Arbeiter

Arbeiter müssen Rettungsarbeiten im Reaktor abbrechen.
Seuses Körper schmerzt.
Der Schriftsteller Achim Szepanski schrieb bei FACEBOOK:
„ich weiß nicht, es kommt mir vor, als würden die japaner auf die wolke warten, wie die juden auf die gaskammer gewartet haben …“
Arschloch, denkt Seuse und kündigt die virtuelle Freundschaft. Sie haben sich nie geschrieben.
Nie gesehen.
Eine Facebook-Freundschaft eben, die sich in eine Amnesie verlaufen hat.
Wind bläst radioaktive Wolke Richtung Tokio.
Seuse muss wieder und wieder in die Pathologie hinab. Die Toten stapeln sich bereits. Die Kisten, die unlängst geliefert wurden, müssen schon wieder umgeschichtet werden.
Kaltstadt!
Seuse denkt an seine Schule zurück. Ein System aus Schlägen und Erniedrigungen.
Fernsehen, einkaufen, Ruhe bewahren.
Bayern fliegt gegen Inter raus.
Der Angriff des Banalen gegen die Geschütze der Wirklichkeit.
Kinomaschine Europa.
Seuse humpelt von der Küche zu seinem Arbeitsplatz. Er sitzt im grellen Licht der Schreibtischlampe.
Königlicher Trödelmarkt.
Schlagzeilen schieben sich durch die Ruhezonen. Seuses Welt zerfließt in einem meditativen Akt des Welterlesens!
Buchstabenunglücke.
Ein T kollidiert mit einem K!
Im Land der Mahnbürger.



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