Arbeitnehmer 45+: Wie ich mich als „Oldie“ am besten präsentiere

Wer sich als älterer Arbeitnehmer noch einmal neu orientieren und den Job wechseln will, stösst immer öfter auf ein Problem: Die Absagen häufen sich! Natürlich wird Ihnen niemand sagen, dass Sie aufgrund Ihres Alters nicht genommen werden, allerdings ist es häufig offenkundig. Unternehmen wollen junge und frische Mitarbeiter – keine alten und eingefahrenen Bewerber, so jedenfalls der Standpunkt vieler Recruiter. Wie kann man seine Chancen als erfahrener Jobsuchender trotzdem erhöhen? Während viele sich professionelle Hilfe suchen und die Bewerbung schreiben lassen, gehen manche erfahrene Bewerber andere Wege, um sich optimal zu präsentieren.

Arbeitnehmer 45+: Wie ich mich als „Oldie“ am besten präsentiere

Christian Scherer, Online-Marketing-Manager beim Startup richtiggutbewerben.de und Experte im Bereich Online-Jobsuche und Recruiting, zeigt Tipps und Tricks für erfahrene Jobsucher.

Anonyme Bewerbung: Ist das sinnvoll?

Besonders in den USA sind anonymisierte Bewerbungen der Standard – in weiten Teilen sogar gesetzlich vorgeschrieben, um Diskriminierungen jeder Art vorzubeugen. Auch bei Bewerbungen in der DACH-Region greifen Unternehmen auf die Möglichkeit zurück und verbieten sich Angaben zu Alter, Geschlecht oder Herkunft in den Bewerbungsunterlagen, sodass eine unabhängige Personalauswahl gewährleistet ist. Bei älteren Bewerbern, die sich im Bewerbungsprozess durch ihr Alter benachteiligt fühlen, stellt sich nun die Frage: Sollte man dann nicht das Alter einfach weglassen?

Natürlich kann man das machen – allerdings wird es, wenn der Personaler wirklich jüngere Kandidaten bevorzugt, wenig Aussicht auf Erfolg haben. Schliesslich kann man anhand Ihrer Angaben im Lebenslauf leicht erkennen, dass es sich eher um einen erfahrenen Kandidaten handelt und nicht um jemanden, der grade frisch von der Uni kommt. Bietet das Unternehmen eine anonymisierte Bewerbung an, sollten Sie sich also unbedingt daran halten und können sicher sein, nicht aufgrund Ihres Alters, Geschlechts oder Ihrer Herkunft diskriminiert zu werden. In der Hoffnung, einfach mal so durchzurutschen, bestimmte Angaben wegzulassen, ist leider keine gute Option. Schliesslich sind Recruiter auch nicht dumm! Doch was kann man stattdessen tun, wenn man sich mit einem bestimmten Lebensalter nochmal neu auf dem Arbeitsmarkt umsehen möchte?

Auf Erfahrung setzen

Ihr Alter muss kein Nachteil sein – und so müssen Sie es dem potenziellen Arbeitgeber auch verkaufen. Gehen Sie offensiv mit dem Alter um und rücken Sie die Vorteile in den Vordergrund. Ältere Arbeitnehmer haben etwas, worum sie jeder Neuling in der Berufswelt beneidet: Praktische Erfahrung und Branchenkenntnisse! Wer es versteht, den scheinbaren Nachteil in einen Vorteil zu kehren, hat es geschafft. Zeigen Sie, dass Sie auf dem neuesten Stand sind: Weiterbildungen, Schulungen und Trainings können dabei helfen. Auch Dinge, die man im Selbststudium erlernt hat, zählen dazu und zeigen, dass ältere Arbeitnehmer nicht zum alten Eisen gehören, sondern aktiv an Neuerungen mitarbeiten. Das hört sich kompliziert an, allerdings bietet beispielsweise ein gut geschriebenes Bewerbungsschreiben hier gute Chancen, sich auch als Bewerber mit einem höheren Alter positiv präsentieren zu können.

Gezielt offene Arbeitgeber suchen

Wer trotz erstklassiger Präsentation weiterhin auf verschlossene Türen trifft und nur Absagen erhält, sollte einen anderen Weg suchen: Viele Arbeitgeber haben erkannt, welche Vorteile erfahrene Mitarbeiter mitbringen – und buhlen gezielt um deren Arbeitskraft. Es macht also definitiv Sinn, dass ältere Bewerber sich offensiv bei diesen Unternehmen vorstellen, da dort auch offenere Personalauswahlstrukturen existieren. Sie sollten also nicht nur die üblichen Adressen und Jobbörsen im Internet abklappern, sondern ruhig neue Wege gehen, um ein Unternehmen zu finden, das Sie für Ihre Kenntnisse schätzt.


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