✰ Alexander Rösler – Ein Kuss ist ein ferner Stern

✰ Alexander Rösler – Ein Kuss ist ein ferner Stern….und eine Berührung ist eine Kröte auf der Haut.

August kann nicht lügen. Er kann nicht in den Gesichtern anderer Menschen lesen. Er mag es nicht, wenn sie ihn berühren, und er kann ihnen nicht in die Augen blicken. Dafür kann er wundervoll Kontrabass spielen und rechnen. Mit Zahlen jonglieren. Zahlen und sein Kontrabass sind ja auch viel leichter zu durchschauen als Menschen.

Doch dann trifft er Freya. Eine ganz unverhoffte Begegnung. Für beide. Und für beide ist sie unvergesslich, denn beide können nur noch an den anderen denken. Obwohl es nicht Liebe auf den ersten Blick ist. Denn Freya hat ja Ben, und August weiß nicht so recht, was Liebe überhaupt ist. Oder verliebt sein.

Aber August hat ja Rudi, der sich immer um August kümmert. Der ihm Schreibaufträge erteilt und dafür sorgt, dass August und Freya sich ganz unverhofft wiedersehen.

Mit keinem Wort wird erwähnt, was August fehlt, warum er so ist, wie er ist. Aber in meinem Kopf bildet sich das Wort „Autist“, was eigentlich egal ist. August ist August und die Definition seiner Persönlichkeit genauso unmöglich wie unnötig. Sicher ist nur, dass er direkt einen Weg in mein Herz findet. Weil er so entwaffnend ehrlich ist und mich damit zum schmunzeln und lachen bringt. Weil er mit seinen neuen Verliebtseinsgefühlen so unbeholfen und verletzlich ist. Weil er in seiner Musik so vollkommen aufgeht, dass alles andere um ihn herum unwichtig wird. Und weil er ein Ziel hat – Musik zu studieren, trotz seiner Behinderung und trotz der riesengroßen Angst, die damit verbunden ist.

Nicht nur Augusts Leben wird durcheinander gerüttelt. Freya, die wohlbehütet mit Schwester und Eltern im vornehmen Blankenese wohnt, ist diese Gefühle für August nicht gewohnt. Sie umgibt sich sonst nur mit schönen, heilen Dingen – jemand wie August passt da nicht rein. Jemand, der so viel Zuneigung braucht und davon selbst nichts weiß. Beeindruckend ist, dass sie nicht versucht, ihn in ihre Welt zu ziehen, sondern Stück für Stück versucht, in seine einzudringen – und mich dadurch mit nimmt auf diese kleine Reise.

August und Freya erzählen abwechselnd, unterbrochen nur von Rudi, dem besten Freund von August, der dem ganzen eine völlig andere Perspektive gibt. Schließlich hat der auch ein eigenes Leben, kann sich nicht nur um August und dessen (Liebes)Leben kümmern.

Eine ungewöhnliche (Liebes)Geschichte, mit viel Wärme und viel Witz erzählt. Und wenn für August ein Kuss ein ferner Stern ist, dann ist er selbst eine nahe Sternschnuppe.

 

Gebundene Ausgabe: 216 Seiten, erschienen bei Arena, Juni 2011.
ISBN: 978-3401065373

✰ Alexander Rösler – Ein Kuss ist ein ferner Stern



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