Allein reisen mit Baby 2.0: Das Krabbelkind

Von Tinytraveler

Bereits auf Mallorca konnte ich viele positive Erfahrungen sammeln, als ich mit meiner damals gerade 4 Monate alten Tochter alleine unterwegs war. Schnell war klar: Das wird für mich nicht die letzte Reise allein mit Baby gewesen sein.

Drei Monate später machten wir uns wieder gemeinsam auf den Weg ins wunderbare Wien. Meine Tochter war 7 Monate alt und konnte seit etwa zwei Wochen krabbeln. In dem Alter passiert ja auch einiges auf einmal. Gleichzeitig mit dem Krabbeln konnte frei sitzen und sich an Möbeln hochziehen. Sie war nun also sehr viel mobiler als noch kurz zuvor, womit es für mich wieder einige neue Dinge und auch Gefahrenquellen im Vergleich zu unserer letzten Reise zu beachten gab.

Unterwegs mit Krabbelbaby

Unterwegs zu sein mit einem krabbelnden Baby macht Spaß – zumindest im Sommer! Wenn es angenehm warm und trocken ist, kann das Baby wunderbar im Park auf dem Rasen krabbeln und die Welt entdecken. Kleine Zwischenstopps können so gut zum Spielen, Krabbeln und Erkunden genutzt werden.

Zum Transport meiner Tochter hatte ich wie zuhause auch unsere Babytrage von Ergobaby* dabei. Allein für Flug und Bahnfahrten los sie sich, denn mit der Babytrage brauchte ich keinen sperrigen Kinderwagen mitnehmen. Ich bin mit der Trage flexibler unterwegs und auch Treppen oder enge Wege sind kein Hindernis für uns.

Auch Tasche ausräumen klappt besser, wenn man krabbeln kann!

Übernachten mit krabblendem Baby über Airbnb

Eine babytaugliche Unterkunft zu finden, ist nicht immer ganz einfach. Während wir auf Mallorca noch in einem kleinen Hostel untergekommen waren, war dies nun mit krabblendem Baby nicht mehr meine erste Wahl. Zu kompliziert wäre mir in einem Hostel die Dusch- und Toilettensituation mit Krabbelkind.

Stattdessen hatte ich uns über Airbnb* ein Gästezimmer in einer WG gesucht. Bei Airbnb könnt ihr zunächst das Alter der mitreisenden Kinder angeben und im weiteren Suchverlauf unter „Ausstattung“ gezielt nach familien- und kinderfreundlichen Unterkünften suchen. So solltet ihr zumindest in einer einigermaßen babytauglichen Unterkunft landen.

Das Zimmer war genau die perfekte Lösung für meine Tochter und mich. In dem Gästezimmer hatten wir ein Doppelbett, in dem wir beide zusammen schliefen. Meine Tochter schläft auch zuhause mit mir in einem Bett und braucht kein extra Babybett. Das Bett stand mit einer Seite direkt an der Wand, so dass die Gefahr für sie herauszufallen eher gering war. Zur Sicherheit schob ich das längliche Tischchen an die andere Seite des Bettes, so dass dieses genau den Platz zwischen Bett und der anderen Wand ausfüllte. So konnte sie nun auch an der Stelle nicht mehr aus dem Bett fallen. An die restlichen freien Stellen drappierte ich Decken und Kissen aus dem Bett, so dass sie im Fall der Fälle eines Falles zumindest weich gelandet wäre.

Falls ihr noch mehr Sicherheit im Bett haben möchtet, könnt ihr euch auch einen mobilen Rausfallschutz besorgen, die an die meisten Betten passen. Ich habe für unsere Reise darauf verzichtet.

Während meine Tochter schlief, konnte ich mich ruhigen Gewissens in die WG-Küche setzen und noch gemütlich essen und lesen, ohne dass ich meine Tochter beim Schlafen gestört hätte oder mir Sorgen um sie machen musste. Unser Zimmer lag direkt angrenzend an die Küche, so dass ich meine Tochter auf jeden Fall gehört hätte, sollte sie wach werden oder sich im Schlaf zu stark bewegen.

Auch die Badezimmer war gut geeignet für ein krabbelndes Baby. Es war groß genug, dass sie durch den Raum krabbeln konnte, während ich auf der Toilette oder in der Dusche war. So konnte sie sich für die kurze Zeit ganz gut mit etwas Spielzeug alleine beschäftigen und ich hatte sie trotzdem im Blick.

Essen gehen mit Krabbelbaby

Während ich meine Tochter während unserer ersten Reise zu zweit noch voll gestillt hatte, wollte sie nun mehr und mehr selbst essen. Ich hatte ihr schon vorher nie Brei gegeben, denn sie wollte stets essen, wenn ich auch aß. Hätte ich sie währenddessen noch füttern müssen, wäre mein eigenes Essen stets kalt geworden. Da es ihr mehr um das Nachmachen als um das Essen und Sattwerden an sich ging, begannen wir mit Baby Wed Leaning. Immer, wenn ich aß, bekam sie einen kleinen Teller mit kleingeschnittenem Obst, Gemüse oder Brotstückchen – der Einfachheit halber meist passend zu dem, was ich auf dem Teller hatte, und was sie ohne Zähne annuckeln konnte.

