Alentejo-Jumbo holt Mallorca- und Zypern-Urlauber zurück

Der auf dem Flughafen Beja stationierte Alentejo-Jumbo Airbus A380 der portugiesischen Gesellschaft HiFly führt gerade erste Einsätze durch - für den Reisekonzern Thomas Cook. Zunächst ging es vom Süden Portugals nach Kopenhagen, von wo aus die skandinavische Tochter des Konzerns eine Rückführungsaktion für gestrandete Urlauber in Europa startete, wie zwei Branchenportale melden.

Laut den Fachjournalisten von Aerotelegraph und Flightglobal sind Computerprobleme am Flughafen der griechischen Insel Rhodos die Ursache für die Aktion. Flugzeuge dort könnten überhaupt nicht oder nur mit viel Verspätung abgefertigt werden. Wegen der Schwierigkeiten auf Rhodos fehlten die Jets für andere Verbindungen.

Thomas Cook mietet Alentejo-Jumbo mit Crew

Deshalb habe sich Thomas Cook in Dänemark kurzfristig den Alentejo-Jumbo aus Beja ausgeliehen. Nach diesen Angaben flog er in der Nacht auf Mittwoch, 1. August, nach Kopenhagen und von dort aus nach Larnaca auf Zypern und zurück. Für Donnerstag stehen Flüge von Oslo nach Palma de Mallorca und zurück auf dem Programm.

Thomas Cook ist damit Erstkunde des portugiesischen Wet Lease-Anbieters HiFly, der gewartete und versicherte Flugzeug plus Crew für andere Airlines einsetzt. Es soll sich bei der Rückholaktion mit dem Alentejo-Jumbo um die vorerst einzigen Einsätze für den Reisekonzern handeln. Noch ist unklar, wann HiFly einen langfristigen Kunden gewinnt. Branchenexperten sprechen von Kontakten mit einer europäischen Fluggesellschaft, die noch keine A380-Airbusse besitze und ein französisches Übersee-Département im Indischen Ozean anfliege.

Alentejo-Jumbo ist jüngstes Modell der Hi Fly-Flotte

Ihr jüngstes Modell hatte das portugiesische Bedarfsflugverkehrs-Unternehmen HiFly Mitte Juli auf der Luftfahrtshow im britischen Farnborough vorgestellt. Die Airline ist die vierte europäische und 16. internationale Fluggesellschaft, welche den Airbus A380 fliegt. Keines dieser anderen Unternehmen ist allerdings im Leasing-Geschäft tätig.

Der A380, der von Singapore Airlines übernommen wurde, hat eine Bemalung, die zum Schutz der Korallenriffs aufruft. Vier besonders geräuscharm arbeitende Rolls Royce Trent 900-Turbinen treiben ihn an. Er bietet in seiner Grundausstattung in drei Klassen 471 Fluggästen Platz. In einer enger bestuhlten Version können bis zu 853 Passagiere transportiert werden. An jedem Sitz ist ein modernes Inflight Entertainment-System von Panasonic installiert. Der CO2-Ausstoß pro Passagierkilometer beläuft sich beim Alentejo-Jumbo von HiFly auf 75 Gramm.

Der Superjumbo war am Montag, 23. Juli, nach Portugal überführt worden und berührte bei der Landung um 17 Uhr in Beja erstmals portugiesischen Boden. Viele Schaulustige aus Algarve und Alentjo säumten die Landebahn. Wir berichteten darüber in unserem zusammenfassenden Beitrag " Ryanair-Streik: Viele Algarve-Urlauber betroffen". Beja war vor der Umwandlung in einen Verkehrsflughafen Luftwaffenbasis der NATO. Auch deutsche Piloten waren dort stationiert, so unter anderem Erwin Weixler, späterer Flottenchef von Eurowings. Das erwähnte er in unserem Beitrag "Eurowings-Flottenchef liebt Faro", in dem wir über Weixlers Vorliebe für den Anflug des Algarve-Flughafens Faro berichteten.


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