Auf der Flucht

Menschen auf der FluchtIn der letzten Woche musste ich flüchten.
Und Schuld war mein Mann.

Das Geburtstagsgeschenk

In der letzten Woche besuchte ich das örtliche Buchgeschäft, um für den Mann zum Geburtstag einen Radwanderführer für Mallorca zu bestellen (wir sind Wiederholungstäter!)
Und da man uns in dem Laden kennt, erklärte ich der Verkäuferin, dass dieser Wanderführer ein Geschenk wäre und sie ihn bitte, bitte nicht dem Mann mitgeben solle, falls dieser zufällig vorbei käme.

Auf der Flucht

Ein paar Tage später holte ich meine Bestellung ab. Und wer steht ausgerechnet zu dieser Stunde an einem der hinteren Regale und blättert in einem Buch? Der Mann!
“Scheiße, da hinten steht mein Mann! Ich muss schnell raus!”
“Soll ich Ihnen das Buch als Geschenk verpacken, Frau S.?”
Aus den Augenwinkeln bemerkte ich, dass der Mann bereits in unsere Richtung blickte.
“Nein!” flüsterte ich nachdrücklich. “Ich muss weg!”
“Brauchen Sie eine Tüte?” … “Eine Übersicht über das Verlagsprogramm?” … “Das Amtsblatt der Nachbarortschaft?”
“Nein!!!!!”
Ich machte auf dem Absatz kehrt und hörte bereits, wie der Mann meinen Namen rief, aber so leise, dass man dies eigentlich überhören könnte. Bis ich an der Tür angekommen war, hatte er schon zweimal nach mir gerufen. Diesmal um einiges lauter, aber ich war bereits so gut wie draußen.

Nun tendieren die Straßen unserer Kleinstadt nicht zu Menschenmassen, in die man leicht untertauchen könnte. Glücklicherweise parkte aber jemand seinen Lieferwagen auf dem Bürgersteig (eigentlich eine Sauerei, aber naja), so dass ich hinter dem Wagen über die Straße schlüpfen konnte. Von einem sicheren Platz aus blickte ich mich noch einmal vorsichtig zu dem Eingang des Buchgeschäftes um, wo ich ganz hilflos meinen armen Mann stehen sah.

Dieser – so erzählte er mir dann später – ging dann wieder in das Geschäft zurück und sagte dort zu der Verkäuferin: “Das war jetzt eben meine Frau!”, worauf diese ganz lapidar antwortete: “Das kann ja jeder behaupten …”

Story Pics 2014

Und natürlich wünsche ich mir nun das Wort

flüchten

für meine Geschichte, die im Rahmen der Blogaktion Story Pics 2014 für mich geschrieben werden wird.

P.S.:

Natürlich hätte ich mir auf die Schnelle eine Ausrede einfallen lassen können. Dann wäre mir diese Flucht erspart geblieben, das Adrenalin, das Lachen (auch als ich dann später dem Mann alles erzählt habe) und für diesen Beitrag hätte ich mir auch was anderes einfallen lassen müssen.
Aber dies ist nun auch wieder so eine Ausrede!

Logo Story Pics 2014Foto: Alles rennet, rettet, flüchtet bei einer Kunstinstallation in Paris ©Sabienes
Text: Auf der Flucht ©Sabienes

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