"Aufbruch zum Mond" / "First Man" [USA 2018]


Das existenzialistische Verlorensein, die DNA der Science-Fiction-Philosophie schlechthin, begeistert Damien Chazelle beileibe nicht. "Aufbruch zum Mond" ist ein Biopic technizistischer Entmachtung – die Astronauten um Neil Armstrong (betonverhärtet: Ryan Gosling) und Buzz Aldrin (rüpelig: Corey Stoll) müssen sich in enge, klaustrophobische Kommandomodule zwängen, rotieren wie in Trance und sehen das schwarze Außen durch ein winziges Guckfenster. Den Blick dorthin, wo die Fantasie das Nichts des Alls ausfüllt, spart sich Chazelle (meistens). Er erklärt die Helden zu alltäglichen Überlebenskünstlern, indem er deren Sicherheit beständig in Frage stellt. Aber "Aufbruch zum Mond" will auch verklären: die erste Mondlandung als biblisches Fortschrittsprojekt, Neil Armstrong als liebender, stellenweise egomanischer Familienvater, dem der Geist (wortwörtlich) seiner verstorbenen Tochter (Lucy Stafford) vor der Bewusstlosigkeit rettet. Die Kitschkuh nostalgischer Rückeroberung geht mit Chazelle ein zweites Mal durch. Jenseits von skeptischen Zwischenfragen einer unter Konkurrenzdruck fatal sich verselbstständigen Aufwärtsentwicklung gegenüber, die in eine gefährliche, Menschenleben einfordernde Schieflage zu geraten droht, verfilmt er einen NASA-Bilderkatalog himmlischen Heulens. Wer war Neil Armstrong, wer war, eigentlich, seine Frau (Claire Foy)? Berechtigte Fragen, einfältig beantwortet. Während sich Janet Armstrong (Foy) der Rolle der Hausfrau fügt, treibt die Trauer ihren Mann (vor)an, um sie – auf dem Mond – schließlich zu beerdigen. Die Oscar-Jury jubelt ergriffen.

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