Anna Koschka / Claudia Toman

Anna Koschka / Claudia Toman 
Stell Dich doch bitte kurz den Lesern vor!
Ich bin Anna, alias Claudia und wenn ich nicht Bücher schreiben würde, würde ich vermutlich entweder a.) auf der Suche nach einem Drachen samt Hort durch die Welt irren, b.) mich als Restauranttesterin restlos an gutem Essen überfressen oder c.) auf einer Londoner Musicalbühne allabendlich den Heroinentod sterben.

Wie bist Du zum Schreiben gekommen und seit wann schreibst Du? Wer oder was beeinflusste Dich in der Wahl deines Berufes als Autorin? Übst Du nebenher noch einen weiteren Beruf aus und wenn ja, welchen?

Meine Familie hatte auf jeden Fall großen Einfluss. Meine Oma war eine Mehr-als-viel-Leserin mit einer Obsession für Stephen King, die sie an mich weitergegeben hat. Herr King hat sicher den größten Anteil daran, zusammen mit Herrn Tolkien. Ich wollte so etwas erfinden können, was die beiden erfunden haben, Welten zum drin-glücklich-versinken. Mein Vater wiederum saß als Buchhandelsvertreter an der Quelle, ihm habe ich meinen gigantischen Bestand an Kinderbüchern zu verdanken. Vor allem Christine Nöstlinger und Enid Blyton haben mich geprägt.
Nebenher habe ich lange Jahre am Theater gearbeitet und bin mittlerweile ins Kindermuseum Schönbrunn gewechselt. Beides allerdings nur nebenberuflich.
Der Weg von einer Idee zum fertigen Manuskript: Wie sieht dein Schreib-Alltag aus bzw. wie gestaltest du das Schreiben?
Ich bin da in vieler Hinsicht untypisch. Ich plotte sehr schlecht, ein Buch entsteht bei mir erst im Schreibprozess, wenn ich zu viel plane, merke ich, dass ich eingeengt bin. Alltag gibt es bei mir auch nicht, weil jeder Tag anders ist. Das ist einerseits gut und hält mich aktiv, andererseits ist dadurch der Schreibprozess oft durchwachsen und es fehlt die Ruhe.

Wie bist du auf die Idee zu deinem Buch Naschmarkt gekommen?
Um was geht es in dem Buch?
Hat es eine Moral?

Durch eine Serie zum Thema Onlinedating in meinem Blog. Eine Art Selbstversuch. Daraus entstand dann die Idee für eine Geschichte. Dottis Geschichte, die Geschichte einer Frau, die ohne Mann glücklich ist, Single mit Katze und Büchern, ihrem Job als Literaturrezensentin, ihren Freundinnen. Aber ausgerechnet sie bekommt den Auftrag, über eine literarische Datingplattform zu bloggen. Was ihr Leben schlagartig verändert.
Eine Moral klingt immer so durchdacht. Dottis Prämisse kommt im Roman vor, sie lautet "Wachstum führt zu Liebe". Man muss lernen, immer weiter zu wachsen, an sich, an seinen Aufgaben. Man darf nicht stehenbleiben. Aber man soll so wachsen, wie man das selbst möchte.

Wie entstehen die Protagonisten Deines Buches? Sind Deine Figuren immer rein fiktiv oder haben sie auch ab und an mit realen Personen in Deinem Leben zu tun?
Das ist eine Mischung. Es gibt rein erfundene Figuren wie Dotti, Miki oder Stella und solche - wie Rita, Christine, Katharina, Lorenz oder Ramy, die zumindest reale "Verwandte" haben. Wahrscheinlich mischen sich in jede Figur Dinge, die man kennt und erlebt hat, in manche stärker, in manche weniger deutlich.
 

Wie kommst du auf die Namen deiner Charaktere? Ihre Namen sagen sie mir. Ich weiß nicht, wie es passiert, aber es passiert. Ich blättere kein Telefonbuch durch oder so, sie sind einfach da. Und passen dann auch.


Was bereitet dir mehr Schwierigkeiten? Der Anfang oder das Ende Deines Buches?

Der Anfang, weil der so wichtig ist. Die Leser müssen in die Geschichte kippen, da darf es keine Hürde geben. Und das ist eine der schwersten Übungen.


