Als die Uhren stehenblieben

Von Mimisleseecke

„Als die Uhren stehen blieben“ von Werner Steinberg erschien 1959 im Mitteldeutschen Verlag Halle (Saale) und ist Teil 1 von Steinbergs Deutschland Zyklus. Die weiteren Bände sind „Einzug der Gladiatoren“ (1958), „Wasser aus trockenem Brunnen“ (1962) und „Ohne Pauken und Trompeten“ (1963).

Inhalt
Andreas Münch kehrt nach Hause zurück- als Deserteur. Doch hat Jutta Münch, die einen Sohn (Jonas) zu versorgen hat, all die Jahre auf ihn gewartet?

Meinung
Cover
Ist nicht beurteilbar, damals sahen die Bücher noch anders aus.

Titel
Ich finde, der Titel macht neugierig und wenn man etwas nachdenkt über das Buch, dann passt der Titel auch. Es gibt im Buch mehrfach Situationen, wo der eine oder andere das Gefühl haben könnte, die Zeit würde stille stehen.

Aufbau
Das Buch wurde aufgeteilt in 42 Kapitel unterschiedlicher Länge.

Stil
Der Autor hat einen hervorragenden Schreibstil. Zu Beginn schreibt er über Juttas Gedanken über die Heimkehr ihres Mannes…

„Immer hatte sie sich seine Heimkehr vorgestellt mit einem Strahlen und mit viel Glanz,
mit ausgebreiteten Armen und Aneinanderschmiegen,
mit Bratenduft und Streuselkuchen- weihnachtlich eigentlich.“ (S. 17)

An zwei weiteren Stellen finden wir fast dieselbe Formulierung- auf Seite 26 sowie auf Seite 38. Einige Wörter sind zwar anders, aber die entscheidenden Formulierungen gleich. Diese Wiederholung macht deutlich, was für ein Unterschied ist zwischen Realität und Juttas Wunschdenken.

Ergreifend
…ist die Schilderung, wie Jutta sich und ihr Kind Jonas retten möchte.

Charaktere
Die einzelnen Charaktere sind von großer Tiefe, die Veränderungen, wie sie sich wahrnehmen, werden sehr gut beschrieben, mit einer ausgefeilten Sprache.

Fazit
Ich bin dankbar, das ich dieses Buch unter meinen Buchschätzen habe. Leider weiß ich nicht, woher ich es habe. Trotzdem sehr dankbar, würde ich nie weggeben.