Arundhati Roy – Die Politik der Macht

Mit diesem Buch liegt eine Sammlung von älteren, aber nichtsdestotrotz sehr aktuellen Essays vor. Arundhati Roy ist mir bisher vor allem als die Autorin des wunderbaren Buches “Der Gott der kleinen Dinge” bekannt. Die Essays hier lassen all das Zauberhafte des Romans weg und reden Klartext. Klartext über die Auswirkungen der Neoliberalisierungen auf ein Land wie Indien.

Mit der Wut der Betroffenen und Mitfühlenden schreibt Arundhati Roy über ein Staudammprojekt in Indien: das Narmada-Stauprojekt. Sie bricht auf das Leben der Betroffenen herunter, was Manager sich in vollklimatisierten Büros des IWF ausdenken. Sie schreibt über die Hundertausenden, die davon betroffen sind. Die ihr Heim, ihr Land, ihre Leben verlieren. Und als “Abschaum” der Geschichte die Slums der indischen Großstädte bevölkern.

Arundhati Roy weist nach, dass das Staudammprojekt ein Millionengrab ist; wenig nutzt (außer den Investoren) aber Millionen schadet. Nach dem Ausbau der Staustufen wird der Narmada weniger Wasser führen als zuvor und es wird weniger Energie produziert, als benötigt wird, um das Projekt am Laufen zu halten. Und es wird 35% weniger Fläche bewässert als derzeit.

Für ihr Engagement in dieser Sache wurde Roy in drei Fällen angeklagt.

Sie schreibt – in einem weiteren großartigen Essay – über die atomare Aufrüstung Indiens und Pakistans. In diesen Zeilen steckt soviel Herzblut und ehrliche Empörung… “Das Ende der Illusion” sollte daher zum Handbuch aller Atomkraftgegner werden.

Ein weiterer Essay befasst sich mit der Situation Indiens; einem Land zwischen gestern und morgen. Sie findet dafür ein hervorragendes Bild:

Auf der Grünfläche hinter meinem Haus komme ich jeden Abend an Trupps ausgemergelter Arbeiter vorbei, die einen Graben für die Verlegung von Glasfaserkabeln ausheben, damit unsere digitale Revolution noch schneller vonstatten gehen kann. In der winterlichen Eiseskälte arbeiten sie bei Kerzenschein. (Seite 208)

Ein wichtiges Thema ist bei Roy auch die Rolle der USA – vor allem nach dem 11. September. Auch sie geht davon aus, dass Gewalt immer nur Gewalt produziert. Und dass der (islamische) Terror durch das koloniale Gebaren des “Westens” produziert und potenziert wurde. Wer erst “Freiheitskämper” wie die Taliban z.B. unterstützt und sie später zu Feinden erklärt, weil sie wie die sprichwörtlichen “Mohren” ihre Schuldigkeit taten und dann nicht kuschen, sollte sich nicht wundern, wenn diese später die Waffen, die man ihnen gab, gegen die Geber wendet.

Es sind die gleichen Themen, die Naomi Klein in “Die Schock Strategie” anspricht.  Und da michdieses Buch wirklich begeisterte, wundert es sicher nicht, wenn ich auch dieses hier Jedem ans Herz legen möchte, der sich einen kritischen Blick auf die Welt, in der wir leben, bewahren will.

Nic


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