Das Baby Wed Leaning ließ sich problemlos auch unterwegs fortsetzen. Da ich in Restaurants nicht immer wusste, ob ich ihr gut etwas von meinem Essen abgeben konnte, fragte ich bei der Bestellung nach einem kleinen Teller mit Obststückchen für sie. Dem Wunsch wurde stets nachgekommen und tatäschlich nie in Rechnung gestellt.

Etwas kompliziert wird es, wenn im Restaurant kein Hochstuhl für das sitzende Baby vorhanden ist. Dann hilft nur eins: Kreativ werden mit den vorhandenen Möbeln. Oder krabbeln lassen – je nach Restaurantfußboden und eventuelle Stufen mehr oder weniger empfehlenswert.

Baby Wed Leaning – meine Tochter isst kleine Gemüsestücke

Ohne Hochstuhl muss man etwas kreativ sein.

Und noch ein bisschen kreativer …

Fliegen mit Baby

Die ersten beiden Flüge mit meiner Tochter nach und von Mallorca verliefen reibungslos, denn sie schlief beide Flüge fast komplett durch. Das größere Problem war das Procedere vor dem Flug. Baby zur Sicherheitskontrolle aus der Trage auspacken und nochmals die Taschen umräumen müssen artete schnell in Stress aus. Dieses Mal war ich besser vorbereitet. Ich wusste nun, wie die Sicherheitskontrolle mit Baby abläuft, wo die Leihbuggys am Flughafen stehen und welche Gegenstände ich griffbereit im Handgepäck haben sollte. Auch dieser Flug war ohne Probleme, denn meine Tochter hat fast den gesamten Flug verschlafen. Die kurze wache Zeit konnte ich sie mit kleinen Spielzeugen bei Laune halten und durch Nuckeln den Druck von ihren Ohren nehmen.

Zugfahren mit Baby: eine Nacht im Schlafwagen

Die Rückfahrt nach Hannover verbrachten wir im Schlafwagen eines Zuges. Auch das war mit Baby recht unproblematisch. Der Zug fuhr um 20.29 am wiener Hauptbahnhof los, was für meine Tochter schon recht spät war. Normalerweise geht sie um etwa 20 Uhr ins Bett. Bei so vielen neuen Eindrücken ist aber an Schlafen natürlich noch nicht zu denken. Die kurze Wartezeit im Zug, bis der Schaffner unser Bett ausklappt, konnten wir gut zum Abendessen nutzen. Am Bahnhof hatte ich vorher noch reichlich Snacks eingekauft, damit niemand mit leerem Magen schlafen gehen musste.

Ich hatte eine Einzelkabine gebucht, das Bett war entsprechend schmal. Wir haben trotzdem gut zu zweit auf das Bett gepasst. Wie immer, Baby an die Wand, ich vorne. Theoretisch hätte ich auch problemlos nochmal aufstehen können, als meine Tochter schlief, und mich mit einem Buch oder dem Laptop an den Rand des Bettes setzen können. Nach einer Woche Wien war ich allerdings nun auch relativ müde, außerdem musste ich am nächsten Morgen früh aufstehen, um auch am richtigen Bahnhof wieder auszusteigen. So blieb ich also neben meiner Tochter liegen und schlief mit ihr ein.

So ein Schlafwagen ist ein toller Spielplatz …

… und der Koffer auch!

Alleinreisen mit Krabbelbaby: Fazit

Auch unsere zweite Reise zu zweit hat sehr gut geklappt. Für mich war die Reise sogar noch etwas angenehmer als die erste Reise nach Mallorca. Dies lag einerseits an der wirklich tollen Unterkunft, in der meiner Tochter und ich uns sehr wohl gefühlt haben. Dadurch, dass meine Tochter nun mobiler war, konnte sie sich außerdem gut für ein paar Minuten alleine beschäftigen, durch den Park krabbeln oder mit den Sachen aus meiner Tasche spielen. Natürlich war ich zwar in solchen Situationen stets bei ihr, trotzdem konnte ich mich kurz gedanklich zurücklehnen und musste nicht eingreifen oder sie beschäftigen. Kleine Ruhepausen machen das Reisen mit Baby für mich sehr angenehm!

Wie bei der letzten Reise hatten wir auch in Wien viele helfende Hände um uns herum. Menschen am Flughafen und am Bahnhof, die mir mit dem Koffer geholfen haben. Menschen, die kurz meine Tochter gehalten haben oder Menschen, die ihr gut zugeredet haben, damit sie aufhört zu weinen.

Mein Fazit nach zwei Reisen alleine mit Baby: Es geht wunderbar und es kann sogar sehr schön sein. Flexibilät ist natürlich immer von Vorteil beim Alleinreisen mit Baby und Kindern, egal welchen Alters.

Seit ihr auch schon einmal alleine mit Baby verreist? Wie sind eure Erfahrungen? Hattet ihr Probleme oder hat alles gut funktioniert? Ich freue mich auf eure Kommentare!

Christin