Angus And Julia Stone: Eine Danksagung

Angus And Julia Stone: Eine DanksagungAngus And Julia Stone
„Angus And Julia Stone“
(Universal)
Ein Debütalbum ist das vorliegende nun weiß Gott nicht, aber vielleicht darf man es eine Art Wiedergeburt nennen: Angus und Julia Stone, das australisches Geschwisterpaar, hatte sich eigentlich schon festgelegt. Getrennte Wege wollte man gehen, nachdem jeder der beiden in den vergangenen Jahren Geschmack am Solo gefunden hatte, für gemeinsames Musizieren fehlten Antrieb und Ideen. Doch just in dem Moment tauchte Rick Rubin, Produzenten-Legende mit dem Midas-Touch, auf und regte an, sich das doch noch einmal zu überlegen. Und weil sie, so höflich gefragt, dem Mann wohl schlecht absagen konnten, nahmen die zwei die Einladung nach Malibu an und die Arbeit an Album Nummer drei auf. 2013 war die Sache dann im Kasten, nun kommt das Werk in den Verkauf und bei aller Skepsis gegenüber dem omnipräsenten Rauschebart und ewigen Cash-Versteher – er hat mal wieder den richtigen Riecher gehabt. Denn was man zu hören bekommt, ist überaus geschmackssicheres, pointiertes und erstklassig arrangiertes Songwriting, Angus und Julia ergänzen sich in den größtenteils gemeinsam geschriebenen Songs ausgezeichnet. Rubin wird ja nicht zu Unrecht als Vereinfacher bewundert, der Mann ist bekannt dafür, Strukturen bloßzulegen, Stücken zu entrümpeln und ihnen so eine klare Linie zu verpassen. Nicht nur dem Entrance „A Heartbreak“, sondern auch dem lässigen „Grizzly Bear“ und vor allem der herzerwärmenden Countryrocknummer „Heart Beats Slow“ meint man Rubins hohe Kunst anzuhören. Mal mit ihrer fast kindlichen Stimme, mal mit seinem rauen, warmen Timbre erzeugen die Geschwister einen Wohlklang, der gefällt. Zur Mitte hin geht ihnen zwar etwas die Stringenz verloren, aber spätestens mit dem knapp sechsminütigen „Main Street“ haben sie einen wieder gefangen. Der behäbige, brüchige Balladenblues von „Crash And Burn“ bringt dann Gutes zu einem bestmöglichen Ende – hm, tja: Danke, Rick.
09.11.  Offenbach, Capitol
10.11.  Hamburg, Grosse Freiheit 36
12.11.  Berlin, Tempodrom
13.11.  München, Tonhalle
14.11.  Köln, Palladium

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