlimmer, mal vollkommen weg, mal habe ich Monate täglich Probleme. In meiner Kindheit war es vielleicht am schlimmsten, aber vielleicht auch nur deshalb, weil es einem als Kind so schlimm vorkommt. Ich hatte immer einen Zettel in meiner Tasche. Ein Vordruck der Kinderärztin mit ihrer Adresse und dass ich unter Asthma leide, welche Medikamente ich nehme und wer zu benachrichtigen ist, wenn ich einen Anfall habe. Das hat mich immer irritiert und verunsichert, aber gleichzeitig etwas beruhigt. So wusste ich, dass mir geholfen werden kann, wenn es mal wieder so weit war.

Wenn ich darüber nachdenke, war das Asthma dann besonders schlimm, wenn ich starken Heuschnupfen hatte und wenn mein Immunsystem gegen alles rebellierte. Wenn meine Neurodermitis dafür sorgte, dass ich Verbände tragen musste oder ich beim Sport zu viel von mir selbst verlangte. Ich wuchs nicht in einer sterilen Umgebung auf, war immer draußen, wurde gestillt, wuchs mit Tieren auf, machte immer Sport und meine Familie ernährte sich eigentlich auch recht bewusst. Vermutlich wurde ich mit all dem geboren, werde immer wieder mal mehr, mal weniger damit zu tun haben. Dennoch hat es nie und wird es auch nie etwas daran ändern, dass ich Sport liebe und treibe. Dass ich sportliche Wünsche und Ziele habe. Dass ich weiß, dass es anderen viel schlimmer geht, es dramatischere Erkrankungen gibt, dass ich Glück habe und sehr dankbar bin, dass ich fast immer alles machen kann. Ab und zu nur eben etwas langsamer, behutsamer, achtsamer.

Es war nie eine Option, deshalb nichts zu machen oder mich zu schonen. Asthma und Sport ist ein Thema, das mich deshalb schon immer beschäftigt. Ich möchte keine großen Theorien erstellen oder den aktuellen wissenschaftlichen Stand zusammenfassen. Hier soll es heute einfach darum gehen, wie ich damit umgehe und dass es selbst im Erwachsenenalter nicht immer einfach ist. Es ist meine persönliche Geschichte und ich möchte niemandem Ratschläge erteilen. Ich möchte nur zeigen, was mir hilft und was für mich funktioniert. Natürlich darf da das Thema Sport keinesfalls fehlen.

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  1. M E I N E    T H E R A P I E N

Dieses Thema kann ich recht schnell abhandeln. Ich bin momentan sehr gut auf ein Spray eingestellt, das ich immer bei mir trage. Aber seit meiner Kindheit habe ich einiges versucht. Auf Jahre mit Desensibilisierung und mehreren Kuren, folgten Jahre mit Akupunktur und Homöopathie. Ich kann mich nicht erinnern, dass es jemals eine Zeit ohne Arztbesuche gab. Das änderte sich erst lange nach der Pubertät. Ob das alles tatsächlich etwas gebracht hat, kann ich nicht wirklich bejahen. Aber wie würde es mir gehen, wenn ich all das nicht mitgemacht hätte? Ich glaube, ich würde diese Möglichkeiten immer wieder in Betracht ziehen, sollte sich mein Asthma, mein Heuschnupfen und meine Neurodermitis verschlimmern.

  1. A L L E R G E N E    M I N I M I E R E

Es ist für mich erforderlich, dass ich Allergene minimiere. Mein Asthma ist nicht nur belastungsinduziert. Mein Körper rebelliert gern gegen ziemlich viel. Ich versuche, so viele Allergene zu meiden, aber gleichzeitig möchte ich kein steriles Zuhause aufbauen und mich nicht zu sehr abschotten. Gardinen gibt es eigentlich nicht. Ich habe entsprechende Betten und Decken. Achte auf meine Kosmetik… Frühjahr, Sommer und Herbst verbringe ich fast täglich mit Haare waschen, um so wenig wie möglich Pollen ins Bett zu tragen. Hört sich kompliziert und anstrengend an, aber wenn man damit aufwächst, ist es das gar nicht. Für mich ein ganz normales Leben. Dazu gehört auch, dass ich beispielsweise Phasen habe, in denen ich regelmäßig Öl ziehe und eine Nasenspülung nutze.

