Antwort auf Sogens "Offenen Brief"

Da ist noch ein Nachtrag nötig, da Sogen in seinem Blog einen offenen Brief an mich richtet, in dem er auch auf meinen Kommentar unter dem letzten Blogeintrag hier eingeht. Ich will einzelne Punkte herausgreifen.
1) Wie man Druck erzeugt. Die DBU kann Pressemitteilungen und ebenfalls offene Briefe nutzen. Sie kann wirklich alle ihr bekannten Ordinierten der betreffenden Tradition zusammentrommeln usw. Ich hätte noch einige andere Tipps, aber ich sitze da nicht im Boot und müsste schon dafür bezahlt werden, in diesem Laden aufzuräumen. Es ist schlichtweg unmöglich, in der DBU diese Kräfte zu bündeln, weil sie - wie ich in meinem letzten Blogeintrag aufzeigte - unterwandert ist von Gruppen, bei denen das sexuelle Fehlverhalten ihrer Begründer schon geradezu legendär ist. Insbesondere die Anhänger der Ole Nydahl-Fraktion haben sich zudem jahrelang in DBU-Foren stets als ausgesprochen aktive "Bremser" jedweder Aktivitäten gegen Missbraucher gezeigt. Das lässt psychologisch naheliegende Rückschlüsse zu.
2) Ich habe niemanden einer Straftat bezichtigt, wie auch das von Sogen genannte Zitat zeigt. Sogen ist einfach ein bisschen übermoralisch und überängstlich, vorauseilender Gehorsam wird so was auch genannt. Da war nix zu bremsen, weil ich mich im Griff habe und das im Gegensatz zu Sogen auch weiß.
   Ich stelle allerdings die richtigen Fragen. Sogen nicht. Im Unterschied zu mir hat er auch mal in Phat Hue meditiert. Ich bin gegangen, nachdem ich mich dort zehn Minuten aufgehalten hatte, weil ich merkte, das was nicht stimmt (genau diese Aussage von mir hat damals Manuel im DBU-Forum veranlasst, seine Erlebnisse mit dem Abt zu berichten). Diese Fähigkeit hat nicht jeder, und darum wäre es für Sogen besser, an solchen Stellen die Klappe zu halten.
3) Das führt auch zu dem alten Vorwurf an die DBU und Vajramala, von der ein Video mit dem Abt von Phat Hue im Internet zu finden ist. Auch sie hat diese Fähigkeit nicht. Das heißt, natürlich hätte man sich bei der Großveranstaltung mit dem Dalai Lama ausklinken und die 10.000 Euro oder mehr in den Sand setzen können (die werden auch in etwa jedes Jahr für den Buchmessestand versemmelt, auf dem ich ja auch schon zu Gast sein durfte). Denn man muss für seine Fehler, auch mangelnde Menschenkenntnis, büßen oder besser: Reue zeigen. Umso mehr, wenn man jahrzehntelang praktiziert hat und die Szene kennt - und trotzdem eine zu lange Leitung hat, um Phat Hue und seinen Abt zu durchschauen.
Fehler sind menschlich, und ich habe meine ebenfalls zu bereuen und meinen Preis zu zahlen.
4)"Dass im Übrigen der "Abt" vom Rat der DBU gedrängt wurde, sich bis zur Klärung der Vorwürfe mit öffentlichen Auftritten bei der Veranstaltung zurückzuhalten, sei hier noch angemerkt. Ebenso, dass er diesem Wunsch nicht entsprach und es auch keine Möglichkeit gab, ihn dazu zu zwingen."
Wenn einer von jemandem "gedrängt" wird, der keine Power hat, kratzt ihn das nicht. Das ist doch ganz einfach. Man spricht zu ihm: "Hör mal zu, Junge, entweder du trollst dich oder wir sagen einem Reporter hier, was du mit deinen jungen Mönchen machst." Ja Sogen, so geht das, wenn man Prioritäten setzt und flexibel bleibt und nicht am Buchstaben klebt. Ich weiß schon, du bist ein Gefangener deiner Gelübde. Prajna ist etwas anderes. Das Bodhisattva-Ideal auch. Es bedeutet, seine eigenen Grenzen aufzugeben, wenn es darum geht, andere zu schützen.
5) "Sexueller Nötigung im strafrechtlichen Sinne werden "Dr. Zen" und auch der "Abt" weder explizit noch implizit beschuldigt - auch nicht von ihren Opfern."
Hier kommt schon wieder diese Besserwisserei durch. Woher will Sogen denn wissen, was ich weiß? Ich weiß jedenfalls genau, was ich sage. Ich bin auch sehr vorsichtig mit dem Begriff "Opfer".
Der folgende Strafrechtkommentar beschreibt eine mir von einem/r Betroffenen geschilderte Situation.
"Ahnungslos" ist, wer nicht versteht, dass nicht entscheidend ist, was als strafbar gilt, sondern was möglichst zweifelsfrei nachgewiesen werden kann.
In diesem Zusammenhang ist interessant, dass mir immer wieder, auch von Herbert und Genpo, gesagt wurde, wie lange schon andere Missstände wie um den Berliner Abt bekannt waren. Und wie lange nix dagegen gemacht wurde. Die diesbezügliche Passivität hat Tradition in der DBU. Gründe siehe unter 1).
Leute, das könnt Ihr vergessen. Noch in diesem Jahr werdet Ihr wieder von einem der Typen Marke Thien Son einen Artikel in Buddhismus Aktuell lesen, und bei irgendeiner Veranstaltung sitzen dann auch wieder Räte der DBU mit den genannten Rinpoches im Boot. Dann findet ihr irgendwo Bilder vom Vietnamesen, wie er beim Dalai Lama rumspringt und dessen angeblich stets notwendigen Leibwächter auch nix dran ändern, weil sogar er, der Dalai Lama, nicht weiß, wie er mit solchen Trittbrettfahrern umgehen soll und sie einfach duldet - oder schlicht auf sein Thesenpapier zum Umgang mit unkoscheren Lehrern verweist. Dafür gibt es immer eine Ausrede, besonders für die Anhänger des Stufenweges, z.B. das Sichingeduldüben. Das "bedingtes Entstehen" nichts anderes zur Folge haben sollte als dass man ein Übel an der Wurzel beseitigt, zeigt uns, wann der Buddhismus in der Theorie steckenbleibt.