Alpencross – Die Serie – Etappe 6

Nach all den Strapazen der letzten Tage, den vielen Pässen, Anstiegen und Abfahrten, nach all dem Schweiß und Anstrengungen, lagen jetzt nur noch 2 Etappen bis nach Riva vor uns. Der Schrofenpass mit seiner Leiter, die Uiner-Schlucht, die ein einziges Highlight war oder das zuletzt bewältigte Stilfser Joch waren voller Eindrücke, denn diese Tage waren mehr, als nur Fahrrad fahren; sie bedeuteten Natur, Einsamkeit, Freiheit und ein immerwährender  Kampf gegen den inneren Schweinehund.

Bis Santa Caterina Valfurva, wo wir die letzte Nacht verbrachten, hatten wir noch keine 280 km zurück gelegt, es lag also noch ein nicht unscheinbarer Teil der Alpen vor uns. Alleine heute standen auf dem Weg nach Dimaro, unserem Tagesziel, wieder zwei stramme Anstiege auf dem Programm. Zuerst der Gaviapass und danach den Tonalepass – wir hatten es aber nichts anderes gewollt.

Der Gaviapass war nicht minder steil, als das Stilfser Joch aber bei weitem nicht so stark befahren. Das war wirklich eine Wohltat, dass man nicht dauernd von Autos und Motorrädern überholt wurde. Auch war es wieder bewölkt, so dass das fahren auch angenehmer war. Landschaftlich bot dieser Pass eine ganz andere Erscheinung, er war irgendwie schroffer, die Gegend karger und je weiter wir nach oben kamen, desto kälter wurde es. Die Passhöhe liegt auf 2.618 m, was für uns ca. 1.000 Hm nach dem Frühstück bedeutete.

Einsamer AnstiegFast am Ziel 

Was mich wirklich erstaunte war, dass, jetzt nach 5 Etappen und 1.000 Hm zum Start, unsere Beine trotzdem noch mitmachten. Das war genau die Frage, die wir uns im Vorfeld so oft gestellt hatten – Wird es denn reichen? Immerhin wurde der Gaviapass bei der Giro d’Italia als anspruchsvolle Bergetappe eingebunden. Diesen Anspruch können wir bestätigen.

Zugefrorener See kurz vor der PasshöheDer Gavia Pass 

Kurz vor der Passhöhe kommt man noch an einem Ehrenmal vorbei, von hier hat man einen guten Blick auf die Sobretta-Gavia-Gruppe im Westen und die Ortler-Alpen im Osten. Oben angekommen war es wirklich kalt, grenzwertig für unsere kurzen Hosen. In der kleinen Hütte, in der wir etwas zu essen kauften, brannte ein Feuer im gusseisernen Ofen. Das war eine tolle Sache, nur, wenn man dann wieder raus kommt, wurde es schnell zu kalt.

Auf der Südseite des Passes waren die Straße und die Kehren viel schmaler und auf dem Weg ins Tal lag ein 800 m langer Tunnel. Diesen konnten wir aber glücklicherweise umfahren, denn Tunnel sind nicht wirklich angenehm zu fahren. Ganz weit entfernt konnten wir auch Radfahrer ausmachen, wie die Ameisen bewegten sie sich den Berg rauf – was sich die Leute nicht alles selber antun.

 Hier wartet eine Abfahrt Tunnelumgehung

Es gibt Abfahrten, und da gehört diese bestimmt dazu, die vergisst man nicht so schnell. In langen ausgedehnten Kurven rast man dem Tal entgegen, schneller werdend und den Wind im Gesicht. Immer einen Blick auf den Vorder- oder Hintermann und natürlich auf die Straße, der absolute Wahnsinn.

Hart und ungerecht, da rast man über 1.000 Hm runter ins Tal, nur, um direkt im Anschluss direkt wieder bergauf zu strampeln, also wieder rauf auf knapp 1.900 m. Wer das liest, muss denken: “wozu das alles?” Manche würden sagen, weil es Spaß macht oder Ehrgeiz, die Berge zu überwinden. Für mich war es das intensive Gefühl unterwegs zu sein, das hat man nicht am Strand.

Ein italienisches Kriegsdenkmal (Monumento Ossario)

Auf 1.900 m lag dann der Tonalepass, auf dem ein italienisches Kriegsdenkmal (Monumento Ossario) zu sehen war. Wir hatten schon fast unverschämtes Glück mit dem Wetter. Wenn man bedenkt, wie unsicher es doch kurz vor Start war und wie stabil und schön sich das Wetter jetzt zeigte. Bei schlechtem Wetter oder gar Gewitter wird es auch schnell gefährlich, gerade in diesen Höhenlagen und auf Pässen. Im Vorfeld der Planung und Vorbereitung war auch Gewitter in den Bergen und das richtige Verhalten lange ein Thema, schließlich wollte ja niemand vom Blitz getroffen werden.

Bis Dimaro war es jetzt nicht mehr weit und es sollte auch fast nur noch bergab gehen. Dieses kleine Bergdorf in der Nähe des Wintersportortes Madonna di Campiglio war dann also der Ausgangspunkt für die letzte und finale Etappe bis zum Gardasee.

Kommende Woche werden wir über den siebten Fahrtag berichten, die siebte und letzte Etappe…

Lesen Sie hier, wie alles begann.

Lesen Sie über die Vorbereitung.

Lesen Sie hier über unsere ersten Eindrücke.

Die erste Etappe.

Die zweite Etappe.

Die dritte Etappe.

Die vierte Etappe.

Die fünfte Etappe.



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