Bei manchen Sachen reagiere ich mehr, bei anderen weniger. Mir reichen zum Beispiel bei einigen Tierarten wenige Minuten, um mich komplett auszuschalten. Gleiches gilt für Lebensmittel und Medikamente, die Asthmaanfälle auslösen können. Vor allem bei Pferden kennt mein Körper kein Halten. Ich muss nicht einmal in ihre Nähe komme. Es kann ausreichen, dicht an einem Reiterhof vorbeizufahren oder dort kurz anzuhalten. Steht der Wind ungünstig und mich erreichen irgendwie Tierhaare, kann es losgehen. Deshalb gilt für mich, ich liebe Tiere, aber ich wahre meinen Abstand.

  1. I M M U N S Y S T E M   S T Ä R K E N

Ein starkes Immunsystem ist ebenso wichtig für mich, wie eine sehr gesunde, basische Ernährung mit entzündungshemmenden und adaptogenen Zutaten (siehe unten). Wechselduschen – ok, ich kürze das Prozedere einfach ab und dusche direkt kalt, wann immer es geht. Saunabesuche. Sport. Alles, was dazu beiträgt, dass ich nicht schlapp mache.

Das Beste ist, leider einfacher gesagt, als getan: niemals krank zu werden. Vor allem müssen die Atemwege immer schön fit sein. Erkältungen oder vielleicht sogar eine Grippe können sich noch lange nach der Genesung sehr negativ auswirken. Um den Schleim aus meinem Körper zu bekommen, braucht es zum Teil Wochen. Treppen, seien es nur die aus einer U-Bahn heraus, können zu einem Marathon werden. In schlimmen Situationen ist der Weg von der Couch zum Bad schon eine Herausforderung.

  1. M E I N E    E R N Ä H R U N G S U M S T E L L U N G

Nicht nur auf mein Immunsystem sondern auch auf mein Asthma, verschiedene Allergien und die Neurodermitis hat sich meine Ernährungsumstellung positiv ausgewirkt. Grundlage dafür war eine Blutanalyse. Ob man daran glauben möchte oder nicht, aber seither hat sich viel verändert und ich würde das immer ganz uneingeschränkt weiter empfehlen. Ich bin für mich der Meinung, dass das fast gänzliche Weglassen von Milchprodukten, Haushaltszucker, Getreide und fertige Lebensmittel neben der Reduktion von Stress (siehe unten) und einem regelmäßigen Tagesablauf mit einem guten Schlafrhythmus den größten positiven Effekt hatte.

Bei meiner Ernährung achte ich nicht nur darauf, dass ich den größten Teil meiner Mahlzeiten aus frischen und rohen Zutaten zusammenstelle. Wichtige Zutaten sind zudem entzündungshemmende Lebensmitteln wie Leinöl, Ackerschachtelhalm, Bärlauch, eine Vielzahl von Kräuter und Gewürze, Ingwer, Zwiebeln, Knoblauch, Chia, alles, was viel Vitamin C und Carotinoide enthält.

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Als zweiten großen Baustein betrachte ich adaptogene Lebensmittel wie Schisandra-Beeren, Tulsikraut, Zistrose, Jiaogulan, Maca, Ginseng, Shiitake, Rhodiola, Reishi, Grüntee/Matcha, die meinen Speiseplan abrunden. Diese sollen dem Körper helfen, Stresssituationen besser zu verarbeiten und zu regenerieren. Alles nicht nur wichtige Eigenschaften, um mein Asthma auf natürliche Weise im Griff zu haben, sondern die auch bei intensiver sportlicher Aktivität wichtig sind.

