Auf Digital Detox Light in Myanmar: Meine Einsichten, Erlebnisse & Reisetipps

Vor Abflug nach Asien Mitte Oktober bin ich in ein Burn Out-Loch gefallen.

Das ganze Jahr 2014 war bis dato voll mit Action ohne Ende: Projekt Launches (wie z.B. Blog Camp Onlinekurs), Deadlines, das Veröffentlichen meines E-Books, Reisen, Konferenzen, Vorträge und Workshops…

Und dann kam die Wand:

Ich hatte keine Lust mehr Zeit vor dem Laptop zu verbringen, das Schreiben hat mir keinen Spaß mehr gemacht, über Business und alles was damit zu tun hat nachzudenken oder zu sprechen war mehr Tortur als sonst immer Vergnügen.

Wenn mich auf der Dynamite Circle Konferenz jemand gefragt hat, was ich so für ein Business betreibe, habe ich oft nur kurz und knapp geantwortet und versucht auf andere Themen auszuweichen.

Mein Leben verläuft in Zyklen:

Einige Monate mega Motivation, Ideen und Enthusiasmus – gefolgt von ein paar Wochen oder Monaten Ruhe, Entspannung, Entschleunigung, Besinnung auf mich selbst und einfach nur: Leben.

Mein Rescue Time hat in den Wochen vor Myanmar wenig zu tun gehabt. Mein All-Time-Arbeitstief war in der Zeit vor Myanmar satte 12 Stunden in einer Woche am Laptop. Das meiste nur Email und Facebook. #Prokrastination

rescue time

Das schöne ist, als Digitale Nomadin und Lifestyle Designerin kann ich mir den “Luxus” solcher Arbeitszeiten gönnen. Der Großteil meines Einkommens ist passiv, d.h. es kommt auch ohne mein großes Zutun auf mein Konto und ich muss mir keine Sorgen machen.

Zurück zu Myanmar.

Im Januar haben meine Facebook-Fans abgestimmt, dass ich von allen Ländern auf dieser Welt nach Myanmar reisen sollte.

wo soll ich hinreisen

Die ganze Zeit hatte ich es im Hinterkopf, aber geplant hatte ich nichts, bis Anfang November mich ein Freund über Facebook anschrieb, ob ich nicht Lust hätte nach Myanmar zu kommen, er würde dort in ein paar Tagen mit einer Freundin aufschlagen. Cool, ich war dabei, super Timing.

Ohne Plan, Reiseführer oder sonstiger Recherche vorab, hab ich also meine sieben Sachen gepackt und bin los von Bali über Bangkok nach Yangon.

Ich habe erwartet, dass das Internet nicht so geil sein würde dort, aber irgendwie war ich wohl auch ein wenig naiv, vielleicht war es mir unterbewusst auch einfach schlichtweg egal.

Es gab zwar an den meisten Orten und in unseren Hotels Wifi – aber völlig (!!!) unbrauchbare Internetverbindungen. Wenn nur Emails checken drei Minuten dauert und sich dein Facebook-Feed tagelang nicht aktualisiert, kann man fast nicht von “Online” sprechen.

Die einzigen Orte, an welchen Internet recht gut funktioniert hat waren die guten alten Internet Cafés. Dort bin ich zwei, drei Mal hin um das Wichtigste zu erledigen. Gut vorbereitet auf meine Offline Zeit in Myanmar war ich nämlich nicht.

internet cafe myanmar

In Yangon habe ich mir vor Abreise in den Norden sogar eine SIM-Kart mit 3G besorgt (was nicht die einfachste Übung war). Denn normalerweise ist das als Digitale Nomadin eine meiner ersten Handlungen in einem neuen Land ausserhalb Europas: Ich brauche mobile Connection!

Aber wie ich bei Ankunft in Bagan feststellen musste, gibt es ausserhalb der großen Städte noch überhaupt keinen Handy-Empfang (zumindest nicht mit Telenor, meinem ausgewähltenProvider). Überflüssige Anschaffung also.

So hing ich also fest mit solchen Internet-Geschwindigkeiten (hier in unserer Unterkunft in Bagan):

speedtest

Also quasi fast nicht existent. Zum Vergleich: In Berlin zuhause habe ich 15 Mbps Download. In Hotels in Thailand durchschnittlich 2-5 Mbps. Mit meiner SIM auf dem Handy in Thailand etwa 5+ Mbps.

Jedenfalls: Ich bevorzuge kein Internet über nur sinnlos funktionierendes Internet. Mit Letzterem kann man doch nicht davon ablassen immer mal wieder zu checken ob es nicht doch funktioniert…

1. Fazit: Myanmar ist nichts für Digitale Nomaden. Ok, verstanden.
2. Fazit: Dafür eröffnet es Zeit und Raum für so viel anderes. 

