Alltag April 2019

Alltag April 2019Von der künstlerischen Seite her betrachtet, befinde ich mich hier in sehr guter Gesellschaft, denn Ulli Gau, welche ebenfalls das Thema „Alltag“ ausgeschrieben hat, Gerda Kazakou und Susanne Haun sind echte Schwergewichte, was das Thema Kunst angeht. Jede hat ihren ganz eigenen Stil und ihre Schaffenskraft ist unglaublich. Viel zu viel, um jeden Beitrag genug würdigen zu können, aber nie genug, um sich alles ansehen zu wollen.

Heute erzähle ich von meinen Anfängen, im Alter von fünf Jahren, als ich zu meinen Großeltern zog, für eine lange Zeit. Damals fuhren die beiden zu Messen, und wenn keine Schule war, durfte ich mit, und als kleiner Knirps konnte ich natürlich bei jedem Aussteller machen was ich wollte 🙂 Sogar bis in die Tagesschau habe ich es geschafft, weil mein Opa so ein unterhaltsamer Präsentator war 😉 Zu Hause war er Kunstmaler und als ausgebildeter Bauhausschüler wirklich gut, weshalb er zu duzenden Kopien großer Meister anfertigte. Mona Lisa, Der Mann mit dem Goldhelm, Das Mädchen mit dem Perlenohrring und so viel mehr. Stundenlang saß ich hinter dem Stuhl meines Großvaters und beobachtete fasziniert die vielen kleinen Pinselstriche oder das Spachteln von Laub oder das mischen von Farben. Selten hat er gezeichnet, weil es ihm wohl zu profan war, aber er hat mich darin unterrichtet. Zuerst musste ich Schachteln aus allen möglichen Perspektiven zeichnen, dann Obst, dann andere Gegenstände, bis wir schließlich zu Menschen kamen. Das hatte mich schon immer beeindruckt und seine meistgestellte Frage an Kunden war, „Soll es ähnlich werden oder schön sein?“ Die meisten waren für schön, doch mein Opa sagte mir, dass es auch bei solchen Arbeiten darauf ankäme den Charakter eines jeden Menschen zu malen, wofür ich unglaublich lange benötigt habe. Erst über 10 Jahre später habe ich dann ebenfalls Auftragsarbeiten übernommen, und im Gegensatz zu heute, wo alles billig sein muss, hat mir eine Zeichnung bis zu 350 DM eingebracht. Als die Leute dann anfingen zu feilschen, habe ich nie wieder etwas verkauft und alle Arbeiten behalten, und nur ganz besondere Menschen bekommen eine Zeichnung von mir als Geschenk. So wie bei dem Bild von Milou.

Mein Arbeitsmaterial war ein flacher Kohlestift auf Zeichenkarton und sogar ein spezielles Radiergummi (was es früher nicht gab, weshalb null Fehler Toleranz herrschte). Die Größe ist A3, was wirklich schwierig für mich ist, da ich mich schwer tue viel größer zu zeichnen als das Original ist, weshalb es auch nicht beim ersten Mal geklappt hat. Als Rechtshänder (überwiegend) zeichne ich immer zuerst das linke Auge, dann das andere und anschließend die Nase, der Rest ergibt sich perspektivisch. Manchmal ist auch die Nase als zweites dran, wenn die Ansicht schwierig ist. Im Fall von Milou fand ich es nicht leicht zu zeigen, dass er komplett schwarz ist, und dies ist auch nicht ganz gelungen, aber ich erkenne den kleinen Kerl wieder, und dann lasse ich mal alle Fünfe gerade sein 🙂 Heute bekommt meine Frau ihr Geschenk, natürlich zusammen mit einer leckeren Torte, und schon wieder ist ein Alltag von mir erzählt!

Alltag April 2019


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