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Viele dieser Lebensmittel schmecken für viele sehr gewöhnungsbedürftig. Ich habe oft zu hören bekommen, dass man das nicht essen oder trinken kann. Zu bitter, zu seltsam, zu überhaupt. Das kenne ich übrigens schon seit meiner Kindheit. Ich glaube fest daran, dass mein Körper mit diesem Sinn danach genau weiß, was er tut. Wie auch beim Sport, gilt auch hier: höre auf deinen Körper. Aktuell liegen Brombeeren (ihnen wird ebenfalls eine entzündungshemmende Wirkung nachgesagt) ganz oben auf meiner Suchtmittelliste. So wie Jiaogulantee. Ich frage mich erst gar nicht wieso.

Ich esse und trinke das alles einfach unheimlich gern. Meine absoluten Favoriten für den täglichen Gebrauch sind Grüntee/Matcha, Jiaogulan, Brennnessel, Zistrose und Tulsikraut. Als Tee zubereitet liebe ich zudem Ingweraufgüsse und alles, was scharf schmeckt und sehr würzig ist. Zusammen mit etwas Zitrone ergibt heißes oder eiskaltes Ingwerwasser eine feine Erfrischung, die mir zuweilen Linderung verschafft, indem es die Bronchien entspannt und Schleim lösen kann. Ingwer kann darüber hinaus wie viele entzündungshemmende und adaptogene Lebensmittel auch für Sportler eine wertvolle Ergänzung sein. So wie Forschungsgruppe Dr. Feil darauf schwört, liebe ich Ingwer und eine Vielzahl anderer Gewürze ebenso für diese Eigenschaften.

  1. L U F T V E R Ä N D E R U N G

Ich weiß, dass Klimawechsel sehr wohltuend sind. Berg- und vor allem Meeresluft sind eine wahre Freude. Je rauer die Natur, je besser geht es mir. Anfangs kann sich alles erst einmal verschlimmern, wie ich es dieses Jahr wieder auf Mallorca erlebt habe, aber dann folgt meist eine sehr ruhige, entspannte Phase. Was oft für Probleme sorgt, sind Täler. Vermutlich zieht es mich deshalb auch so sehr Richtung Ozean und auf die dürre Insel Fuerteventura. Es war wunderbar, im vergangenen Jahr fast ohne Probleme an einem Triathlon teilzunehmen und die anderen Jahre dort in Ruhe trainieren zu können.

Deshalb aber umzuziehen und die staubige Stadt und das flache Land zu verlassen, kam dennoch nie in Frage. Ich glaube nämlich, dass auch sicher an der See mein Körper irgendwann irgendetwas findet, wogegen es sich lohnt zu rebellieren. Inhalieren ist da schon eher etwas, was ich regelmäßig in Betracht ziehe. Sole hat bis jetzt nicht nur in akuten Situationen geholfen. Das kenne ich von den Kuren aus der Kindheit. Manche Krankenkassen stellen das passende Inhalationsgerät. Was ich unbedingt in der Stadt ausprobieren möchte, sind Salzgrotten, die mehr und mehr eröffnen.

Klimawechsel ja, Wetterwechsel nein. Egal zu welcher Jahreszeit. Zu kalte Luft. Zu feuchte Luft. Zu staubige Luft. Ja, irgendwie ist ja immer etwas…

  1. R U H E   &   G E D U L D

Wichtig beim Sport – im Training und Wettkampf, aber auch im Leben allgemein ist es für mich, Ruhe zu bewahren. Mal davon abgesehen, das Panik noch niemanden geholfen hat. Ein Tee aus der Liste oben kann am Abend schon einmal Wunder wirken.

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Aufregung, Stress, emotional belastende Momente können sich ebenso negativ auf das Atmen ausüben wie (ja) Freude und Lachen. Kitzelt man mich ab, kann ich darauf warten und in Sekunden beginnt der Husten. Fast noch schlimmer als beim spontanen Loslaufen. Zu hoch gesteckte Ziele, die mich innerlich Aufwühlen, sind ebenso wenig förderlich, wie ein zu hoch gegriffenes Tempo.