Meine Erfahrungen und Tipps für Myanmar:

Nachdem ich die letzten Jahre durch relativ “einfache” Länder gereist bin – besonders Lateinamerika – und nun noch gerade Thailand und Bali hinter mir hatte, war Myanmar zur Abwechslung mal wieder ein kleines Abenteuer. Denn im Vergleich ist die Infrastruktur für Tourismus noch nicht so entwickelt und das spürt man.

Das Land ist erst seit ein paar Jahren wirklich offen für Tourismus – 2013 kamen zum Beispiel 90% mehr Touristen ins Land als noch 2012.

Erst seit Anfang 2013 gibt es Bankautomaten und Englisch ist unter den Einheimischen bei weitem noch nicht so fortgeschritten wie in anderen Ländern Südostasiens. Was heute noch Thailand vor 20 oder 30 Jahren ist, wird vielleicht bald die neue Top-Destination werden.

Das Land rüstet sich, es gibt immer mehr Flüge dorthin und die Locals freuen sich noch sehr über den Ansturm von ausländischen Besuchern.

Überhaupt: Die Burmesen sind wirklich ein unglaublich freundliches Volk. Sehr hilfsbereit und fast schon zärtlich im Umgang, ein wenig schüchtern vielleicht auch.

Hier meine persönlichen Reisetipps für dich:

1. Beantrage dein Visum online

Das geht total easy, nämlich hier.

Es dauert etwa 5 Werktage und dann bekommst du dein Visum als Email. Einfach ausdrucken und los geht’s.

2. Planung von Transport kann eine Herausforderung sein

Wir haben oft sehr unterschiedliche Auskünfte für Busse bekommen, besonders in unseren Unterkünften. Am besten du gehst in eine Tour Agency oder Tourist Information und holst dir dort akkurate Informationen.

Was kurz auf der Karte aussieht, ist in Realität ein Tagestrip. Zum Teil ist das Straßennetzwerk einfach noch nicht gut ausgebaut und sowas wie Autobahnen gibt es auch nicht wirklich. Von Yangon nach Ngwe Beach dauert es z.B. sechs Stunden plus 1-2 Stunden zum Busterminal in Yangon (10 USD) und von Bagan nach Inle Lake waren wir 9 1/2 Stunden unterwegs (11 USD).

Wenn du Zeit sparen willst, dann kannst du auch nach überall in Myanmar fliegen. Wir sind von Yangon nach Bagan und ich dann von Inle Lake (Heho) zurück nach Yangon mit KBZ Airlines für etwa 90 Euro pro Strecke. Nicht billig, aber für mich hat sich das Geld, der Komfort und die Zeitersparnis definitiv gelohnt.

3. Vergiss Reiseführer – recherchiere vorab im Internet

Da sich Myanmar derzeit wie eine Rakete in Sachen Tourismus entwickelt sind Reiseführer in Buchformat relativ nutzlos. Mein Kollege Stefan hatte einen Lonely Planet von 2012 dabei (die aktuellste Ausgabe) und die meisten Infos darin waren ziemlich unbrauchbar.

Daher: Recherchiere vorher online.

Während der Reise ist es sehr mühselig sich mal eben “schnell” Informationen im Web zu beschaffen oder Buchungen vorzunehmen (siehe Internetsituation!). Wir mussten es aus eigener Unvorbereitetheit zwar so machen unterwegs, aber es war manchmal sehr nervenaufreibend, wenn eine Flugbuchung oder Hotelreservierung auf Agoda gut und gerne zehn Anläufe und alles in allem ein bis zwei Stunden in Anspruch nahm.

4. “Gesunde” Vegetarier/Veganer haben es nicht leicht

Für mich war Myanmar teilweise eine recht große kulinarische Herausforderung.

Fleisch und Fisch dominieren 98% der Speisekarten in einheimischen Restaurants (die so gut wie überall gleich sind) und meine “gesunde” Pegan-Diät konnte ich nur schwer aufrecht erhalten.

In Ngwe Beach und in der Umgebung unserer Unterkünfte in Yangon gab es keine westlichen Restaurants. Nach kleiner Suche haben wir in Bagan und Inle Lake aber zwei, drei gefunden, über die sich mein Magen und Körper gefreut haben.

veggie restaurant

restaurant myanmar

5. Myanmar ist ein Reiseabenteuer!

Irgendwie war ich selbst recht überrascht, dass mich Myanmar so geflasht hat, aber scheinbar bin ich eine kleine verwöhnte Reisende geworden!

Thailand und Bali, wo ich vorher war, sind im Vergleich zu Myanmar zum Beispiel mega fortgeschritten und westlich und ohne vorab Recherche null Problemo. Myanmar ist da ein wenig anders…

Allein die Kommunikation mit den Locals, deren Englisch meist nicht sehr ausgebaut ist, war oft eine kleine Problematik – wobei wir es immer irgendwie geschafft haben.

