Alle Jahre wieder: Diskussion um die Schanigartenöffnung

Wien (Culinarius/ TP/OTS) – Mit dem sich ankündigenden Sommer kommen nicht nur vermehrt warme Tage, sondern auch die Zeit der Schanigärten bricht an. Besonders die Wirtschaftskammer drängte seit Jahren auf eine ganzjährige Öffnung – die Stadt Wien ließ sich in der Diskussion Zeit, ehe am Freitag eine erste grundsätzliche Zusage seitens der Stadt kam. Details sind noch keine bekannt, jedoch ist bereits die nächste Diskussionsrunde für heute,  Mittwoch anberaumt worden. Gastronews Wien hat bei einigen Vertretern der Wirtschaft und bei etablierten Gastronomen nachgefragt, wie diese zu dem Thema stehen.

Andreas Flatscher, Eigentümer des Restaurants als auch des Bistrot „Flatschers“ würde eine ganzjährige Öffnung sehr begrüßen. Aus seiner Sicht ist vor allem die ökonomische Komponente nicht unerheblich: „Je liberaler man als Stadt beziehungsweise Wirtschaftsstandort mit Themen wie diesen umgeht, umso positiver sind die Effekte auf die Wirtschaft. Aber der Markt wird sich selber entwickeln und im Endeffekt wird es sich zeigen ob die Wiener das Angebot annehmen.“

„Es wäre prinzipiell sehr angenehm, weil wir die Möbel nicht herumräumen müssten.“, sagt Robert Huth, Betreiber mehrerer Spitzenlokale in der Wiener City, schmunzelnd. „Das Problem ist eher, dass im Jänner, Februar und März Gäste kaum dazu geneigt sein werden, draußen zu sitzen. Wir sind ein klassisches Speisenrestaurant – wären unsere Standorte Cafés oder Bars, könnte ich mir das aber durchaus vorstellen, dass das für die Gäste durchaus ein attraktives Angebot darstellen kann. Natürlich müssen aber auch für die kalte Jahreszeit die notwendigen Vorkehrungen für die Besucher getroffen werden, um draußen sitzen zu können.“

Peter Dobcak, Obmann der Gastronomie in der Wiener Wirtschaftskammer befürwortet die vorläufige Zustimmung seitens der Stadt: „Wir sind einerseits eine internationale Großstadt, also sollten wir und auch dementsprechend präsentieren. Andererseits kommen mit dem Klimawandel auch vermehrt schöne Tage, an welchen die Leute sitzen gerne im Freien sitzen, daher sehe ich die Erweiterung des Angebots in Form einer ganzjährigen Öffnung durchwegs positiv.“ Auch hinsichtlich des kommenden totalen Rauchverbots 2018 meint Dobcak, dass eine ganzjährige Öffnung eine Lösung für das derzeit bestehende Problem der Wirte mit den Rauchern darstellen könnte.

Harald Prochazka, Geschäftsführer der Figlmüller-Restaurants, schlägt in eine ähnliche Kerbe wie Robert Huth: „Ich denke, es würde den Betrieben enormen finanziellen Aufwand ersparen, wenn die Schanigärten das Recht zur ganzjährigen Öffnung zugestanden bekommen. So würden wir uns den extrem kostspieligen Auf- und Abbau unserer Gastgärten ersparen. Andererseits sehe ich darin nicht unbedingt den großen Wurf: Denn ich kann mir nicht vorstellen, dass Gäste in den kalten Monaten gerne draußen Sitzen möchten.“
In Anbetracht des derzeitigen Rauchergesetzes und des totalen Verbots 2018, kann er sich die Initiative aber als eine Lösungsvariante vorstellen, denn „Somit würden wir ganzjährig Flächen vor unserem Lokal haben, welche es den Leuten und uns ermöglicht, einen gesetzeskonformen Raum in Bezug auf die Raucher-Frage zu bieten.“

Den Meinungen der von uns Befragten Gastronomen wiederspricht Wilhelm Turecek, stellvertretender Vorsitzender des Fachverbands Gastronomie der Wirtschaftskammer Österreich, meint zu dem Thema: „In Bezug auf die derzeit diskutierten ganzjährigen Schanigarten-Öffnungszeiten bin ich der Meinung, dass diese für die Mehrheit der Gastronomiebetriebe kein Thema darstellen.  Seit der letzten Schanigarten-Reform konnten wir besonders im ersten Bezirk verfolgen, dass sich die monatlich flexiblen und verlängerten Öffnungszeiten gerade für die kleinen Betriebe nicht rechnen – dies ist auch anhand von Zahlen belegt. Eine ganzjährige Öffnung rechnet sich nur für Großbetriebe, welche an stark frequentierten Plätzen ihren Betrieb haben. Wir sprechen hier von 2700 Schanigärten – davon ist die erweiterte Öffnungszeit lediglich für 10% der Betriebe relevant. Gerade nämlich die kleinen Betriebe nehmen die neuen Öffnungszeiten kaum in Anspruch, welche seit der letzten Reform gelten.“

Fotocredits: Li Chaoshu


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