Die Einsicht, mich vor einem Wettkampf, insbesondere einem Lauf- oder Radwettkampf aufzuwärmen, hatte ich erst vor einigen Jahren. Aber es macht einen riesigen Unterschied. So kann ich nicht nur die erste Aufregung loswerden, sondern auch meinen Körper auf Betriebstemperatur bringen. Wie ihr euch vorstellen könnt, kann sich das nicht nur positiv auf das Atmen auswirken, sondern auch muskulär. Eine Garantie für einen gut verlaufenden Wettkampf gibt es aber dennoch nicht. Ihr merkt, es schwingt immer etwas Zurückhaltung mit. Zu oft habe ich schon zu viel gewollt und wurde von meinem Körper enttäuscht. Manchmal hilft aber auch sehr langes Einlaufen nicht. Da sind schnelle Einheiten absolut unmöglich, wenn ich nicht riskieren möchte, dass ich mehrere Tage unter einem Husten leide oder die Bronchien sich sogar total zusetzen.

Gelassenheit ist auch oft nachts gefragt. Nicht nur, dass ich oft nicht liegen kann ist belastend. Der Druck, endlich einzuschlafen, weil man am nächsten Tag zur Arbeit muss oder andere wichtige Termine hat, kann einen wirklich richtig nervös machen. Das Problem ist nur, dass es weder das Asthma verbessert, noch den Kopf befreit oder beim Einschlafen hilft. Wirklich Ruhe zu bewahren, ist dabei eine Herausforderung.

Kommt es zu einer Notsituation, im Leben oder auch im Wettkampf, hat mir Yoga sehr geholfen, diese Momente zu überwinden. Im Wettkampf keine Luft zu bekommen, ist eine Sache. Damit kann ich irgendwie umgehen. Wie in meiner Kindheit, ist es aber auch heute noch manchmal sehr schwer, mitten im Leben damit zurecht zu kommen und keine Angst zu empfinden. Beziehungsweise diese zu erleben, hinzunehmen, auszuhalten und zu überwinden. Wenn ich nachts wach werde, hilft Aufstehen und eine Art brummende Atmung mit Lippenwiderstand. Das beruhigt, verbessert das Atemgefühl und hilft die Minuten abzuwarten, bis die gewünschte Wirkung von Medikamenten einsetzt. Ähnlich ist es beim Sport. Natürlich würde ich bei akuten Zuständen, sofort aufhören. Im Training musste ich das auch schon oft. Aber ein langsameres Tempo und die Konzentration auf die Atmung können einen riesigen Unterschied bewirken.

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  1. A U S D A U E R S P O R T

Nun aber zu meinem Lieblingsthema: Sport. Genauer gesagt: Ausdauersport. Langsam, länger, weiter. Das sollte eigentlich schon immer meine Devise sein. Als Kind habe ich zahlreiche Sportarten ausprobiert und mit Leidenschaft verfolgt. Vielleicht nicht immer zu meinem Besten, aber der Spaß zählte einfach. Andererseits war ich ängstlich und diese Angst konnte mir nicht genommen werden. In den 80ern war zwar schon klar, dass Sport dazu beitragen kann, dass man sich wohler fühlt, aber niemand hat mich zum Ausdauersport gebracht. Stattdessen hatte ich Angst vor langen Strecken. Ich ackerte mich sprichwörtlich mit pfeifenden Bronchien beim Sprinten ab. Ich liebte meine Spikes und ich liebte kurze Distanzen. Dass ich mit diesem Training aber nicht all zu selten direkt in einen Asthmaanfall rannte, war irgendwie niemanden klar. Um so älter ich wurde, je mehr ich selbst recherchierte und mich mit dieser Krankheit auseinander setzte, desto länger wurden die Distanzen. Auch heute laufe ich gern mal noch zu schnell für das, was mein Körper bereit ist, zu leisten. Irgendwie versucht man doch gerade wenn man an Wettkämpfen teilnimmt, die Grenzen auszuloten. Aber ich weiß sehr wohl, was passieren kann. Dennoch ist die größte Hilfe, mein Asthma im Griff zu haben, Ausdauersport. Das A und O ist für mich, mein Lungenvolumen zu trainieren. Höre ich aus irgendeinem Grund mit dem Sport auf, kann ich darauf warten, wie sich die Erkrankung verschlimmert und mehr und mehr mein Leben unterwandert.