Das Schöne an all dem war aber: Runterfahren, langsamer werden, mehr Geduld üben.

Und was ich sehr faszinierend fand: Mir kam das Land an einigen Ecken oft vor als wäre ich in Indien – vom Straßenbild, aber auch da sehr viele indische Wurzeln in den Gesichtern der Menschen stecken.

Ich bin sehr gespannt, wie sich Myanmar in den nächsten 5-10 Jahren weiterentwickelt… Ich könnte mir vorstellen, dass das Land dann auch fest auf dem Banana Pancake Trail seinen Platz gefunden hat.

6. Plane mehr Geld ein für Unterkünfte

Noch ist Myanmar was Hostels und Dorms angeht noch nicht so entwickelt wir viele andere Länder – bis auf Yangon, soweit ich weiß.

Auch sind die Preise für Unterkünfte generell nicht so preiswert, wie man annehmen würde. Mit 20 bis 30 Euro die Nacht (inkl. Frühstück) musst du meist rechnen.

Unsere Unterkünfte:

7. Weitere Infos

Beste Reisezeit:

November bis Februar (Regenzeit zwischen Mai und Oktober)

Einreise:

Am besten via Bangkok mit z.B. AirAsia für sehr günstig (50 bis 60 Euro One-Way)

Budget:

Low = 30 Euro am Tag (Unterkunft, einheimisches Essen, Transport mit Bus)

Medium+: = 50+ Euro am Tag (bessere Unterkünfte, einheimisches & westliches Essen, Alkohol, Transport plus Flüge)

Weiterführende Blogposts:

Es gibt so viel mehr was du in Myanmar machen kannst als das was ich geschafft habe in 10 Tagen. Mein Einblick war nur recht kurz und auf Yangon, Ngwe Beach, Bagan und Inle Lake begrenzt.

  • Backpacking in Myanmar: 5 Reiseziele & 10 Insider-Tipps
  • Sensationelle Ressourcen zu Myanmar auf Travel Run Play

95% Offline für 10 Tage: Was ich gelernt und erkannt habe

Auch wenn es manchmal etwas nervig war: Ein Leben im Offline-Modus war sehr wohltuend:

  • Mein Kopf wurde ruhiger.
  • Ich war daher weniger gestresst.
  • Ich habe eine tiefere und engere Verbindung zu mir selbst gefunden.
  • Ich konnte mich besser konzentrieren beim Lesen und wenn ich offline am Laptop geschrieben habe.
  • Einmal Emails am Tag reicht aus.
  • Unter Zeitdruck auf einem Plastikstuhl im Internetcafé habe ich mehr Output zustande gebracht.
  • Ich fühlte mehr Freiheit, weniger Druck und Verpflichtungen. Yeah.

Die ultimative Einsicht:

Fuck, Ruhe im Offline-Modus tut sooo gut – dem Geist, dem Körper, der Seele.

Nicht ständig das Handy oder die Wifi-Verbindung checken “zu müssen” war eine Wohltat. Sich, wenn überhaupt, nur einmal am Tag für kurze Zeit an Laptop zu setzen, war herrlich.

Die letzten zwei Tage in Myanmar habe ich aber gemerkt, wie sich neue Ideen in meinem Kopf anstauten und meine Schreib- und Arbeitslust wieder in mir aufkam.

Und als ich in Thailand wieder aufschlug, fiel es mir wie Schuppen von den Augen: “Ich habe meinen Burn Out überwunden!”

Seitdem habe ich wieder endlos Energie in mir zu schreiben und zu arbeiten und bin mit meinem Laptop wieder beste Freunde.

Wow. So einfach kann es also sein.

Und um ehrlich zu sein:

Hätte ich noch viel länger mit der Internetsituation auskommen müssen wäre ich wohl langsam die Wände hoch gegangen. Denn ausserhalb meines Burn Outs liebe ich was ich tue und bin leidenschaftlich gern Online Entrepreneur mit all meinen Projekten. Und wenn ich nicht tun kann, was ich liebe und was mir Spaß macht, dann ist das kein Urlaub, sondern Entzug. Das ist wie, wenn du dich gern täglich leidenschaftlich gern künstlerisch oder sportlich betätigst und es auf einmal nicht mehr machen kannst. Oder wenn ich ab morgen zwei Wochen lang kein Yoga machen könnte, würde ich unglaublich traurig sein.

Die Herausforderung als Lifestyle Designer ist es jeden Tag, ein Gleichgewicht in allen Bereichen des Lebens herzustellen:

  • Business
  • Gesundheit und Spiritualität
  • Beziehungen

Wenn ein Bereich nicht genug Aufmerksamkeit bekommt, leiden auch die anderen darunter.

Myanmar in Bildern

Ngwe Beach

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Bagan

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Inle Lake

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Warst du schon einmal in Myanmar? Wie waren deine Erfahrungen?


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