"Auf Augenhöhe" – Familie sucht man sich nicht aus, oder?

Erstellt am 19. September 2016 von Bandrix @cityofcinema1

© Tobis Film GmbH & Co. KG


Michi ist zehn Jahre alt. Seit seine Mutter verstorben ist, lebt er in einem Kinderheim. Seinen Vater kennt er nicht, zumindest bis er einen Brief entdeckt den seine Mutter an einen gewissen Tom geschrieben hat. Sofort nimmt Michi Kontakt mit ihm auf. Tom ist jedoch ganz anders als Michi sich das erhofft hat.
"Auf Augenhöhe" ist ein erfrischender Kinderfilm. Er ist weder animiert, noch basiert er auf einer Romanverlage. Hier wurde eine Geschichte fürs Kino entworfen und das merkt man ihr auch an. Das Tempo und die Länge des Films sind genau richtig. Mit Jordan Prentice wurde ein fantastischer Darsteller für die Rolle des Tom gefunden, der jedoch kein Wort Deutsch sprach. Man drehte also mit ihm auf Englisch und synchronisierte seine Dialoganteile später nach. Das fällt zwar auf, stört aber nicht im Geringsten. Auch Luis Vorbach spielt den hin- und hergerissenen Michi mehr als überzeugend. Die beiden entwickeln zusammen eine angenehme Dynamik.

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Besonders an diesem Film ist, dass der Humor nicht im Vordergrund steht. Es gibt schöne und lustige Momente, aber dem erwachsenen Zuschauer werden vor allem die tristeren Momente in Erinnerung bleiben. Hier gelingt es die Sehnsüchte und Probleme, die Michi und Tom haben verständlich zu machen, ohne Kinder zu überfordern, geschweige denn zu langweilen. "Auf Augenhöhe" ist ein wunderbarer deutscher Kinderfilm, den man mit älteren Kindern auf jeden Fall sehen sollte. Geboten bekommt man eine vielschichtige Geschichte, die Kindern und Erwachsenen im Gedächtnis bleiben dürfte. 

© Tobis Film

BEWERTUNG: 8,5/10
Titel: Auf Augenhöhe
FSK: ab 6 Jahren freigegeben
Laufzeit: 99 Minuten
Erscheinungsjahr: 2016
Autor: Evi Goldbrunner, Joachim Dollhoff, Nicole Armbruster
Regisseur: Evi Goldbrunner, Joachim DollhoffDarsteller:  Luis Vorbach, Jordan Prentice, Ella Frey, Phil Laude, Mira Bartuschek