"Am Abend aller Tage" [D 2017]

Abend aller Tage
"Am Abend aller Tage" floriert für einen Dominik-Graf-Film erstaunlich langsam. Überall, wo Schichtungen den Rhythmus der Bilder ehemals festlegten, resultiert aus "Am Abend aller Tage" verwinkeltes, ja ein wenig langweilig routiniertes Ineinanderschieben. Zum Beispiel von Liebe und Kunst wie von Kunst und Liebe zu Kunstliebe – und Lebenskunst. Es fällt ein symptomatischer Satz, wonach Bilder keinem gehören, nur sich selbst. Das Verwischende der Farbe, gleichfalls der Grenze zwischen Besitz und Verkauf potenziert Graf, zusammenfließend in einer fleischlichen Symbiose – während einiger freizügiger Sexszenen (Friedrich Mücke und Victoria Sordo spielen ein entrücktes Kurzzeitpärchen) schneidet Graf immer wieder zu bizarren, blutenden Bildteilen, die in ihrer Materialfrische regelrecht abstoßend wirken. Etwas Schmieriges, gar Obszönes haftet der Handlung dieses Films an, etwas Konspiratives, dessen Offenlegung Scham evoziert. Bestenfalls sinnlich, schlimmstenfalls gefällig erzählt Graf von einer Wiederbeschaffung eines Kunstwerks, mit der ein Kunsthistoriker ohne Abschluss (Mücke) beauftragt wird. Gerade diese Sequenz, einem Geheimbund älterer Damen und Herren gleich, bei dem das Nichtgesagte besser nichtausgesprochen bleibt, erinnert am ehesten an einen adretten Verschwörungsthriller, der sich alsbald einer aggressiven Romanze hingibt. Zu distanziert, mancherorts zu abgeklärt agiert Graf allerdings hinsichtlich seiner Charaktere, die weitgehend schablonenhaft mit Lineal gezeichnet wirken. Als ob sie jemandem gehören würden, anstatt nur sich selbst.      
5 | 10

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