Aus Mangel an Beweisen

Wilsberg. ZDF.

Vor 12 Jahren wurde ein vermeintlicher “Kinderschänder” freigesprochen. Es verschwindet plötzlich ein Kind aus der Nachbarschaft. Der vor Jahren freigesprochene Mann hat DAMIT nichts zu tun – doch der Mob will ihn lynchen.

Menschen sind so, sage ich heute wieder.

Dass sich der Mann im Laufe der Serie dann doch noch als schuldig erweist, tut nichts zur Sache. Die Bilder sind real. Irgendwo in Deutschland fanden vor Kurzem noch Mahnwachen statt, weil das Volk einer Therapie misstraut. Und dessen Bürgermeister schob sich an die Spitze des Mahn-Mobs, um wiedergewählt zu werden. Somit ist es definitiv egal, ob es hier oder andernorts gegen Ketzer, Hexen, Juden, Kaukasier, Vietnamesen oder Fallschirmspringer geht: Jede erwünschte Verurteilung heißt Steinigung.

Der Fehler der Wilsberg-Nebenhandlung: Hier, im Film, versammelten sich ausschließlich Männer, wo doch jeder weiß, dass bei kollektivem Mobbing Frauen deutlich initiativer sind.

Aber Ernst beiseite:

Ansonsten mag ich Wilsberg, alias Leo Lansink. Wir sind sogar Facebook-Friends. ~~~ Ach nee! – Waren. Nun hat er nur noch eine Gefällt-mir-Seite. Aber egal, jedenfalls muss ich dies Jahr noch unbedingt nach Bielefeld, bevor das Kaff von den Wilsberg-Autoren endgültig weggeschrieben wird.



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