Al-Investinator

Skyline von Doha, Katar Wie man hört, will Katar 23 Milliarden US-Dollar in die Wirtschaft Ägyptens investieren. Diese Investitionen sollen zu einem großen Teil (10 Milliarden USD) in ein “touristisches Großprojekt” an der Küste des Mittelmeers sowie in den Wohnungsbau und Immobilien in Scharm el-Scheich, Hurghada und in den Vororten von Kairo fließen. ITAR-TASS (niemand sonst) nennt folgende weitere Details: 8 Milliarden USD von der Gesamtsumme fließen in den Bau von Industriezonen, Elektrizitätswerken, Flüssiggasterminals, Eisengießereien, Walzwerken und anderen Betrieben in der Gegend von Port Said. Diese insgesamt 18 Milliarden USD an Investitionen seien für einen Zeitraum von 5 Jahren angesetzt.
Mit anderen Worten: Katar kauft Ägypten, solange die ihm hörigen Moslembrüder dort an der Macht sind. Da es nicht gelungen ist, billigen Reibach in Libyen zu machen - der stiernackige Ali al-Sallabi verdrängt die katarischen Kreaturen aus der Kyrenaika, war vor kurzem in der Türkei, wo er den Türken in unmißverständlicher Form zu verstehen gegeben hat, dass sie in Libyen nicht willkommen sind - zieht der katarische Emir eben seine Schlüsse und ist nun wohl bereit, für strategische Positionen zu bezahlen.
Bemerkenswert ist dabei die Geographie, in der sich die Interessen Katars befinden - das ist der Suezkanal und die Touristengebiete Ägyptens. Der Suezkanal ist eine für die US-Amerikaner strategische Lebensader, und ohne grünes Licht von der anderen Seite des Ozeans wird sich der gute Emir sicher nicht in diese Gefilde begeben haben. Wenn dem so ist, so ist es Katar, welcher zum Wachhund über die strategisch wichtigen Punkte der Region erkoren wurde. Nota bene, nicht etwa Saudi-Arabien. Wenn Katar es schafft, die Region Suez halbwegs unter Kontrolle zu bekommen, so muss das Königreich sich wohl demütigen und den Emir darum bitten, seine Infrastruktur benutzen zu dürfen. Nicht ohne Grund redet Emir al-Thani dann und wann davon, dass sein Geschlecht viel älter und ehrwürdiger sei als das der Wüstenschakale von Riad...
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Andererseits darf man die Ägypter auch nicht für dumm halten. Wenn man die Geschichte Ägyptens betrachtet, so ist der gesamte Verlauf während der Unabhängigkeit dieses Landes im 20. Jahrhundert der Weg der politischen Prostitution, bzw. dem ruhigen Manövrieren im Fahrwasser der diversen Weltmächte, und das immer zwecks Erreichung durchaus konkreter Ziele bei der Entwicklung des Landes. Spricht man von Ägypten, muss man ja immer die folgenden historischen Fakten im Gedächtnis haben:
  • Auf die Versprechen, “dem sozialistischen Weg der brüderlichen Sowjetunion” zu folgen, wurde faktisch eine Verstaatlichung des Suezkanals erreicht, eine großangelegte Modernisierung der ägyptischen Wirtschaft unternommen (beispielsweise das Metallurgiekombinat in Helwan), sowie auch der Armee und der Marine, und durch “sozialistische” Unterstützung beim Gigaprojekt Assuan-Staudamm wurde Ägypten auch in der Energieversorgung unabhängig.
  • Auf die Versprechen, “den falschen Weg des Sozialismus und der UdSSR” zu verwerfen, gab es Frieden mit einem übermäßig starken und aggressiven Nachbarn - Israel, darauf gab es militärtechnische und finanzielle Hilfe aus den USA und der Kurs lautete fortan auf Lavieren zwischen den politischen Polen der Supermächte USA und UdSSR. Die Ressourcen und Hilfsleistungen der SU waren dankbar verwertet worden, nun kam die Zeit, solche von den USA zu verdauen.
  • Auf die Versprechen, die Korruption zu bekämpfen, sich nicht mehr der USA und Israel anzubiedern und das Banner der islamischen Revolution emporzuheben, etc. unter weiteren demagogischen Phrasen, saugen sich Ägypten und der schlaue Mursi nunmehr die Mittel der arabischen Sponsoren ins Land, in erster Linie eben aus Katar und Saudi-Arabien. Dabei lassen sie die verschiedenen Parteien, welche sich um Einfluss bemühen, lockerflockig mit den Köpfen aneinanderknallen.

Ägypten ähnelt einer jungen Dame, die elegant und kokett Geschenke aller Verehrer einheimst und dabei nicht im Traum daran denkt, einen von ihnen zu heiraten, sondern vielmehr kalkuliert, wie lange sie ihre ganzen Verwandten von den empfangenen Geschenken noch ernähren kann. Keine Liebe, nichts persönliches - das Interesse ist rein materiell.
Insofern mögen die katarischen Honigbienen durchaus auf den Suezkanal fliegen, aber die Ägypter dürften einen Kontrollverlust über diese Lebensader nicht zulassen, denn bedeutete einen Zusammenbruch des Landes nach 10 bis 15 Jahren. Der Kanal ist und bleibt Hauptquelle der Mittel, die ins Staatsbudget Ägyptens fließen. Historisch hat es sich so ergeben, dass sowohl dieser Kanal als auch die Tourismusindustrie sich in den Händen einer der drei Machtblöcke im Land befinden - und zwar in Händen der Militäreliten. Mal sehen, wie diese auf den Versuch der arabischen Ziegenböcke reagieren, sich in ihrem Garten umzutun. Die Ägypter haben ohnedies eine eindeutige Meinung von den Arabern in den Golfstaaten: Allah gab den halbwilden Beduinen Erdöl, aber er gab ihnen nicht die Kultur und die Größe Ägyptens. Sie sind und bleiben “Kanaken”, Ägypten aber wird immer Ägypten sein, die Umm ad-Dunia, “Mutter der Welt”.
Insofern kann der ganze Schamanentanz um die Investoren aus Katar durchaus einfach dazu dienen, das Geld zu bekommen und mit dessen Hilfe die momentan bestehenden enormen sozialen Spannungen abzubauen. Vielleicht bekommt der Emir Gelegenheit, ein halbes Dutzend Hotels zu bauen, aber nicht mehr - der Tourismus ist zweitwichtigste Einnahmequelle des ägyptischen Staatsbudgets.

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