Ja, ich kann Intervalle, an meine Grenzen und an meinen maximalen Puls heranlaufen – ABER das würde ich nie versuchen, wenn plötzliche Kälte einbricht, die Ozonbelastung mittags sehr hoch ist, eine sehr starke Pollenbelastung herrscht, die Luft schwül ist,… Ich kann auch von mir nicht behaupten, dass ein Lauf nach einem Regenschauer die beste Wahl ist. Im Regen läuft es meist ganz gut. Muss aber nicht. Es hört sich vielleicht komisch an, aber nach einem Regenguss habe ich oft das Gefühl, dass die Pollen irgendwie ALLE in Bodennähe sind oder ins Zimmer gedrückt werden. Vor einem Regenschauer, wenn sich der Luftdruck ändert, setzt das auch gern meine Atemwege zu. Richtig gut funktioniert ein Training dann erst wieder einige Stunden nach dem Regen.

Morgentrainings sind meist eine gute Wahl. Die Luft ist klar, mein Körper ist noch frisch und nicht geschwächt. Er kann mit kleinen oder auch größeren Belastungen ziemlich gut umgehen.

EISWUERFELIMSCHUH - Radgeschichten Mallorca Triathlon 2015

Wenn ich mich bei leichter Atemnot noch an ein Training oder Wettkampf wage, kann es durchaus am nächsten Tag sein, dass ich im Brustkorb Muskelkater habe. Das intensive Ein- und Ausatmen ist wahrlich eine Anstrengung. Zum Glück musste ich noch keinen Wettkampf abbrechen, aber schon hin und wieder das Tempo so reduzieren, dass ich gut durchkomme. Mein Asthmaspray hilft dabei auch nur bedingt. Außerdem machen mich die Nebenwirkungen so kirre, dass ich versuche, es so selten wie möglich zu verwenden.

Im vergangenen Jahr konnte ich erleben, welch positiven Effekt Höhentraining für mich hat. Hier in der flachen Stadt ist es mit speziellen Kammern möglich. Ich habe mit diesem Training meine Triathlonsaison vorbereitet. Neben zahlreichen positiven Effekten, die ich hinsichtlich des Trainings feststellen konnte, gefiel mir die ganz subjektiv gefühlte Verbesserung meiner Atemkapazität und Minimierung meiner Asthmasymtome am besten. Ganz nebenbei ist so ein Raum, der abgeschottet ist von der Außenwelt, perfekt um ohne Pollenbelastung zu trainieren.

Weil es für mich immer sehr schwer ist, zu kalkulieren, wie sehr ich unter dem Asthma leiden werde, ist eine langfristige Wettkampfplanung schwierig. Deshalb bin ich immer sehr zögerlich. Wenn ich gut durch milde Winter komme, kann es eine gute Voraussetzung für einen Frühlingsmarathon sein. Aber wenn die Pflanzen zu schnell anfangen zu blühen, kann die Vorbereitung ebenso schnell zunichte gemacht werden. Jeden Wettkampf, den ich mit einer Vorbereitung angehen kann, bei der alles einigermaßen glatt ging, ist ein wahrer Genuss und Freude pur. Ich freue mich auf viele mehr, aber noch mehr darauf, auch weiterhin so sportlich aktiv sein zu können. Mit oder ohne Wettkämpfe!

Ich hoffe natürlich sehr, dass ihr ein gesundes Leben führt. Solltet ihr aber dennoch dazu Fragen haben, weil es euch ähnlich ergeht, meldet euch bitte wie immer gern bei mir. 

..‘Din’ ist Gründerin von Eiswuerfel Im Schuh

20121111-082354.jpgAls Triathletin & Autorin von Eiswuerfel Im Schuh bin ich zusammen mit meinem Sportfotografen immer auf der Suche nach der nächsten Herausforderung und neuen Bildmotiven. Als Julimädchen liebe ich die Sonne, das Meer und den Sand zwischen den Zehen, genieße aber auch die Ruhe auf meiner Yogamatte oder auf einem Surfbrett. Ich freue mich, mit dir auf FacebookTwitter, Pinterest, Instagram und Google+ in Kontakt zu bleiben.


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