Angebliche Wunderheilerinnen festgenommen

glaskugel

Zwei Frauen in Hamburg gaben sich als “Wunderheilerinnen” aus und sol­len eine Dritte um fast 15.000 Euro erleich­tert haben.

Innerhalb nur eines Jahres nah­men sie der Geschädigten für Kräuteranwendungen und Rituale diese Summe ab.

Wie ein­fach dies gehen kann, zeigt auch ein Selbstversuch, den Bernd Kramer für die ZEIT doku­men­tierte. Trotz eines mehr als pein­li­chen “Bewerbungsgespräches” wird er bei einer Internet-Eso-Beratung ein­ge­stellt.

Esoterische Telefon- und Internetberatung boomt. Questico, der Marktführer, setzte im Jahr 2010 über 60 Millionen Euro um. Es gibt viele Nachahmer, sie hei­ßen Viacarta, Vistano oder Kerida. Das Prinzip ist bei allen ähn­lich: Das erste Gespräch ist gra­tis. Am Ende sind nicht wenige Kunden finan­zi­ell und psy­chisch rui­niert.

Kramer rich­tet (unter ande­rem Namen) eine Webseite ein und “berät” Menschen in Nöten. Für viel Geld, dass die Ratsuchenden zah­len. Und berich­tet, wie er die Menschen, die sich hil­fe­su­chend an ihn wen­den, betrügt.

Silke* schickt mir unver­langt ihren voll­stän­di­gen Namen und ihr Geburtsdatum mit. Statt einer Kristallkugel kon­sul­tiere ich Google. Weil Silke als Sängerin arbei­tet, behaupte ich, sie als eine “außer­ge­wöhn­lich musi­sche Person” zu sehen. Aus ihrem Hobby Bauchtanz leite ich eine “erotisch-spirituelle Aura” ab. Im Facebook-Profil ihres Sohnes lese ich, dass er mit vie­len Informatikstudenten befreun­det ist – also beschreibe ich ihn als “tech­nik­be­geis­tert”. Silke erschreckt mich mit ihrer Dankbarkeit: “So per­fekt hat mich noch nie jemand beschrie­ben, genau so ist mein Leben!”