Wie hat es sich angefühlt, dein eigenes Buch das erste Mal in den Händen zu halten?

Toll. Es ist immer toll, es ist eine Art Geburt, wenn all das, was man monatelang nur als Datei kennt, plötzlich ein Gewand hat. :-)
Welches gelesene Buch hat einen nachhaltigen Eindruck bei Dir hinterlassen und ist aus Deinem Bücherregal nicht mehr wegzudenken?
Das sind viele. Damit ich aber nicht immer dasselbe antworte, hebe ich heute mal "Das Parfum" von Patrick Süskind hervor. Es ist ein Buch, das "genau richtig" ist, sprachlich genial, inhaltlich stark, mit so vielen Bildern für den Kopf und dessen Ende mich tief erschüttert und nachdenklich gemacht hat. Es ist ein Roman über das Genie und dessen Wirkung. Eine Geschichte, die sich tief ins eigene Leben eingräbt und unvergesslich bleibt. Ich habe viele Romane öfter gelesen und mehr "geliebt", aber das Prafum hat mich trotzdem am nachhaltigsten beeindruckt.
Wenn Du in Dein eigenes Bücherregal schaust – welches Genre ist hier am meisten vertreten?
Da brauche ich gar nicht schauen. Krimi, Thriller und Fantasy halten sich etwa die Waage. Stephen King, JRR Tolkien, Joanne K. Rowling, Elizabeth George, Sebastian Fitzek, Ursula Poznanski, das sind die wichtigsten Vertreter. Und ein eigenes feines Japan-Regal mit den Gesamtwerken von Haruki Murakami, Banana Yoshimoto und Koiji Suzuki, drei absolute Helden für mich.
An welchem neuen Buchprojekt arbeitest du gerade? Auf was dürfen wir und als nächstes freuen? Kannst Du den Lesern schon etwas vorab verraten?
Es wird wieder um Dotti gehen. Mehr ist noch nicht zu sagen, dazu ist es noch zu früh. :-)
Schreibst du auch unter einem anderen Pseudonym?
Bisher nur unter meinem Realnamen Claudia Toman. Drei Romane, "Hexendreimaldrei", "Jagdzeit" und "Goldprinz", eine verrückte Trilogiemischung aus Chick Lit, Märchen und Krimi.

War es schon immer dein Wunsch Bücher zu schreiben? Ja, das wollte ich wirklich von Kindheit an. Geschichten erfinden war meine liebste Beschäftigung seit ich denken kann.


Recherchierst Du vor Ort oder fließt sehr viel Phantasie in Deine Bücher mit ein?

Ich mag reale Dinge in Romanen. Also wenn es Orte wirklich gibt, die man nennt, wenn der Leser Spuren nachgehen kann. Es kommt zum Beispiel in Naschmarkt eine Riesenradgondel mit einer Nummer vor und manches, das ich beschreibe, ist tatsächlich in genau dieser Gondel zu finden. Ich könnte nie über eine Stadt schreiben, in der ich nicht war oder eine Figur mit einem Beruf haben, den ich nicht zumindest im Bekanntenkreis habe und aus Erzählungen kenne.

Wenn du dich für eine deiner Figuren entscheiden müsstest, wer wäre es?

Zum heiraten oder zum Kaffee trinken? ;-) Ich denke, ich würde Stella nehmen, sie ist einfach so wunderbar anders und man kann sicher enorm viel Spaß haben. Ich habe sie ja schon in meiner Kurzgeschichte "Ein Mann für griechische Stunden" (aus der Anne Hertz Anthologie "Junger Mann zum Mitreisen gesucht") als Protagonistin gehabt und mich selten so wohlgefühlt.

Gibt es etwas das du beim schreiben immer bei dir hast?

Tee. Schwarztee mit Milch, Chai Latte, Matcha Latte, ohne Tee geht gar nichts.
Liest du eigentlich viele Rezensionen zu deinen Büchern?
Alle, die ich finden kann. Es ist nicht immer nur erfreulich und schon mal hart, aber man kann immer etwas lernen, vor allem bei gut begründeten Rezensionen. Und weiter lernen und weiter arbeiten ist wichtig, um sich zu verbessern.
Sind dir schon mal, die Sachen die du in deinen Büchern schreibst selber passiert?
Eine Menge. ;-) Aber ich verrate jetzt nicht, was.


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